
Padahi (javanisch), auch badahi und padaha (von Sanskrit पटह paṭaha, „Trommel“), ist das seit Anfang des 9. Jahrhunderts überlieferte älteste und häufigste Wort in altjavanischen Texten mit der Bedeutung „Trommel“. An Tempelreliefs auf der indonesischen Insel Java sind ab dieser Zeit Trommeln in großer Zahl abgebildet, deren unterschiedliche Formen dem seit der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends starken indischen Kultureinfluss zu verdanken sind. Die altindische pataha, Vorbild für die indonesischen zweifelligen Trommeln, galt den klassischen Sanskritepen zufolge um die Zeitenwende als eine musikalisch weniger geeignete laute Kriegstrommel, während sie im 13. Jahrhundert zu einem anerkannten Musikinstrument geworden war.
Die heutigen indonesischen Röhrentrommeln, die in der indischen Tradition stehen, sind vor allem die im Westen des Malaiischen Archipels verbreiteten zweifelligen Fasstrommeln von Typus der mit unterschiedlichen Korpusformen verbreiteten kendang (indonesisch, auch gendang). Die altjavanische padahi entsprach wahrscheinlich der heutigen kendang mit einem doppelkonusförmigen Korpus. Auch der Name kendang kommt neben padahi in altjavanischen Texten vor. Von der kendang und der größeren bedug unterscheiden sich die aus älterer Zeit stammenden, malaiischen einfelligen Röhrentrommeln entsprechend der tifa in der ostindonesischen Inselregion Molukken.
Das Wort padahi ist bis zum 14. Jahrhundert literarisch belegt. Welcher Trommeltyp in den indischen und javanischen Quellen mit den zahlreichen weiteren Instrumentennamen bezeichnet wurde, ist aufgrund einer im damaligen Indien und in Indonesien fehlenden sprachlichen Systematik in etlichen Fällen nicht zu bestimmen.
Der Zeitraum Altindien beginnt in sprachlicher Hinsicht mit dem Aufkommen der vedischen Sprache (auch vedisches Sanskrit), in der das Rigveda, der wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. entstandene älteste Teil der Veden verfasst wurde. Daraus ging das klassische Sanskrit hervor, dessen Grammatik um das 4. Jahrhundert v. Chr. Panini festlegte und das zur führenden Sprache des damaligen hinduistischen Schrifttums wurde. Auf Sanskrit wurden zwischen den letzten Jahrhunderten vor und den ersten Jahrhunderten nach der Zeitenwende die beiden großen indischen Epen Mahabharata und Ramayana verfasst, die mit der Sprache nach Südostasien gelangten und dort vor allem in Thailand und Indonesien bis heute zur überlieferten klassischen Dichtung gehören. Die südindische Sangam-Literatur wurde hingegen in der ältesten Sprachstufe des Tamil verfasst. Das Ende Altindiens ist nicht generell festgelegt. Häufig wird der Untergang des kulturgeschichtlich als „goldenes Zeitalter“ beschriebenen Gupta-Reichs im 6. Jahrhundert n. Chr. damit verbunden.


In der alten Sanskrit- und Tamilliteratur finden sich Hunderte von Trommelnamen, und bei etlichen dieser Namen ist die Zuordnung zu den zahlreichen Trommeltypen spekulativ oder noch nicht gelungen. Einige Namen beziehen sich nicht auf die Form, sondern auf die Funktion einer Trommel oder auf eine allgemeine Eigenschaft eines Musikinstruments, so etwa tyagu-murasu („Trommel der Freigebigkeit“). Da die meisten Trommeln in Ritualen verwendet wurden und eine magische Bedeutung besaßen, erhielten sie Opfergaben. Beim Trommelnamen ist dann nicht klar, ob die Trommel als mit der Gottheit identisch angesehen wurde oder ob die Gottheit durch die lauten Schläge der Trommel sprach, um Unheil abzuwenden.
„Alle Versuche, bestimmte Trommeln mit den einzelnen Namen in Gleichung zu setzen, müssen an dem wilden Durcheinander der indischen Trommel-Nomenklatur scheitern.“ Dieser Satz von Curt Sachs (1923) lässt sich auch auf die Sanskritbezeichnungen anwenden, bezieht sich aber auf eine weitere Schwierigkeit, bei der es um die zeitliche Einordnung geht: Ab dem 8. Jahrhundert gelangten beispielsweise arabisch-persische Kesseltrommeln nach Nordindien, deren arabischer Name naqqāra mit der Etablierung des Sultanats von Delhi 1206 abgewandelt in mehrere indische Sprachen überging. Das weit verbreitete Wortumfeld nagara (dazu etwa nagra) bezeichnet heute auch andere Trommeln der indischen Volkstraditionen, während der eingeführte Kesseltrommeltyp neue Namen (etwa dhamsa) erhielt.
Dundubhi ist der älteste überlieferte Name für eine Trommel in Indien, der vom Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. bis ungefähr ins 13. Jahrhundert n. Chr. in Sanskritquellen wie dem Rigveda, den Epen Mahabharata und Ramayana, den buddhistischen Jatakas und der um die Zeitenwende entstandenen Musiktheorie Natyashastra vorkommt. Mutmaßlich handelte es sich um eine Kriegstrommel, denn ihr lautmalerischer Name steht im Zusammenhang mit dem vedischen Donner- und Kriegsgott Indra. Ritualtexte aus dem 1. Jahrtausend v. Chr. erwähnen eine bhumidundubhi (wörtlich Erdtrommel), also die früheste Form eines Membranophons. Die Form der dundubhi ist unklar. Der Yajurveda (entstanden um 1200–800 v. Chr.) legt nahe, dass ihr Korpus aus Holz bestand. In der von Sarngadeva Anfang des 13. Jahrhunderts verfassten Musiktheorie Sangitaratnakara ist vom Holz des Mangobaums die Rede. Da sich aus einem Holzstamm am einfachsten eine Röhrentrommel herstellen lässt, folgert P. Sambamurthy (1952), dass die dundubhi, auch wegen ihres mehrfach als laut und schreckenerregend beschriebenen Klangs, eine große konische Röhrentrommel gewesen sein müsste. Walter Kaufmann (1981) vermutet eine zweifellige Zylindertrommel, wie sie auf einem Relief am Stupa von Sanchi (1. Jahrhundert v. Chr.) abgebildet ist. Damit wäre dundubhi das älteste Sanskritwort für eine Röhrentrommel und die gelegentlich, etwa von B. C. Deva (1977), angenommene Gleichsetzung der altindischen dundubhi mit der mittelalterlichen persischen naqqāra als Kesseltrommel ist damit infrage gestellt.
Ein im 1. Jahrtausend v. Chr. häufiger Trommelname, der zwar nicht im Rigveda, aber in den wesentlichen nachfolgenden Quellen vorkommt, ist mrdanga (zusammengesetzt aus मृदा mṛdā, „Ton“ oder „Erde“, und अङ्गं aṅgaṃ, „Körper“). Die Formen der zweifelligen, damals offenbar aus Ton gefertigten Röhrentrommeln werden im Natyashastra beschrieben. Der Name mridangam steht heute für die in der südindischen klassischen Musik gespielte Doppelkonustrommel, das Wortumfeld bezeichnet weitere Trommeln in regionalen Volksmusiken.
Im Natyashastra ist die für Indien bis heute geltende Klassifikation der Musikinstrumente in vier Hauptgruppen enthalten. Die Membranophone (Sanskrit avanaddha vadya) werden in drei Gruppen weiter unterteilt. Neben den verschiedenen Tontrommeln (mrdanga) der ersten Gruppe sind dies in der zweiten Gruppe (pushkara)Trommeln aus Holz: die aufrecht stehende muraja, die fassförmige dardara und die sanduhrförmige panava. Die dritte Gruppe (pratyanga) beinhaltet zweitklassige Trommeln, die nicht wie die ersten beiden auf eine definierte Tonhöhe gestimmt werden konnten und deshalb nur bei bestimmten Anlässen eingesetzt wurden: bheri, bhambha, dundubhi, dindima und pataha.
Auf die Trommeln der dritten Gruppe geht das Natyashastra nicht weiter ein, wohl weil sie für ein gepflegtes Musizieren in einem Orchester nicht geeignet erschienen. Abgesehen von den fehlenden festen Tonhöhen gab es für diese Trommeln auch keine festgelegten Schlagfolgen und keine eigene Silbensprache (bol), stattdessen produzierten sie ein furchterregend lautes Dröhnen. Die magische Kraft von Trommelschlägen wurde vor allem der dundubhi zugeschrieben. Das Mahabharata schildert ausführlich die Kriege der himmlischen Armeen, die mit Infanterie, Kavallerie, Elefanten, Streitwagen und Militärmusik in die Schlacht zogen. Die Musiker bliesen Schneckenhörner, schlugen Becken sowie pataha und bheri. Im Mahabharata werden außerdem die Trommeln mrdanga, die Sanduhrtrommel panava (mit veränderlicher Schnurspannung), die adambara (eine laute Trommel) sowie drei Trommeln, über die an der Stelle nichts weiter mitgeteilt wird: madduka, dindima und kalasi.

Außer als Kriegstrommel im Mahabharata und der Assoziation mit Donner wie bei der dundubhi wird die pataha in klassischen Sanskrittexten als eine Trommel für öffentliche Ankündigungen und für den Tempeldienst angeführt. Laut dem Natyashastra wurde die pataha auch für Klangeffekte im Theater gebraucht. Im buddhistischen Vitashokavadana, einer auf Sanskrit verfassten biografischen Erzählung (Sanskrit avadana) über den Maurya-Prinzen Vitashoka (3. Jahrhundert v. Chr.), werden junge Frauen erwähnt, die vor dem Prinzen tanzten, unter anderem begleitet von pataha. Dem Sangitaratnakara von Sarngadeva zufolge hatte sich die Wertschätzung der pataha als Musikinstrument bis zum 13. Jahrhundert verändert. Sie erscheint nun zwar immer noch als laut, aber als die bevorzugte Trommel, deren Spielweise und Repertoire in diesem Werk am ausführlichsten beschrieben wird.
Sarngadeva unterscheidet zwei Varianten: eine größere marga pataha (marga, „Straße“, „Hauptstraße“) und eine kleinere desi pataha (desi, „regional“, „ländlich“). Die erstgenannte Trommel wurde für musikalische Rezitationen (गोष्ठी, goṣṭhī) und im (religiösen) Theater, also in einem städtischen Umfeld verwendet (Städte sind durch Hauptstraßen verbunden). Die desi pataha wurde – wie es heißt „im Volk“ – auch addavaja („halbe avaja“) genannt. Zur Tanzbegleitung gab es laut Sarngadeva drei unterschiedlich große Orchesterformationen. Das größte Orchester bestand aus 74 Musikern, von denen 32 die Trommel mardala (von Sanskrit mṛdā, „Ton, Erde“), zwei die Trommel avaja und zwei die addavaja schlugen.
Die marga pataha war demnach eine rund 120 Zentimeter lange Fasstrommel, deren rechte Membran (kavala) mit rund 23 Zentimetern Durchmesser etwas größer (tiefer klingend) als die linke Membran mit 21 Zentimetern Durchmesser war. Etwa 8 Zentimeter vom linken Rand führte ein ungefähr 6 Zentimeter breites Metallband (patrika) stramm um den Korpus herum. Die möglicherweise aus Kalbs- oder Ziegenhaut bestehende Membran an der rechten Seite wurde an einem Eisenring befestigt, für die linke Membran aus einer dünneren Tierhaut wurde ein Ring aus Pflanzenmaterial verwendet. An der linken Seite waren sieben Metallgefäße (wohl laut klingende Schellen) befestigt, die beim Spielen gegen das Metallband schlugen. Die beiden Membranringe waren vermutlich durch eine V-förmige Verschnürung gegeneinander verspannt. Wie bei heutigen Trommeln üblich, wurden mutmaßlich jeweils zwei Schnüre durch einen kleinen Eisenring geführt, der zum Stimmen verschoben werden konnte. Auf Reliefs ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. wird dieser Typus einer großen langen Fasstrommel mit beiden Händen geschlagen, ab dem 5. Jahrhundert zeigen Abbildungen das Spiel mit einem Stock und einer Hand.
Für die kleinere desi pataha gibt Sarngadeva eine Länge von umgerechnet rund 72 Zentimetern an, bei einem Membrandurchmesser von etwa 14 Zentimetern rechts und 13 Zentimetern links. Als ein charakteristisches Merkmal einiger heutiger indischer Trommeln bestand bereits damals die linke Membran aus zwei übereinander gelegten Tierhäuten, von denen die obere in der Mitte kreisförmig ausgeschnitten war. Der Musiker führte zwei unterschiedlich benannte Schläge aus: auf das untere Fell in der Mitte und auf das obere Fell am Rand. Bei keiner der beiden pataha waren die Membranen mit Stimmpaste bestrichen, was laut demselben Text bei der Trommel mardala der Fall war. Die kleinere Trommel erscheint auf Reliefs in der späten Gupta-Zeit ab dem 5./6. Jahrhundert. Der Trommelname pataha war in Indien bis zum 12. Jahrhundert geläufig und verschwand mit der Etablierung des muslimischen Sultanats von Delhi, als für denselben Trommeltyp persische Namen eingeführt wurden.
In Nordindien lässt sich die heutige zweifellige Fasstrommel dholak, die mit ihrem persischen Namen während des Mogulreichs (1526–1858) in der höfischen Musik Bedeutung erlangte, auf die pataha zurückführen. Dholak bedeutet „kleine dhol“. Die Spielweise wie bei der pataha mit einem Stock auf die rechte, tiefer klingende Membran und mit einer Hand auf die linke, höher klingende Membran ist auch für die größere dhol, die dholki und weitere namensverwandte Trommeln in der nordindischen Volksmusik üblich. Die pataha dürfte wegen des lauten Klangs ferner der südindischen Fasstrommel tavil geähnelt haben, denn diese wird ebenso mit einem Stock und mit einer Hand geschlagen.
Von Sanskrit pataha ist burmesisch pat für „Trommel“ abgeleitet. Pat waing (ပတ်ဝိုင်း, „Trommel-Kreis“) ist ein Set von im Kreis um den Musiker aufgestellten Trommeln und pattala (ပတ္တလား, mit tala, „Sarg“) ist ein burmesisches Xylophon, dessen Klangstäbe auf einem sargähnlichen Resonanzkasten ruhen. Im Thailändischen bezeichnet pat darüber hinaus alle Perkussionsinstrumente und lässt sich damit ebenfalls auf pataha oder auf Sanskrit vadya („Musikinstrument“) zurückführen.

Anfang des 1. Jahrtausends verbreitete sich mit der Gründung des Reiches Funan, dessen Kerngebiet im südlichen Vietnam lag, der indische Kultureinfluss in Südostasien. Vom 6. bis zum Anfang des 8. Jahrhunderts bestand das Reich Chenla, das sich über das Gebiet des heutigen Kambodscha erstreckte und aus dem nachfolgend das Khmer-Reich von Angkor wurde. In Khmer-Inschriften aus dem 7. bis 11. Jahrhundert finden sich 14 Sanskrit-Bezeichnungen von Musikinstrumenten, darunter für Trommeln hudu(k)ka (vgl. idakka und hurka) und dundubhi. Die einzige Bezeichnung in Altkhmer aus dieser Zeit für eine Trommel ist sgar, in heutigem Khmer skor. Die große Fasstrommel skor thom mit aufgenagelten Membranen hat jedoch chinesische Vorbilder, sie entspricht der thailändischen klong that. Eine typisch indische Doppelkonustrommel (wie mridangam und madhalam) ist nur an einer Stelle am Angkor Wat (Mitte 12. Jahrhundert) abgebildet und heißt heute sampho. Zweifellige Zylindertrommeln indischen Ursprungs sind auf Reliefs in Angkor mehrfach abgebildet und waren damals wohl Kriegstrommeln.
In der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends begann auch die Indisierung der südostasiatischen Inseln. Das erste große indische Reich auf Sumatra war vom 7. bis zum 13. Jahrhundert Srivijaya, dessen Kultur vom Buddhismus geprägt war und dessen Einflussbereich sich zeitweilig bis nach Westjava erstreckte. Ende des 8. bis Anfang des 9. Jahrhunderts wurde auf Java das buddhistische Heiligtum Borobudur erbaut. Prambanan, die neben dem Borobudur zweite große Tempelanlage auf Java mit Reliefs, auf denen Musikinstrumente mit ihrer alltäglichen Verwendung abgebildet sind, wurde im 9. Jahrhundert während des hinduistischen Königreichs Mataram erbaut, das bis zum 10. Jahrhundert in Zentraljava herrschte.
Von Sumatra nach Osten bis Sumbawa und Sulawesi sind mit dem Wortumfeld kendang bezeichnete zweifellige Röhrentrommeln mit einer an verschiebbaren Stimmschlingen stimmbaren Schnurverspannung zwischen den Membranen vorherrschend. Als deren indischer Ursprung wird namentlich die pataha hervorgehoben. Der malaiische einfellige Trommeltyp tifa mit einem schlanken Korpus und Keilringspannung löst weiter östlich in den Molukken die Doppelfelltrommeln ab, kommt aber auch im Innern von Borneo und im Westen auf Nias und den Mentawai-Inseln sowie als reog in Ostjava vor.

Die zahlreich am Borobudur, Prambanan und anderen zentraljavanischen Tempeln abgebildeten Röhrentrommeln lassen alle die indische Methode der Membranverspannung erkennen, allerdings noch ohne die bei V-förmigen Verschnürungen üblichen Verstellringe. Die malaiische Technik der Keilringspannung mit Rattanringen an einfelligen Trommeln wie der tifa ist auf den Tempelreliefs nicht abgebildet, abgesehen von der wahrscheinlichen Ausnahme eines Reliefs am ostjavanischen Candi Penataran aus dem 14. Jahrhundert. Als dritte Methode kommt heute auf Java auch die chinesische Membranbefestigung mit einer umlaufenden Nagelreihe wie bei der kambodschanischen skor thom und einigen thailändischen Trommeln klong vor. Die meisten abgebildeten Röhrentrommeln sind symmetrisch fassförmig (hauptsächlich am Prambanan) oder asymmetrisch fassförmig (hauptsächlich am Borobudur). Am ostjavanischen Candi Tegowangi (um 1400, nahe Kediri) ist eine Zylindertrommel mit einer indischen Membranverspannung dargestellt.
Hinzu kommen wenige sanduhrförmige Trommeln. Ob frühe, mr(e)dangga oder mardala genannte Trommeln dem Namen nach aus Ton gebrannt wurden, ist nicht bekannt. Am Shiva-Tempel im Prambanan sind zwei annähernd kugelrunde Trommeln abgebildet, die dem Anschein nach aus Ton hergestellt wurden. Bei den aus dem Sanskrit übernommenen Instrumentennamen ist manchmal auch dann der Typus unklar, wenn die ursprüngliche Bedeutung ungefähr bekannt ist. So bezeichnete bheri in Indien von den großen Epen bis ins Mittelalter wahrscheinlich eine zweifellige Trommel, nach früherer Ansicht eine Kesseltrommel, während heute auf Java ein kleiner Gong bèri heißt (entsprechend bendé auf Bali). Aus altjavanischen Texten kann bheri als Trommel oder Gong übersetzt werden.
Padahi ist der älteste und am häufigsten genannte Name einer Trommel in altjavanischen Texten. Er wird zusammen mit dem Trommelnamen muraba (murawa, von Sanskrit muraja) erstmals zur Zeit des zentraljavanischen Königreichs Mataram in der Steininschrift des Jahres 821 aus dem Dorf Kuburan Candi in der Nähe des Borobudur und in einer weiteren Inschrift von 850 ebenfalls zusammen mit muraba erwähnt. Die nach dem Saka-Kalender umgerechnet auf den 17. Juli 905 datierte Poh-Inschrift ist eine Kupferplatte, die in der Nähe von Magelang gefunden wurde. Sie enthält bedeutende Hinweise zu Musikinstrumenten in Gamelans und zu anderen darstellenden Künsten. Unter den Musikinstrumenten werden padahi (als große Trommel, die den Rhythmus vorgibt), regang (wahrscheinlich ein gezupftes Saiteninstrument für die Melodie) und tuwung (wahrscheinlich ein Blasinstrument für religiöse Rituale) genannt. Über ein Dutzend weiterer Inschriften bis Ende des 12. Jahrhunderts erwähnen padahi.
Altjavanisch padahi ist von Sanskrit paṭaha abgeleitet, möglicherweise über das Zwischenglied paḍaha („große Trommel“) der mittelindischen Sprache Ardhamagadhi und anderer Prakrit-Sprachen. Mit padahi (auch badahi) ist padaha sprachverwandt und entweder gleichbedeutend oder padaha stand nicht für eine bestimmte Trommel, sondern wie panawa für „Trommel“ allgemein. Altjavanisch panawa entspricht Sanskrit panava, das im Natyashastra und in der Sanskrit-Wortschatzsammlung Amarakosha aus dem 7. Jahrhundert enthalten ist. Als etymologisch von Sanskrit pataha abgeleitet bezeichnete padahi nach indischen Vorbildern eine Fasstrommel oder wahrscheinlicher eine Doppelkonustrommel. Da die Namen padahi und mr(e)dangga im selben Zusammenhang im Tantri Kamandaka genannt werden, waren dies offenbar zwei unterschiedliche Fasstrommeln. Das Tantri Kamandaka ist die in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts verfasste älteste javanische Version der indischen Tierfabeln Panchatantra.
Von Sanskrit muraja abgeleitet ist Altjavanisch murawa (oder muraba), das mehrfach im Kakawin Ramayana (oder Ramayana Kakawin, RK), der altjavanischen Fassung des Ramayana, vorkommt. Ein in der Universitätsbibliothek Leiden aufbewahrter Ramayana-Kodex, der eine Interlinearübersetzung Javanisch-Balinesisch enthält, übersetzt murawa an mehreren Stellen unterschiedlich als kendang (Fasstrommel), reyong (balinesische Buckelgongreihe), tarompong (trompong, ein weiteres balinesisches Gongspiel) oder als kencèk (unklar, eventuell Becken ceng-ceng ricik, auch kechèr). Offenbar wusste der Verfasser nur, dass es sich um ein Schlaginstrument handeln müsste. Ein anderer Übersetzungsversuch von murawa war kentongan (eine alte javanische Schlitztrommel, die als Signalinstrument diente). Jaap Kunst (1968) legt sich auf murawa entsprechend kendang mit der Bedeutung „Trommel“ fest, genauer, eine im Krieg verwendbare Trommel. Das bereits in altjavanischen Texten vorkommende kendang (heute regional auch gendang, gondrang oder ganrang) bezeichnet allgemein zweifellige Fasstrommeln, konnte sich in einer altjavanischen Fassung des Virataparva auch auf eine sich von der padahi unterscheidende Trommel beziehen, da beide Namen in diesem vierten Kapitel (parva) des Epos Mahabharata zusammen vorkommen. Beide Trommeln produzierten ein Geräusch wie der Ozean beim Weltuntergang. Das vermutlich Anfang des 11. Jahrhunderts verfasste sechste Kapitel Bhishmaparva, das vom Feldherren Bhishma in der Schlacht zu Kurukshetra erzählt, enthält die Trommelnamen bheri, kendang, mr(e)dangga, padahi und pataha. Der Name kendang erscheint außerdem zu dieser frühen Zeit im Kakawin Ramayana.
Die padahi als militärisches Signalinstrument, das donnergleiche Schläge produziert, wird an mehreren Stellen im Kakawin Ramayana vorgestellt, an denen es um einen als tanda bezeichneten Mann geht, der von Trommeln begleitete Tänze im Zusammenhang mit einem kriegerischen Zeremoniell aufzuführen scheint. Der Begriff tanda wird unterschiedlich als ein hochrangiger Militäroffizier oder als niedriger Soldat interpretiert. Mit allgemeinen Theateraufführungen und Musikdarbietungen hatte der tanda nichts zu tun, seine Aufgabe war aber beispielsweise, für die festliche Begrüßung mit vielen Trommeln (padahi) für Rama und Sita bei ihrer Rückkehr nach Ayodhya zu sorgen. Im Kakawin Sumanasantaka, einem von Mpu Monaguna 1204 in Ostjava verfassten epischen Gedicht, zieht die Prozession des Königs von Magadha mit den dröhnenden, in den Ohren donnernden Trommelschlägen mehrerer padahi an zuschauenden Frauen vorbei.
In der altjavanischen Literatur stehen bisweilen auch murawa, mr(e)dangga und padahi nebeneinander; die Wörter bezeichneten also unter der Annahme, dass sie nicht allein wegen des passenden Versmaßes ausgewählt wurden, unterschiedliche Trommeln. Hendra Santosa (2022) hält das Relief am Candi Penataran aus dem 14. Jahrhundert, das laut Jaap Kunst einer einfelligen, in Westjava heute dogdog genannten malaiischen Zylindertrommel entspricht, für eine murawa und nennt die Abbildung „eine einfellige kendang“. Die einfellige, der heutigen dogdog entsprechende murawa und die zweifellige, der heutigen kendang entsprechende padahi waren somit unterschiedliche Trommeln, was bereits aus der Beidnennung der Namen in der Inschrift von 821 hervorgeht. Die murawa besaß einen zylindrischen oder konischen Korpus und die padahi war eine asymmetrische Doppelkonustrommel. Diese Korpusform der kendang ist heute in Zentraljava üblich, während die balinesische kendang einen an der Außenseite annähernd zylindrischen und im Innern sanduhrförmig ausgehöhlten Korpus besitzt.
Der kendang kommt in der klassischen Orchesterformation Gamelan auf Java und Bali die rhythmische Führungsrolle zu. Wegen eines interpretierbaren Satzes im Kakawin Ramayana kommentierte ein Übersetzer ins Indonesische, das Wort padahi in altjavanischen Texten könne auch das gesamte Gamelan oder eine andere Gruppe von Musikinstrumenten bezeichnet haben.
Das Wort padahi ist in altjavanischen Texten bis ins 14. Jahrhundert enthalten. Es findet sich mehrfach in der von Prapañca 1365 verfassten Geschichtschronik Nagara-Kertagama des in Ostjava von 1293 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts bestehenden Majapahit-Reichs. In einer Anmerkung erwähnt der Übersetzer Theodore Pigeaud (1960) die häufige Schreibweise padaha für eine konische Trommel im Nagara-Kertagama, die der niederländische Indologe Johan Hendrik Caspar Kern bei seiner Übersetzung 1919 als padahi wiedergab. Andere Instrumentennamen sind mr(e)dangga (Fasstrommel), shankha (indisches Schneckenhorn) und tarayan (Langtrompete, vgl. tiruchinnam).

Die Sukawana-Inschrift AI aus dem Jahr 882 ist die älteste Königsinschrift in altbalinesischer Sprache. Sie wurde im Distrikt Kintamani in Nordbali gefunden und belegt die Verbindungen zwischen Bali und Zentraljava im 9. Jahrhundert auf der gemeinsamen Basis des sich in beiden Regionen ausbreitenden Buddhismus. Die Inschrift enthält einige Wörter aus dem Bereich Musik, darunter parapadaha.
Bereits zur Bauzeit des Borobudur Anfang des 9. Jahrhunderts gab es also kulturelle Verbindungen zwischen Java und Bali. Die in der balinesischen Musik gespielte asymmetrische, annähernd zylindrische kendang ähnelt Trommeln auf Reliefs am Borobudur. Mehrere Reliefs zeigen sie paarweise gespielt, wie im heutigen Gamelan üblich. Das in altjavanischen Inschriften aus dem 11. Jahrhundert erstmals enthaltene Wort banjuran bezeichnete ein Prozessionsgamelan (gamelan banjuran), das als Vorläufer des heutigen balinesischen gamelan balaganjur angesehen wird.
Das Majapahit-Reich war die letzte hinduistische Dynastie auf Java, deren aristokratische Klasse vor der Islamisierung nach Bali floh und ihre höfische Kultur auf die Nachbarinsel mitbrachte. Der einzige literarische Text der Majapahit-Zeit, in welchem neben padaha auch banjuran (als ganjuran) erwähnt wird, ist das Nagara-Kertagama. Deswegen und weil das Instrumentarium dieses Gamelans am Borobudur und anderen javanischen Tempeln zu erkennen ist, schließen Hendra Santosa et al. (2022) auf ein besonders hohes Alter des balinesischen gamelan banjuran und der padaha auf Bali.
Im 17. Jahrhundert bildete die Dynastie von Buleleng (auf dem Gebiet des nordbalinesischen Regierungsbezirks Buleleng) ein einflussreiches Königreich. Die ab der Mitte des 17. Jahrhunderts verfasste Dynastiechronik Babad Buleleng enthält die älteste Beschreibung eines Gamelans, das als Vorläufer des großen klassischen, aber heute antiquierten gamelan gong gede gilt. Zu den erwähnten Instrumentennamen gehören tarompong (Buckelgongreihe terompong), petuk-kajar (Kesselgong), kala (Becken), gubar (laute Trommel) und zwei padahi. Das Wort wird als Gong übersetzt. Die Gongs hießen Bentar Kadaton. Wurden sie geschlagen, schien es, als breche mit ihrem Dröhnen das ganze Königreich auseinander, so die historische Beschreibung.