Otto Rathke (auch: Rathke-Bernburger; * 13. April 1881 in Danzig-Langfuhr; † 24. Juli 1936 in Berlin) war ein deutscher Musiker und Vortragskünstler.
Nach dem Tod seines Vaters zog Otto Rathke mit der Familie nach Berlin. Dort erlernte er das Trompeten- und Cornetspiel.
1900 spielte er im Musikkorps des 2. Garde-Regiments zu Fuß unter Musikmeister Max Graf. Er studierte Harmonielehre und Komposition an der Hochschule für Musik in Charlottenburg. Als Komponist wurde er vor allem durch seine Militärmärsche bekannt. Er schrieb aber auch Charakterstücke, Lieder und volkstümliche Tänze, die seine Verbundenheit mit der Heimat bekunden.
Nach dem Weltkriege erweiterte er seine musikalischen Wirkungsbereiche. Er besorgte Arrangements für Tanzorchester wie Bernard Etté, Marek Weber, Georges Boulanger und Barnabás von Géczy; auch komponierte und interpretierte er moderne Unterhaltungsmusik, bisweilen unter dem Pseudonym Erik Bloomström.
Rathke spielte für die Bühne, die Schallplatte und den Rundfunk. Für Aufnahmen bei der Schallplattenfirma Vox dirigierte er ein “Blasorchester mit Gesang”.
In der Haller-Revue “Wann und wo ?” blies er 1927 im Orchester der Revue, das unter der Leitung von Hans Schindler stand, die Trompete.
Rathke trat jedoch auch als Humorist in Erscheinung. Als Vortragskünstler hatte er schon kurz nach dem Kriege bei Beka Couplets und humoristische Vorträge aus eigener Feder auf Platte gesungen; mehrere humoristische Orchesterstücke, die er auch noch selber eingespielt hat, zählen zu seinen Werken. Noch Ende der 1920er Jahre besprach er mehrere kleine Derby-Platten mit eigenen Kleinkunst-Texten, die veröffentlicht wurden.
Zusammen mit der Lachkünstlerin Lucie Bernardo war er 1920 am Zustandekommen der weltberühmten “Original Lach-Aufnahme” auf Beka beteiligt. Er war darauf der Kornettist, der sich beim Solo „Aus der Jugendzeit“ immer wieder ‘verblies’. Der Erfolg ließ noch weitere „Lach-Aufnahmen“ folgen.
Von der Soubrette Margarete Wiedeke ließ er sich 1931 eine “Gardinenpredigt” halten.
Mit dem Conférencier und Humoristen Ernst Petermann verfasste er den Huldigungs- u. Festmarsch “Die Gratulanten”.
Zusammen mit Theo A. Körner verfasste er 1927 eine Instrumentations-Tabelle für Grosses-, Salon- und Jazz Orchester, welche mit einem Begleitwort von Alexander von Fielitz bei Anton J. Benjamin in Leipzig erschien. Sie wurde noch 1951 erneut aufgelegt.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten komponierte er 1933 die Musik zu dem bedenklichen Titel Adolf Hitlers Lieblingsblume ist das schlichte Edelweiß, dessen Text auf das Konto von Emil Gustav Adolf Stadthagen geht.
Seine Militärmärsche mit so markigen Titeln wie Aus Stahl und Eisen oder Mit eiserner Faust wurden, obgleich viel früher entstanden, im “Dritten Reich” noch gerne gespielt.
Rathke starb an einem Herzinfarkt am 24. Juli 1936 in Berlin.
Quelle grammophon-platten.de:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rathke, Otto |
| ALTERNATIVNAMEN | Rathke-Bernburger, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musiker und Vortragskünstler |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1881 |
| GEBURTSORT | Danzig-Langfuhr |
| STERBEDATUM | 24. Juli 1936 |
| STERBEORT | Berlin |