Oskar von Busse oder Oscar von Busse (geb. 23. Juni 1848 in Ilkendorf bei Nossen; gest. 15. Dezember 1913 in Rudolstadt) war ein preußischer Offizier der Infanterie und Militär-Schriftsteller und Übersetzer.
Oskar von Busse war ein Abkömmling eines der Adelsgeschlechter von Busse, seine Familie, respektive Familienlinie wurde 1748 nobilitiert. Die Eltern waren Rudolf von Busse (1817–1890) und Ida von Schwerdtner (1820–1895) aus Ilkendorf bei Nossen, in der Nähe von Meißen. Der Vater starb in einer Irrenanstalt, die Mutter lebte zuletzt in Wernigerode. Busse hatte Geschwister. Der Großvater Maximilian von Busse war kgl. preuß. Generalleutnant.
Am Deutsch-Französischen Krieg nahm er als Mitglied des Ostfriesischen Infanterie-Regiments Nr. 78 teil, worüber er kurz danach publizierte. Anschließend wirkte er als Offizier in Hannover. Dort übersetzte er Anfang der 1870er Jahre die dann in mehreren Auflagen erschienene, einzige aus dem Französischen für das Deutsche autorisierte Darstellung des französischen Kriegsteilnehmers und Generals Antoine Eugène Alfred Chanzy über den Feldzug 1870 bis 1871 der zweiten Loire-Armée.
Anfang der 1880er Jahre war „v. Busse“ im Adressbuch der Stadt Hannover unter der Adresse Ulanenstraße 1 verzeichnet als Leutnant vom Dragoner-Regiment Nr. 15, kommandiert zum Militär-Reit-Institut.
Mitte der 1890er später wirkte von Busse als Oberstleutnant und etatmäßiger Stabsoffizier im Infanterie-Regiment „Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin“ (4. Brandenburgisches) Nr. 24. Über seine 1896 in Leipzig im Verlag von Zuckschwert & Comp. erschienene Übersetzung der militärischen Erinnerungen für den Zeitraum 1866 bis 1870 des französischen Generals Barthélémy Louis Joseph Lebrun publizierte das Organ der militär-wissenschaftlichen Vereine im Folgejahr eine Rezension.
1873 heiratete Oskar von Busse in Petkus bei Baruth/Mark Ida von Lochow (1851–1879), Tochter des Gutsherrn und Johanniterritter Ferdinand von Lochow (1819–1865) und dessen Ehefrau Agnes von Schlieben (1827–1915), Schwester des berühmten Saatzüchters Ferdinand III. von Lochow-Petkus. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete Busse seine Schwägerin Gertrud von Lochow, diese Hochzeit fand in Heinsdorf bei Dahme/Mark statt, einem kurzzeitigen Nebengut der Petkuser Lochows. Durch die Heiraten wurde er Verwandter des Generäle Ewald von Lochow und Erich von Lochow (1853–1922). Aus der ersten Ehe hatte die Familie von Busse die Töchter Ida (* 1874), Gertrud (* 1876) und Elisabeth (* 1877). Aus der zweiten Ehe stammt die Tochter Margarete und die drei Söhne Oskar, Max und Heinrich. Ein Onkel von Oskar von Busse war der Generalleutnant Konstantin von Busse. Die Politiker Hans Schlange-Schöningen und Ernst Schlange waren über seine jüngste Schwester Olga von Busse (* 1857) seine Neffen. Ein weiterer Neffe, Sohn seines jüngeren Bruders Hugo Maximilian (* 1855), war der Maler, Theaterregisseur und Schriftsteller Granand, eigentlich Erwin Oskar Leopold von Busse (1885–1939).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Busse, Oskar von |
| ALTERNATIVNAMEN | Busse, Oscar von |
| KURZBESCHREIBUNG | preußischer Infanterie-Offizier, Militärschriftsteller und Übersetzer |
| GEBURTSDATUM | 23. Juni 1848 |
| GEBURTSORT | Ilkendorf |
| STERBEDATUM | 15. Dezember 1913 |
| STERBEORT | Rudolstadt |