
Die Ordnance QF 75 mm war eine britische 75-mm-Panzerkanone des Zweiten Weltkriegs. Sie entstand aus der britischen 6-Pfünder-Kanone, deren Konstruktion für 75-mm-Munition angepasst wurde. Ziel war eine bessere Wirkung gegen Infanterie, Feldstellungen und ungepanzerte Ziele, da die britischen 2-Pfünder- und 6-Pfünder-Kanonen vor allem für Panzerabwehrmunition ausgelegt waren.
Zu Beginn des Krieges verwendeten britische Panzer hauptsächlich die QF-2-Pfünder- und später die QF-6-Pfünder-Kanone. Diese Waffen waren gegen Panzer wirksam, hatten aber nur eine begrenzte Sprengwirkung. Die QF 75 mm entstand aus dem Versuch, britische Panzer mit einer vielseitigeren Hauptwaffe auszustatten.
Die Entwicklung orientierte sich an der amerikanischen 75-mm-Bewaffnung des Sherman-Panzers, deren Munition sowohl Sprenggranaten als auch panzerbrechende Geschosse umfasste.
Die Ordnance QF 75 mm entstand durch den Umbau der 6-Pfünder-Kanone. Teile der vorhandenen Konstruktion konnten übernommen werden, wodurch die Umrüstung britischer Panzer erleichtert wurde. Das Kürzel „QF“ steht für „Quick Firing“ und bezeichnet Schnellfeuergeschütze mit einteiliger Munition.
Für die 75 mm OQF Mk V und Mk VA werden in britischen Durchschlagstabellen AP- und HE-Munition sowie eine Mündungsgeschwindigkeit von 2030 ft/s genannt. Für AP-Munition ist bei 500 yards und 30 Grad Auftreffwinkel ein Durchschlag von 68 mm angegeben.
Die QF 75 mm verwendete überwiegend amerikanische 75-mm-Munition. Zum Einsatz kamen unter anderem Sprenggranaten und panzerbrechende Geschosse.
Die Sprenggranaten waren für den Unterstützungsauftrag britischer Panzer wichtig, da die älteren britischen 2-Pfünder- und 6-Pfünder-Kanonen vor allem auf Panzerabwehr ausgelegt waren.
Die Waffe wurde in späteren Ausführungen britischer Panzer wie dem Churchill und dem Cromwell eingesetzt. Beim Valentine wurde die QF 75 mm in der Ausführung Valentine XI verwendet.
Obwohl die 75-mm-Kanone vielseitiger war, behielten britische Verbände weiterhin Panzer mit 6-Pfünder- oder 17-Pfünder-Kanonen, da diese für die Panzerabwehr leistungsfähiger waren.
Die Ordnance QF 75 mm stellte einen Kompromiss zwischen Panzerabwehr und Unterstützungsfeuer dar. Ihre Sprenggranaten waren für den Einsatz gegen Infanterie und Feldstellungen besser geeignet als die Munition der älteren britischen Panzerkanonen, ihre Panzerabwehrleistung blieb jedoch hinter spezialisierten Panzerabwehrkanonen zurück.