Ein Operator endlichen Ranges oder endlichdimensionaler Operator ist ein mathematischer Begriff aus der Theorie der linearen Abbildungen.
Ein Operator endlichen Ranges ist eine lineare Abbildung zwischen Vektorräumen, so dass die Bildmenge ein endlichdimensionaler Vektorraum ist.
Ist eine lineare Abbildung zwischen zwei -Vektorräumen, so ist die Bildmenge ein Untervektorraum von . hat also endlichen Rang, wenn dieser Untervektorraum endlichdimensional ist. Hierbei kann ein beliebiger Körper sein. Bei Anwendungen, insbesondere in der Funktionalanalysis, hat man es meistens mit den Körpern oder der reellen beziehungsweise komplexen Zahlen zu tun.
Lineare Abbildungen nennt man oft auch lineare Operatoren. Die Dimension des Bildes nennt man den Rang des Operators. Das entspricht dem aus der linearen Algebra bekannten Rang einer Matrix, denn bezüglich einer Basis kann man eine Matrix ja als lineare Abbildung auffassen. Das erklärt die Bezeichnung Operator endlichen Ranges.
Hat man es mit - oder -Vektorräumen mit einer hausdorffschen Vektorraumtopologie zu tun, so kann man die Frage nach der Stetigkeit stellen. Operatoren endlichen Ranges müssen nicht stetig sein, wie schon das Beispiel eines unstetigen linearen Funktionals zeigt. Ist ein endlichdimensionaler Operator der Form mit linear unabhängigen , so ist genau dann stetig, wenn die Koeffizientenfunktionale stetig sind.
Stetige, endlichdimensionale Operatoren zwischen normierten Räumen sind kompakt, denn das Bild der Einheitskugel ist in einer Kugel eines endlichdimensionalen Raums enthalten und daher nach dem Satz von Heine-Borel relativ kompakt.
Summen und skalare Vielfache von Operatoren endlichen Ranges sind wieder von dieser Form. Die Menge der Operatoren endlichen Ranges zwischen zwei Vektorräumen bildet als einen Vektorraum. Hat man lineare Operatoren
und ist einer von diesen endlichdimensional, so gilt das auch für ihre Komposition . Die Menge der endlichdimensionalen Operatoren auf einem Vektorraum bildet daher ein Ideal in der Algebra aller linearen Operatoren auf . Aus demselben Grunde bildet die Menge der endlichdimensionalen, stetigen Operatoren auf einem Banachraum ein Ideal in der Banachalgebra der beschränkten linearen Operatoren. Ist unendlichdimensional, so ist nicht abgeschlossen in der Operatortopologie. Es ist im Ideal der Spurklasseoperatoren und daher auch im Ideal der kompakten Operatoren enthalten. Hat die Approximationseigenschaft, so liegt dicht im Ideal der kompakten Operatoren.
Zu linearen Operatoren kann man bekanntlich den dualen Operator zwischen den Dualräumen bilden. Ist von endlichem Rang, so auch .
Hat die Form
so hat der duale Operator die Form
wobei das durch definierte lineare Funktional auf ist.
Hat man es mit - oder -Vektorräumen mit einer hausdorffschen Vektorraumtopologie zu tun, so kann man zu stetigen, linearen Operatoren den stetigen, dualen Operator bilden. Ist von endlichem Rang, so auch . Hat obige Form, so erhält man für dieselbe Formel wie für .
Sind und normierte Räume, der Dualraum von , so ist die Abbildung
offenbar eine bilineare Abbildung, wobei der Raum der stetigen, linearen Operatoren endlichen Ranges ist. Die universelle Eigenschaft des Tensorprodukts liefert einen Isomorphismus . Der Raum der stetigen, linearen Operatoren endlichen Ranges kann also als Tensorprodukt geschrieben werden.