Otto Spamer

Otto Spamer

Johann Christian Gottlieb Franz Otto Spamer (* 29. August 1820 in Darmstadt; † 27. November 1886 in Leipzig) war ein deutscher Buchhändler und Verleger (zeitgenössisch Verlagsbuchhändler) für Bücher und Zeitschriften in Leipzig. Als Autor nutzte er teilweise das aus seinen Vornamen abgeleitete Pseudonym Franz Otto.

Leben

Spamer wurde als der Sohn eines hessischen Forstbeamten in Darmstadt geboren. In Darmstadt absolvierte er bei dem Buchhändler Eduard Heil seine Lehrlingszeit. Im Alter von 18 Jahren ging er zunächst nach Aschaffenburg und später nach Leipzig, wo er bei Johann Jacob Weber, dem Verleger der Illustrirten Zeitung oder der Webers Illustrirten Katechismen, Berufserfahrung sammelte. Diese Erfahrungen sollten sich als prägend erweisen, denn viele Reihen aus dem Verlag von Otto Spamer zeichneten sich durch zuweilen auch großformatige Illustrationen aus.

Diese gab Spamer im eigenen Verlag heraus, den er 1847 im Alter von 27 Jahren gründete. 1864 wurde sein Schwiegersohn Max Lange Mitinhaber des Verlages, später auch sein Sohn Hugo Spamer, der zunächst nur die in Berlin begründete Außenstelle des Verlages Otto Spamer leitete, zum 1. August 1881 auch Mitglied der Geschäftsleitung wurde. womit ab 1881 hauptsächlich Max Lange und Hugo Spamer die Geschicke des Verlages leiteten.

Der verlegerische Schwerpunkt des Verlages Otto Spamer lag im Bereich der Familien- und Volksschriften sowie der Kinder- und Jugendliteratur. Unter ersteren sticht die Reihe Illustrirte Jugend- und Hausbibliothek inklusive der Unterreihe Ehrentempel des neunzehnten Jahrhunderts in biographischen Denkmalen berühmter Zeitgenossen hervor. Erfolgreich wurde auch eine weitere Reihe mit dem verbindenden Titelbestandteil Buch der mit Titeln wie z. B. Das Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien, herausgegeben in mindestens 10 Auflagen von Friedrich Georg Wieck, oder Das Buch der Botanik – eine Reihe, die im 19. Jahrhundert in vielen Verlagen so oder ähnlich erschien.

Bei allen genannten Reihen handelte es sich um reichlich illustrierte Ausgaben.

Otto Spamer wurde im Spamerschen Erbbegräbnis in der IX. Abteilung des Neuen Johannisfriedhofs beerdigt.

Größere Werke und Schriftenreihe

Das Buch der Erfindungen

Weitere Titel

Ausstellung

Literatur

Commons: Otto Spamer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Geschäftsanschrift im Jahre 1881 Großbeerenstraße 75 Berlin (siehe Zirkular des Verlages vom 1. August 1881)
  2. ↑ Blume, Patricia F.; Helm, Wiebke: Lesen zwischen Haus und Schule. Die Verlagsbuchhandlung Otto Spamer. In: Blume, Patricia F.; Helm, Wiebke (Hrsg.): Die Bücherfabrik. Geschichte des Leipziger Otto Spamer Verlages. Sax-Verlag, Markkleeberg 2020, ISBN 978-3-86729-258-0, S. 13–78.
  3. ↑ Ralf Julke: Das Schulmuseum zeigt zum 200. Geburtstag von Otto Spamer eine Ausstellung über seinen einst berühmten Sachbuchverlag, abgerufen am 27. September 2021
  4. ↑ Ralf Julke: Die Bücherfabrik: Eine verdiente Würdigung für den fast vergessenen Leipziger Verleger Otto Spamer, abgerufen am 27. September 2021
Personendaten
NAME Spamer, Otto
ALTERNATIVNAMEN Spamer, Johann Christian Gottlieb Franz Otto (vollständiger Name); Otto, Franz (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Buchhändler und Verleger
GEBURTSDATUM 29. August 1820
GEBURTSORT Darmstadt
STERBEDATUM 27. November 1886
STERBEORT Leipzig