Otto Herrmann Claass (geboren 1849; gestorben 1934) war ein Kaufmann und Kunstsammler im ostpreußischen Königsberg. Er war Vorstandsmitglied des Königsberger Kunstvereins und stand in engem Kontakt mit Künstlern der Berliner Secession. Seine Sammlung umfasste vor allem Gemälde von Lovis Corinth sowie zahlreiche weitere Werke von Max Klinger, Max Liebermann und anderen Künstlern. 1916 verkaufte er einen großen Teil seiner Sammlung als Folge der Zerstörungen in seiner Heimat durch den Ersten Weltkrieg.
Über das Leben von Otto Herrmann Claass liegen nur vereinzelte Informationen vor. Er wurde im Jahr 1849 geboren und stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Seinen Wohlstand musste er sich entsprechend erst mühsam aufbauen. Er begann bereits mit dem Sammeln von Kunst, bevor seine Position wirtschaftlich gefestigt war, und investierte erspartes Geld in Kunstwerke. Später wurde er Vorstandsmitglied sowie Ehrenmitglied des Königsberger Kunstvereins und übte einen entsprechenden Einfluss auf die Entwicklung des dortigen Museums aus. Er trat dabei auch als Kunsthändler und -vermittler auf und versuchte, bedeutende Werke von Lovis Corinth für die Stadt Königsberg zu erwerben. Claass suchte in der Regel den direkten Kontakt zu den Künstlern und mied die breite Öffentlichkeit von Ausstellungen. Besonders enge Beziehungen unterhielt er mit Adolph von Menzel, Max Liebermann, Max Klinger, Otto Greiner und Lovis Corinth. Vor allem zu Corinth, der ebenfalls aus Ostpreußen stammte, pflegte er eine enge Freundschaft. Charlotte Berend-Corinth berichtete, dass Claass sie und ihren Mann regelmäßig in Berlin besuchte und ihnen zu Weihnachten Marzipantorte schickte.
Claas verkaufte regelmäßig Teile seiner Sammlung, um neue Ankäufe zu finanzieren. Werke aus seiner Sammlung wurden dabei unter anderem von Amsler und Ruthardt 1901 oder von Johannes Matthias Heberle (H. Lempertz' Söhne) 1902 versteigert. Infolge des Ersten Weltkriegs, der seine ostpreußische Heimat schwer traf, entschloss sich Claass 1916, sich von seiner Sammlung zu trennen. Die Versteigerung fand am 21. November 1916 unter der Leitung von Paul Cassirer und Hugo Helbing in Berlin statt. Trotz des Verkaufs blieb er dem Kunstleben verbunden; noch 1924 nahm er an einem Empfang für Corinth in Königsberg teil. Claass war daran gelegen, dass sein Lebenswerk nicht „einzeln und unbemerkt in die Welt verstreut“ würde und mit der Versteigerung war die Absicht verbunden, die Sammlung vor dem Verkauf noch einmal als Ganzes der Öffentlichkeit zu zeigen.
Otto Herrmann Claass blieb allerdings der Kunst verbunden und nahm 1924 an einem Empfang für Corinth in Königsberg teil. Er verstarb im Jahr 1934. In den Provenienzangaben des Werkverzeichnisses Lovis Corinth: Die Gemälde von Charlotte Berend-Corinth taucht sein Name durchgehend als „O. Claas“ auf.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Claass, Otto Herrmann |
| KURZBESCHREIBUNG | Kunstsammler und Kaufmann in Königberg |
| GEBURTSDATUM | 1849 |
| STERBEDATUM | 1934 |