| PMN-Mine | |
|---|---|
| Allgemeine Angaben | |
| Bezeichnung: | PMN, ПМН |
| Typ: | Antipersonenmine |
| Herkunftsland: | Sowjetunion, Russland |
| Entwicklung: | 1950-Jahre |
| Indienststellung: | 1950-Jahre |
| Einsatzzeit: | im Dienst |
| Technische Daten | |
| Gefechtsgewicht: | 300–630 g |
| Ladung: | 52–310 g |
| Durchmesser: | 95–122 mm |
| Höhe: | 54–97 mm |
| Zünder: | Druckzünder, Zeitzünder |
| Listen zum Thema | |
PMN-Mine (russisch ПМН: противопехотная мина нажимная, Schützenabwehr-Druckmine) bezeichnet eine Serie von Antipersonenminen aus der Sowjetunion. Sie ist bis heute im Einsatz und eine der weltweit am weitesten verbreitete und verlegte Antipersonenmine.
Die PMN-Mine entstand Mitte der 1950er-Jahre in der Sowjetunion. Danach wurde die Mine weiterentwickelt und es entstanden verschiedene PMN-Modelle. PMN-Minen werden noch heute in verschiedenen staatlichen Rüstungsbetrieben in Russland produziert. Weiter wurde und wird die Mine auch in verschiedenen Staaten im Lizenzbau sowie unlizenziert hergestellt.
Die PMN-Minen sind Antipersonenminen und zählen zu den Druckminen (englisch Blast Mines). Die Minen haben ein flaches, zylinderförmiges Gehäuse aus Kunststoff. Die verschiedenen PNM-Modelle haben einen Durchmesser von 9,5 bis 12 cm, sind 4,2 bis 5,4 cm hoch und wiegen zwischen 300 und 600 g. Die Mine kann schwarz, braun, sandfarben, grün oder braun sein. Das Gehäuse besteht aus zwei Hälften; aus einer festen unteren Hälfte und der oben aufgesetzten Druckplatte (auch Druckverteilplatte). Als Zünder ist ein mechanischer Druckzünder verbaut. Dieser verläuft quer durch den Minenkörper. Der MD-9-Zünder hat eine schraubfedergespannte Zündnadel, die in gesichertem Zustand durch einen stählernen Sicherungsstift gehalten wird. Über dem Zünder ist in einem Kunststofffach der Sprengstoff laboriert. In der Mitte des Minenkörpers befindet sich in einer senkrechten Bohrung ein schraubfedergespannter Schlagbolzen, welcher die Zündnadel in scharfem Zustand zurückhält. Die Minen haben einen zulässigen Temperaturbereich zwischen −40 °C und +50 °C und lassen sich somit in allen Klimazonen einsetzen. Die verlegten Minen haben eine unbegrenzte Lebensdauer, da kein Selbstzerstörungs-Mechanismus (außer PMN-3) verbaut ist. In den Minen sind in der Regel ausreichend Metallteile verbaut, um sie mit Metalldetektoren von Minensuchgeräten zu entdecken.
Die PMN-Minen werden manuell, ab den Minenleger-Anhängern PMR-1, PMR-2, PMZ-4 oder mit Hubschraubern verlegt. Sie können offen im Gelände, unter Schnee oder mit Erdüberdeckung verlegt werden. Dabei kann die Erdüberdeckung bis 5 cm betragen.
PMN-Minen werden scharfgemacht, indem die Schutzkappe entfernt wird und der seitliche Sicherungs-Splint gezogen wird. Jetzt beginnt die Schärfungssequenz und nach 1 Minute bis 59 Stunden ist die Mine scharf. Wird jetzt auf die obere Druckplatte ein Druck von 5 bis 25 kg ausgeübt, wie z. B. beim Drauftreten, wird der Schlagbolzen entspannt, welcher die Zündnadel zurückhält. Diese schlägt auf die Verstärkerladung, welche den Sprengstoff zündet. Für eine Antipersonenmine hat die PMN-1-Mine eine vergleichsweise große Sprengladung. Aufgrund dessen wird dem Opfer in der Regel das gesamte Schienbein abgetrennt. Daneben wird in der Regel auch das andere Bein schwer verletzt. Die heiße Detonationswelle kann schwere Verbrennungen an den unteren Extremitäten verursachen.
Das Ursprungsmodell PMN-1 wird seit den 1950er-Jahren verwendet. Die PMN-1 kann nur manuell verlegt werden. Das Gehäuse besteht aus braunem Bakelit. Die flache, schwarze Druckplatte ist 5 mm dick und reicht über die gesamte Minenoberseite. Die Mine wird mit dem Herausziehen des Splits scharf gestellt. Die Schärfungssequenz geschieht mechanisch und dauert zwischen 2 Minuten (bei +40 Grad Celsius) und 59 Stunden (bei −40 Grad Celsius). Verwendet wird der MD-9-Zünder mit einer vorgespannten Zündnadel. Für die Zündung wird eine Verstärkerladung mit 8 g Tetryl verwendet. Die Auslieferung ab Werk erfolgt in etwa 22 kg schweren Holzkisten mit 25 Minen. Die Zünder mit dem Splint befinden sich separiert in der Kiste und müssen vor dem Verlegen in die Mine eingesetzt werden.
| Modell | PMN-1 |
|---|---|
| Gehäuse | Kunststoff |
| Durchmesser | 112 mm |
| Höhe | 57 mm |
| Gewicht | 580 g |
| Durchmesser Druckplatte | 110 mm |
| Füllung | 240 g TNT |
| Auslösedruck | 8–25 kg |
| Schärfungszeit | 2 Minuten–59 Stunden |
Die PMN-2 entstand in den 1970er-Jahren. Die PNM-2 kann manuell oder mit Minenlegern verlegt werden. Der Minenkörper besteht aus grünem Kunststoff. Auf der Minenoberseite befindet sich eine schwarze, X-förmige Druckplatte. Durch diese Druckplattenform und dem neuen Zünder besitzt die PMN-2 eine gewisse Resistenz gegenüber pyrotechnischen Räummethoden. Nach dem Ziehen des Sicherungs-Splints läuft die pneumatisch Schärfungssequenz ab. Diese dauert temperaturabhängig 7 bis 10 Minuten. Verwendet wird ein Zünder mit einer vorgespannten Zündnadel. Für die Zündung wird eine Verstärkerladung mit 4,5 g Tetryl verwendet. Die Auslieferung ab Werk erfolgt in etwa 25 kg schweren Kartons. Darin sind jeweils 25 Minen mit bereits eingesetztem Zünder.
| Modell | PMN-2 |
|---|---|
| Gehäuse | Kunststoff |
| Durchmesser | 120 mm |
| Höhe | 54 mm |
| Gewicht | 400 g |
| Durchmesser Druckplatte | 97 mm |
| Füllung | 100 g TG-40 |
| Auslösedruck | 15–25 kg |
| Schärfungszeit | 7–10 Minuten |
Die PMN-3 ist seit den späten 1980er-Jahren bereit und gleicht äußerlich dem Vorgängermodell mit einer schwarzen X-förmigen Druckplatte. Die PMN-3 ist aber mit einem Zeitzünder und einem Aufhebeschutz ausgerüstet um Räumversuche zu erschweren. Die PNM-3 kann manuell oder mit Minenlegern oder Hubschraubern verlegt werden. Um die Mine scharf zu machen, muss zuerst die 7RTs53U-Batterie eingesetzt werden. Danach wird der Sicherungs-Splint gezogen und am seitlichen Drehschalter die Zeit für die Selbstzerstörung eingestellt. Diese kann 12 Stunden, 1, 2, 4 oder 8 Tage betragen. Die Mine kann bis zu einem Winkel von 30° gegenüber der Horizontalen verlegt werden. Nach dem Ziehen des Sicherungs-Splints läuft während 7 bis 10 Minuten die elektromechanische Schärfungssequenz ab. Der elektromechanische NX-PCH-A-Zünder ist auf einer Leiterplatte verbaut und zündet ein Verstärkerladung mit 1,1 g Nitropenta (PETN). Wird der Lagewinkel der PMN-3 um mehr als 90° verändert, detoniert sie sofort. Wird die Mine nicht durch äußere Einflüsse ausgelöst, wird sie zur vorselektierten Zeit durch einen Kurzschluss gezündet. Die Auslieferung ab Werk erfolgt in etwa 29 kg schweren Kartons mit jeweils 25 Minen. Die Batterien befinden sich separiert im Karton und müssen vor dem Verlegen in die Mine eingesetzt werden.
| Modell | PMN-3 |
|---|---|
| Gehäuse | Kunststoff |
| Durchmesser | 122 mm |
| Höhe | 54 mm |
| Gewicht | 600 g |
| Durchmesser Druckplatte | 97 mm |
| Füllung | 80 g A-IX-1 |
| Auslösedruck | 5,5–10 kg |
| Schärfungszeit | 7–10 Minuten |
Dieses Modell entstand 1989 und befindet sich seit 1993 im Einsatz. Die PNM-4 kann manuell oder mit Minenlegern auch in sumpfigen Böden verlegt werden. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff. Die flache Minenoberseite besteht aus schwarzem Chloropren-Kautschuk, welche mit einer Rohrschelle seitlich am Minenkörper befestigt ist. Unter der weichen Minenoberseite ist ein sternförmiger Drucksensor auf einer federgespannten Stahlstange verbaut. Durch diesen Aufbau und aufgrund des Zünders besitzt die PMN-4 eine gewisse Resistenz gegenüber pyrotechnischen Räummethoden. Nach dem Ziehen des Sicherungs-Splints und dem Entfernen der Verriegelungshalterung läuft die hydromechanische Schärfungssequenz ab, welche 1 Minute (bei +40 °C) bis 40 Minuten bei (−40 °C) dauert. Verwendet wird der KD-N-10-Zünder mit einer Verstärkerladung mit 3 g Pentolite. Die Auslieferung ab Werk erfolgt in etwa 28 kg schweren Kartons. Darin sind jeweils 40 Minen mit bereits eingesetztem Zünder.
| Modell | PMN-4 |
|---|---|
| Gehäuse | Kunststoff |
| Durchmesser | 95 mm |
| Höhe | 42 mm |
| Gewicht | 300 g |
| Durchmesser Druckplatte | 95 mm |
| Füllung | 52 g TG-40 |
| Auslösedruck | 5–15 kg |
| Schärfungszeit | 1–40 Minuten |
Die MS-3 wird seit 1973 verwendet und gleicht äußerlich der PMN-1. Während die PMN-1 detoniert, wenn Druck auf ihre Druckplatte ausgeübt wird, detoniert die MS-3, wenn die Last von ihrer Druckplatte entfernt wird (die Druckplatte muss in scharfem Zustand ständig belastet sein). Gemäß diesem Funktionsprinzip wird die MS-3 überwiegend als Sprengfalle verwendet. Das Gehäuse besteht aus braunem Bakelit. Die flache, schwarze Druckplatte ist aus Gummi und hat eine mittige Noppe. Die Druckplatte reicht über die gesamte Minenoberseite. Die MS-3 kann nur manuell unter Gegenständen, welche ihre Druckplatte mit mindestens 3 kg belasten, verlegt werden. Eine typische Anwendung ist, die MS-3 unter OSM-Springminen oder Panzerabwehrminen zu platzieren, um eine manuelle Räumung dieser zu verhindern. Die Mine zündet, sobald die schraubfedergespannte Druckplatte entlastet wird und sich 3 bis 5 mm nach oben bewegt. Die Mine wird mit dem Herausziehen des Splits scharf gestellt. Die Schärfungssequenz läuft mechanisch, in einer ab Werk voreingestellten Zeit ab. Diese ist je nach Modell auf 25, 45, 60, 85 oder 100 Minuten eingestellt. Verwendet wird der MD-9-Zünder mit einer vorgespannten Zündnadel und einer Verstärkerladung mit 8 g Tetryl. Die Sprengkraft der MS-3 reicht aus, um auch eine über ihr platzierte Panzerabwehrmine zur Detonation zu bringen. Die Auslieferung ab Werk erfolgt in etwa 22 kg schweren Holzkisten mit 25 Minen. Die Zünder mit dem Splint befinden sich separiert in der Kiste und müssen vor dem Verlegen in die Mine eingesetzt werden.
| Modell | MS-3 |
|---|---|
| Gehäuse | Kunststoff |
| Durchmesser | 110 mm |
| Höhe | 65 mm |
| Gewicht | 630 g |
| Durchmesser Druckplatte | 51 mm |
| Füllung | 310 g TNT |
| Auslösedruck | 5–6 kg |
| Schärfungszeit | 25–100 Minuten |
Die Typ 58 (oder auch Type 58) ist eine unlizenzierte Kopie der PMN-1 aus der Volksrepublik China. Die Mine wird seit den späten 1950er-Jahren produziert. Sie hat einen dunkelbraunen bis schwarzen Minenkörper mit 112 mm Durchmesser und 56 mm Dicke. Die Druckplatte ist aus schwarzem Gummi gefertigt und reicht über die über die gesamte Minenoberseite. Die Mine wiegt 550 g, wovon 240 g auf die TNT-Sprengstofffüllung entfallen. Der Auslösedruck liegt zwischen 8 und 25 kg.
Die Gyata-64 ist ein abgeänderter Lizenzbau der PMN-1 aus Ungarn. Die Mine wird seit 1964 produziert. Sie hat einen braunen Minenkörper mit einer grünen oder schwarzen Druckplatte. Die Gyata 64 hat einen Durchmesser von 106 mm und ist 61 mm dick. Sie wiegt 550 g, wovon 240 g auf die TNT-Sprengstofffüllung entfallen. Der Auslösedruck beträgt 5 kg. Durch den geringen Metallgehalt ist die Mine schwierig mit Metalldetektoren zu entdecken.
Die PM-79 ist ein Lizenzbau der PMN-1 aus Bulgarien. Die Mine wird seit den späten 1970er-Jahren produziert. Sie hat einen dunkelgrünen Minenkörper mit 100 mm Durchmesser und 50 mm Dicke. Die Druckplatte ist aus schwarzem Gummi gefertigt und reicht über die über die gesamte Minenoberseite. Die Mine ist 255 g schwer und hat eine 78,3 g schwere Sprengstofffüllung aus A-IX-1. Der Auslösedruck liegt zwischen 5 bis 25 kg.
Die Sprengmine PMN ist ein Lizenzbau der PMN-1 aus der Deutsche Demokratische Republik. Verwendet wurde der angestammte MD-9-Zünder oder auch der Zünder MD-14. Die Minen wurden zu zehntausenden an der Innerdeutschen Grenze sowie an der Berliner Mauer verlegt.
Die MM 2(oder auch MM2 oder MM-2) ist eine unlizenzierte Kopie der PMN-1 aus der Myanmar. Sie hat einen dunkelgrünen Minenkörper aus Bakelit mit einer hellgrünen Druckplatte aus Gummi. Die Mine wiegt zwischen 420 und 440 g und ist mit rund 100 g TNT oder TG-40 befüllt. Der Auslösedruck beträgt 5 bis 6 kg.
Afghanistan, Angola, Aserbaidschan, Ägypten, Äthiopien, Burma, Deutsche Demokratische Republik, Eritrea, Georgien, Honduras, Irak, Jemen, Kambodscha, Laos, Libanon, Libyen, Mali, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nicaragua, Nordkorea, Republik Kongo, Ruanda, Somalia, Sudan, Tadschikistan, Thailand, Tschetschenien, Ukraine und Vietnam.