Otto Olson

Otto A. Olson, Jr. (* 25. April 1920 in Comstock, Wisconsin; † 26. April 1976 in Glace Bay, Nova Scotia) war ein US-amerikanisch-kanadischer lutherischer Geistlicher, Theologe und Hochschullehrer. Er lehrte als Professor für Neues Testament am Lutherischen College und Seminar in Saskatoon und leitete dieses von 1955 bis 1958 als Hochschulpräsident. Zudem stand er von 1954 bis 1962 der Kanada-Konferenz der Evangelisch-Lutherischen Augustana-Kirche und danach bis zu seinem Tod der Zentral-Kanada-Synode der Lutherischen Kirche in Amerika vor.

Biographie

Olson wurde in Comstock, einem kleinen Dorf in Wisconsin, als Nachfahre schwedischer Einwanderer geboren. Nach dem Abschluss der Highschool in Cumberland besuchte er zwei Jahre lang das Lutheran Bible Institute in Minneapolis und studierte dann am Gustavus Adolphus College in Saint Peter, wo er einen Bachelor of Arts erwarb. Um sich das Studium zu finanzieren, nahm Olson neben Gelegenheitsjobs auch das Angebot der Pilgrim Lutheran Church in Frederic wahr, dort im Sonntagsgottesdienst zu predigen. Er entschied sich dazu, eine geistliche Laufbahn einzuschlagen und studierte Evangelische Theologie am Augustana Theological Seminary in Rock Island, wo er 1945 seinen Abschluss als Bachelor of Divinity erlangte. Im selben Jahr wurde er durch die Evangelisch-Lutherische Augustana-Kirche zum Pfarramt ordiniert und trat seine erste Pfarrstelle an der Immanuel Lutheran Church im kanadischen New Westminster an. Während er dort Pfarrer war, organisierte er auch eine Missionsgemeinde in Maple Ridge, die St. Paul’s Lutheran Church.

1951 wurde er als Professor und Vertreter seiner Kirche an das Lutherische College und Seminar (LCS) in Saskatoon berufen. Er lehrte dort Neues Testament und Praktische Theologie. Von 1955 bis 1958 stand er dem LCS als Hochschulpräsident vor. Bereits 1954 war er auch als Nachfolger von G. Uno Lundmark zum Präsidenten der Kanada-Konferenz der Augustana-Kirche gewählt worden. Ab 1960 übernahm er dieses Amt in Vollzeit und legte seinen Lehrstuhl am LCS nieder. Als sich die Augustana-Kirche 1962 mit drei weiteren Kirchen zur Lutherischen Kirche in Amerika zusammentat, wurde Olson zum ersten Präsidenten der neu organisierten Zentral-Kanada-Synode mit Sitz in Winnipeg gewählt. Seine Alma Mater, das Augustana Theological Seminary, verlieh ihm den Ehrendoktorgrad eines Doctor of Divinity.

Olson hatte eine Reihe von Ämtern in den interlutherischen und ökumenischen Organisationen Kanadas inne. Er wurde 1967 zum ersten Vorsitzenden des Lutheran Council in Canada gewählt.

Olson heiratete 1944 Theda, mit der er vier Kinder hatte. Er starb einen Tag nach seinem 56. Geburtstag im neuschottischen Glace Bay, wo er eine Konferenz des Kanadischen Kirchenrats besuchte, an einem Herzinfarkt und wurde in Winnipeg begraben. Nach ihm ist die Otto Olson Memorial Library, die Bibliothek des Lutheran Theological Seminary Saskatoon benannt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Fred Morris: Otto Olson was „Mr. Lutheran“. In: winnipegfreepress.com. Winnipeg Free Press, 24. März 2020, abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  2. ↑ Emeroy Johnson / Thomas W. Wersell (Hrsg.): Why I became a Pastor. Augustana Press, Rock Island, Ill. 1958, S. 70–76, 131 (englisch, archive.org).
  3. 1 2 3 Ferdinand Eugene Baglo: The Story of Augustana Lutherans in Canada. Saskatoon, Sask. 1962, S. 72 f., 93 f. (englisch, archive.org).
  4. ↑ History of St. Paul’s. In: stpaulslutheranchurchmapleridge. St. Paul’s Lutheran Church (Maple Ridge), abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  5. ↑ George Evenson: Adventuring for Christ. The Story of the Evangelical Lutheran Church of Canada. Foothills Lutheran Press, Calgary, Alta. 1974, S. 222 (englisch, archive.org).
VorgängerAmtNachfolger
Earl TreuschPräsident des
Lutherischen College und Seminars

1955–1958
Walter Freitag
G. Uno LundmarkPräsident der
Kanada-Konferenz

1954–1962
—
—Präsident der
Zentral-Kanada-Synode

1962–1976
Lee Luetkehoelter
Personendaten
NAME Olson, Otto
ALTERNATIVNAMEN Olson, Otto A., Jr. (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG lutherischer Geistlicher, Theologe und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 25. April 1920
GEBURTSORT Comstock, Wisconsin
STERBEDATUM 26. April 1976
STERBEORT Glace Bay, Nova Scotia