Otto Proske

Otto Proske (* 11. November 1886 in Wilhelminenhütte, Oberschlesien; † 5. Juni 1965 in Berlin) war ein deutscher Chemiker, Metallurg und Direktor der Deutschen Gold- und Silber Scheideanstalt (Degussa). Er war Herausgeber des Standardwerks Analyse der Metalle.

Leben

Proske stammt aus einer traditionellen Metallurgenfamilie aus Oberschlesien. Er studierte an der königlichen Technischen Hochschule zu Berlin-Charlottenburg, welche er mit dem Dipl.-Ing. und einer Arbeit am elektrochemischen Laboratorium verließ. Seine Dissertation mit dem Titel Studien über die Einwirkung von Schlacken und Dämpfen auf die Muffelmassen des Zinkhüttenbetriebes und Untersuchungen über die Aufnahmefähigkeit des Tones an ZnO verfasste Proske unter den Gutachtern Otto Doeltz und Walther Mathesius an derselbe Hochschule und wurde 1914 zum Dr.-Ing. promoviert. Proske war Mitglied des Akademischen Vereins Eisenhütte (dem heutigen Corps Silingia Breslau zu Köln).

Ebenfalls 1914 nahm Proske eine Tätigkeit bei der Deutschen Gold- und Silber Scheideanstalt (Degussa) auf. Zwischen 1919 und 1926 war er zum Prokuristen der Niederlassung in Berlin bestellt. Proske stieg anschließend vom Oberingenieur zum Betriebsleiter und Direktor auf, bis er aus gesundheitlichen Gründen pensioniert wurde.

Seit der Gründung der Gesellschaft der Metallurgen und Bergleute (GDMB) war Proske Mitglied im Fachausschuss Chemie, dessen Mitgründer er war. Am 1. April 1938 übernahm er schließlich die Leitung des Ausschusses, die er bis 1954 innehatte. Aufgrund seiner herausragenden Verdienste wurde Proske später zu dessen Ehrenvorsitzenden ernannt und erhielt 1950 die Georg Agricola-Denkmünze für sein Wirken auf dem Gebiet der Metallurgie. 1957 wurde Proskes Wirken mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gewürdigt. 1963 veranstalte die Technische Universität Berlin anlässlich des goldenen Doktor-Jubiläums im Rahmen des Metallkolloquiums eine Feier, um Proske zu ehren.

Proske war ein geschätzter Fachmann auf dem Gebiet der Metallurgie und Herausgeber des Standardwerks Analyse der Metalle, welches in verschiedenen Auflagen und Bänden erschienen ist. Die erste Ausgabe des ersten Bands Schiedsverfahren hatte eine Auflage von 3.000 Exemplaren. Durch Proskes Anregungen erstellte der GDMB das Werk Edelmetall-Analyse Probierkunde und nassanalytische Verfahren. Ihm wurde außerdem durch den Fachausschuss Chemie der GDMB das Otto-Proske-Heft gewidmet.

Ehrungen

Werke

Auswahl der Werke Proskes absteigend nach Veröffentlichungsdatum sortiert:

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Otto Proske. In: Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute e.V. (Hrsg.): Zeitschrift für Erzbergbau und Metallhüttenwesen. Band 18, Heft 7. Dr. Riederer, Stuttgart 1965, S. 383.
  2. ↑ Register der im Sommer 1909 und im Winter 1909/10 ausgestellten Verbandszeugnisse. In: Walter de Gruyter GmbH & Co. KG (Hrsg.): Berichte des Verbandes der Laboratoriums-Vorstände an deutschen Hochschule. 12. Heft. Veit & Comp., Leipzig September 1910, S. 19.
  3. ↑ Unbekannter Titel. In: Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute (Hrsg.): Zeitschrift für Erzbergbau und Metallhüttenwesen. Band 10. Verlag Chemie, 1957, S. 146.
  4. ↑ Anschriftenliste des Weinheimer SC. Darmstadt 1928, S. 67.
  5. ↑ Chemikalien. Feinpräparate. In: Eduard Johannes Ernst Baron von Vietinghoff-Scheel, Walter Roth (Hrsg.): Chemiker-Zeitung. Fach- und Handelsblatt für Chemiker, Hüttenleute, Fabrikanten, Apotheker, Großhändler. Jg. 43, Nr. 48. Verlag der Chemiker-Zeitung Otto v. Halem, Cöthen 1919, S. 212.
  6. ↑ Unbekannter Titel. In: Otto van Rossum, Hendrik Ansas Schwabe, Konrad Ebert (Hrsg.): Glückauf - Bergmännische Zeitschrift. Band 86, Ausgabe 2. Verlag Glückauf, 1950, S. 861.
  7. ↑ Verleihung des Bundesverdienstkreuz an Dr. Proske. In: Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute (Hrsg.): Zeitschrift für Erzbergbau und Metallhüttenwesen. Band 10. Verlag Chemie, 1957, S. 364.
  8. ↑ Goldenes Doktor-Jubiläum von Dr.-Ing. O. Proske. In: Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute (Hrsg.): Zeitschrift für Erzbergbau und Metallhüttenwesen. Band 17. Verlag Chemie, 1964, S. 54.
  9. ↑ 70. Geburtstag von Otto Proske. In: Metall. Jg. 10, Heft 23/24. Metall-Verlag GmbH, Dezember 1956, S. 1198.
  10. ↑ Nassauischer Verein für Naturkunde (Hrsg.): Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzogthum Nassau. Band 110, 1988, S. 86.
  11. ↑ Tagung der Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute in München. In: Die Umschau. Band 54. H. Bechhold Verlagsbuchhandlung, 1954.
  12. ↑ Chemikerausschuss der Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute: Edelmetall-Analyse: Probierkunde und naßanalytische Verfahren. Springer, Berlin, Heidelberg s.l 1964, ISBN 978-3-662-21838-9.
  13. ↑ Analyse der Metalle: Dritter Band: Probenahme. Gleichzeitig Handbuch für das Eisenhüttenlaboratorium. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 1956, ISBN 978-3-662-01348-9 (dnb.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  14. ↑ Analyse der Metalle. Bd. 2. T. 1: Betriebsanalysen Aluminium-Schwefel. Springer-Verl, Berlin Heidelberg New York 1953 (dnb.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  15. ↑ Analyse der Metalle. Bd. 2. T. 2: Betriebsanalysen Selen-Zirkonium: Physikal.-chem. Verfahren. Springer-Verl, Berlin Heidelberg New York 1953 (dnb.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  16. ↑ Analyse der Metalle. Bd. 1: Schiedsverfahren. Springer-Verl, Berlin Heidelberg New York 1942 (dnb.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  17. ↑ Analyse der Metalle: Erster Band Schiedsverfahren. Zweite Auflage. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 1949, ISBN 978-3-662-01320-5 (dnb.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  18. ↑ Otto Proske: Studien über die Einwirkung von Schlacken und Dämpfen auf die Muffelmassen des Zinkhüttenbetriebes und Untersuchungen über die Aufnahmefähigkeit des Tones an ZnO. Halle a. S 1914 (dnb.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
Personendaten
NAME Proske, Otto
KURZBESCHREIBUNG deutscher Chemiker, Metallurg und Direktor der Degussa
GEBURTSDATUM 11. November 1886
GEBURTSORT Wilhelminenhütte, Oberschlesien
STERBEDATUM 5. Juni 1965
STERBEORT Berlin