Opernparodie

Als Opernparodie bezeichnet man in der Opernliteratur ein neu komponiertes und neu getextetes Bühnenwerk, unter der Verwendung und Veränderung des vorhandenen musikalischen Materials (Parodie: abgeleitet aus dem altgriechischen Kompositum parodia, besteht aus dem präpositionalen Bestandteil para und dem nominalen Bestandteil ode und bedeutet übersetzt: Neben- oder Gegengesang).

Wesen der Opernparodie

Absicht der Opernparodie ist es, das Original so zu verändern (manchmal sogar bis hin zur Entstellung), dass ein komisches, in einigen Fällen kritisch verspottendes oder auch lächerliches Ergebnis erzielt wird. Dabei werden nicht nur die textliche Vorlage und das Sujet, sondern auch die musikalischen Strukturen und stilistischen Ideen des Werkes verzerrt und verändert, um die gewünschten parodistischen Effekte zu erreichen. Nicht selten werden dabei auch die Urheber des Werkes in die Parodie einbezogen.

Im 18. Jahrhundert war die Opernparodie oft ein Mittel, gesellschaftliche Phänomene karikierend und satirisch darzustellen, ohne die Zensur fürchten zu müssen. Die Opernparodie hat ihre Ursprünge in Italien (mit Elementen der Commedia dell’arte) und in Frankreich (zum Beispiel im Pariser Jahrmarktstheater, dem Théâtre de la foire). Erklärtes Ziel der Opernparodien im 18. und 19. Jahrhundert waren die Stoffe aus der griechischen und römischen Mythologie, wie sie die opera seria bevorzugte.

Die Absicht einer Opernparodie ist es meistens, das Publikum zu belustigen und dabei mehr oder minder niveauvoll zu unterhalten. Geistreiche Parodien, die tatsächlichen Kunstgenuss versprechen, sind weit entfernt von billigen Gags, Klamauk oder Zoten; sie können auch die Bereiche der Persiflage, der Satire oder der Travestie einbeziehen. Dass die Autoren einer Parodie nicht unbedingt sensibel mit der Original - Vorlage umgehen, ist nachweisbar. Zuschauer, die das Originalwerk nicht kennen, werden eine Parodie selten genießen und ihr Niveau einschätzen können. Sinnvoll parodiert werden kann nur das, was wohlbekannt ist.

Werk-Beispiele

Die Anzahl von Opernparodien wächst zusehends, auch im 21. Jahrhundert, denn die oft totgesagte, inzwischen über 400 Jahre alte Kunstgattung Oper erfreut sich steigender Beliebtheit.

Parodien über Werke von Mozart; hier: Die Zauberflöte:

Parodien über Werke von Giuseppe Verdi; hier Rigoletto:

Parodien der Oper Der Freischütz von Carl Maria von Weber:

Parodien über Werke von Richard Wagner:

Parodien über die Kunstform Oper im Allgemeinen

Parodien über die Operette; hier: Maske in Blau von Fred Raymond:

Parodie im Opernstil Rossinis:

Schriften zum Thema (Auswahl)