Koordinaten: 64° 1′ 12″ N, 161° 48′ 30″ O
| Omolon | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Allgemeines | |||||
| Offizieller Name nach MBD |
Omolon | ||||
| Authentizität | sicher | ||||
| Lokalität | |||||
| Land | Russland | ||||
| Region | Oblast Magadan | ||||
| Ort | Omolon | ||||
| Streufeld | nein | ||||
| Fall und Bergung | |||||
| Datum (Fall) | 16. Mai 1981 | ||||
| beobachtet | ja | ||||
| Datum (Fund) | 1983 | ||||
| Sammlung | Hauptmasse: Nordost-Institut für komplexen Forschungen der Russischen Akademie der Wissenschaften (Abteilung Fernost), Magadan
Meteoritensammlung des Wernadski-Instituts, Moskau | ||||
| Beschreibung | |||||
| Typ | Stein-Eisen-Meteorit | ||||
| Klasse | Pallasit | ||||
| Gruppe | Pallasit-Hauptgruppe / PMG | ||||
| Masse (total) | 250 kg | ||||
| Referenzen | |||||
| |||||
Omolon (russ. Омолон) ist ein 250 Kilogramm schwerer Stein-Eisen-Meteorit aus der Gruppe der Pallasite. Er schlug im Mai 1981 in der russischen Oblast Magadan im Einzugsgebiet des Flusses Omolon ein. Der Meteorit wurde 2 Jahre nach dem Fall vom Rentierzüchter Iwan Tynawji (Иван Тынавьи) gefunden. Er ist einer von weltweit nur vier Pallasiten, deren Fall beobachtet werden konnte und mit rund 250 kg der massereichste Pallasit mit beobachtetem Fall.
Der Fall ereignete sich am 16. Mai 1981 um 5:10 Uhr Ortszeit (15. Mai um 17:10 UTC). Der Rentierzüchter Iwan Tynawji, der zu dieser Zeit Nachtwache hielt, hörte ein tiefes Dröhnen und beobachtete in der Morgendämmerung einen Körper, der einen dunklen Schweif am Himmel hinterließ. Er merkte sich die Richtung, in der er den Niedergang vermutete. Unabhängig davon beobachtete der leitende Techniker der Wetterstation in Omolon den Fall des Meteoriten. In einem Brief an das Meteoritenkomitee der Akademie der Wissenschaften der UdSSR berichtete er von der Beobachtung eines sehr hellen Boliden am 16. Mai 1981 um 5:10 Uhr Ortszeit. Damit war der Zeitpunkt des Meteoritenfalls bekannt.
Der Rentierzüchter machte sich auf die Suche nach dem Meteoriten und umrundete beharrlich Hügel um Hügel am Oberlauf des Flusses Omolon. Im Jahr 1983 stieß er schließlich auf einen kleinen Krater und entdeckte in der Mitte einen schwarzen, geschmolzenen Klumpen mit durchsichtigen Einschlüssen, der eine schwarze Schmelzkruste aufwies. Im vorderen Bereich war die Kruste aufgerissen, sodass Tynawji zunächst ein kleines Stück abschlug und mitnahm.
1986 besuchte Tynawji die Fundstelle gemeinsam mit einem Tierarzt. Bei der Gelegenheit wurde ein weiteres, etwa 6 bis 8 kg schweres Stück abgetrennt. Ende 1989 wurde eines der Fragmente der Meteoritenkommission der UdSSR übergeben und wurde als Pallasit identifiziert. Im Juli 1990 wurde eine wissenschaftliche Expedition zum Einschlagort des Meteoriten organisiert und die Hauptmasse geborgen.
Omolon gehört zur Hauptgruppe der Pallasite, die aus Olivinkristallen bestehen, die in eine Eisen-Nickel-Matrix eingebettet sind. Rund 60 Volumenprozent des Meteoriten entfallen auf meist rundliche Olivinkörner, mit einem Durchmesser von bis zu etwa 3 cm.
Die Metallmatrix besteht vor allem aus Kamacit, Taenit und Plessit. Als weitere Minerale wurden unter anderem Troilit, Chromit, Schreibersit, Nickelphosphid und Stanfieldit nachgewiesen.
Aus Edelgasmessungen wurde für Omolon ein Bestrahlungsalter durch kosmische Strahlung von etwa 78 ± 7 Millionen Jahren bestimmt. Eine spätere Zusammenstellung von Bestrahlungsaltern von Pallasiten gibt für Omolon auf Grundlage anderer Messungen einen Wert von 71 ± 38 Millionen Jahren an.
Die Hauptmasse befindet sich im Museum für Naturgeschichte des Nordöstlichen Komplexen Forschungsinstituts der Fernöstlichen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften in Magadan. Das Institut stellt den Meteoriten in seinem geologischen Saal aus.
Weitere Stücke mit einer Masse von 3.478 g befinden sich in der Meteoritensammlung des Wernadski-Instituts für Geochemie und Analytische Chemie der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau.