
Tifa, seltener und regional tipa, auch tifal, tihal, titir, ist eine Gruppe von einfelligen, am unteren Ende offenen Röhrentrommeln mit einem schlanken hölzernen Korpus in Indonesien, die mit diesem Namen als zwei unterschiedliche Typen verbreitet sind:
Dieser Artikel behandelt die Trommeln der Molukken. Deren Membran aus Ziegen- oder Rehhaut wird an einem Korpus aus festem Holz mittels Keilringspannung an einem Rattanring fixiert. Der Name tifa für Trommeln in den Molukken ist in einer portugiesischen Quelle um 1544 belegt. Tifa sind die in den Molukken am weitesten verbreiteten Musikinstrumente, die für die meisten traditionellen Stile der unterhaltenden und zeremoniellen Musik eingesetzt werden. Überwiegend werden sie nur von Männern gespielt und je nach ihrer Form mit einer Hand, einem Stock oder mit zwei Stöcken geschlagen.

Alle tifa gehören zu den einfelligen Röhrentrommeln, deren meist schlanker Korpus aus einem Holzstamm geschnitzt wurde. Trotz ihrer unterschiedlichen Korpusformen und einer anderen Befestigung der Membran verbindet die die schlanken Trommeln der Molukken und alle Trommeln Neuguineas das Merkmal, dass sie auf einer Seite des Körpers gehalten und mit den Händen geschlagen werden. Mit ihren sonstigen Eigenschaften bilden tifa/kundu eine typologische Gruppe, die sich zum einem im Westen von den auf den übrigen malaiischen Inseln in waagrechter Position geschlagenen zweifelligen Fasstrommeln kendang abgrenzt, die über die altjavanische padahi auf indischen Kultureinfluss zurückgehen. Zum anderen unterscheiden sich die tifa im Ostenn von den in Polynesien stets senkrecht auf dem Boden stehenden einfelligen Kesseltrommeln pahu. Das Verbreitungsgebiet der sanduhrförmigen einfelligen Trommeln erstreckt sich von Neuguinea über ganz Melanesien bis zu den östlichen Inseln von Mikronesien.
Archaische Formen von Röhrentrommeln bestehen aus ausgehöhlten Baumstämmen, die an einem Ende mit einer Membran bespannt sind. Dieser Trommeltyp war Curt Sachs zufolge ab einer frühen Zeit in West- und Ostafrika, im Malaiischen Archipel, Melanesien, Polynesien und auf dem amerikanischen Doppelkontinent verbreitet. Sachs erwähnt als Beispiel etwa drei Meter lange heilige Ritualtrommeln auf der indonesischen Insel Nias. Über zwei Meter lange, leicht konische Trommeln sind auch von der Insel Borneo bekannt, etwa vom Innern der Provinz Ostkalimantan die tewung der Modang (Untergruppe der Kayan), jatung der Kenyah und die tuvung der Kayan. Bei Notsituationen, Todesfällen und anderen außergewöhnlichen Ereignissen dienten die Langtrommeln als Signalinstrumente für die Dorfbewohner. Derart lange Trommeln haben zwar die Form des aufrecht stehenden Baums bewahrt, müssen aber, um gespielt werden zu können, auf dem Boden liegen oder in eine Schräglage gebracht werden. Richtung unteres Ende ist der Schaft verjüngt und dieses Ende ist manchmal zu einen breiten Fuß ausgebildet.

Eine solche archaische Langtrommel aus einem drei Meter langen Palmenstamm namens tifa gila („lange Trommel“) gehörte zu den höfischen Musikinstrumenten des Sultans Babullah, der von 1570 bis 1583 das muslimische Sultanat von Tidore in den Nordmolukken regierte. Der Membrandurchmesser dieser flach am Boden liegenden Trommel betrug 40 Zentimeter. Durch ein am oberen Ende untergelegtes Brett wurde die mit zwei Stöcken geschlagene Membran etwas angehoben. Babullah soll einer Überlieferung zufolge den langsamen, aber sehr anstrengenden Kriegstanz hasa nach einer gegen die Portugiesen gewonnenen Schlacht eingeführt haben. Der Kriegstanz durfte nur von den beiden engsten militärischen Führern, dem Leiter der Seestreitkräfte (kapitan lao) und dem Leiter der Landstreitkräfte (kapitan kiye), vor dem Sultan aufgeführt werden, während die Soldaten am Rand der Empfangshalle (pendopo) zuschauten. Als einzige Begleitung fungierte die tifa gila, die einen langsamen konstante Rhythmus produzierte.
Als entwicklungsgeschichtlicher Fortschritt solcher ortsfester großer Trommeln gelten kleinere Trommeln, die senkrecht auf dem Boden stehend geschlagen werden. Bei einem unebenen sandigen Untergrund bot es sich an, am unteren Ende drei oder vier Füße auszuschneiden, um die Trommel in den Boden einzudrücken. Dieser Trommeltyp ist etwa auf den Neuen Hebriden und in Afrika weit verbreitet. Anstelle der Füße besitzen die in Polynesien senkrecht aufgestellten Kesseltrommeln pahu einen ornamental durchbrochenen unteren Bereich mit einem festen Rand als Aufstellfläche.
Von diesen Typen unterscheiden sich die tragbaren Trommeln, die, wie aus Zentralafrika, Mexiko und vom Amazonas bekannt, vom stehenden Musiker schräg zwischen den Oberschenkeln eingeklemmt, oder wie die sanduhrförmigen kundu in Neuguinea mit einem mittigen Handgriff gehalten werden. Becherförmige Trommeln wie die tifa der Molukken eignen sich dagegen besonders, um sie unter einem Arm zu halten.

Auf der Insel Nias gelten 70 bis 140 Zentimeter lange, nahezu zylindrische Bechertrommeln fodrahi (auch fondrahi) aus Palmenholz als heilige Ritualinstrumente. Die Membran der fodrahi wird an einem Ring aus Rattanfasern festgebunden und dieser mit einem weiteren Faserring um die Mitte des Korpus verspannt. In Westjava (Region Sunda) werden schlanke zylindrische Trommeln unterschiedlicher Länge als dogdog bezeichnet und zusammen mit unter anderem dem Bambusschüttelidiophon angklung und der Kegeloboe tarompet in mehreren Ensembles gespielt. Die dogdog haben eine Keilringspannung, ebenso die ostjavanischen Bechertrommeln reog. Auch die konische Trommel kodi mit Standfuß auf der ostindonesischen Insel Sumba, die dort neben der großen zweifelligen Ritualtrommel lamba gespielt wird, besitzt eine Keilringspannung. Ähnliche Schnurverspannungen besitzen die tifa auf den Molukken und die polynesischen pahu, aber nicht die tifa/kundu in Neuguinea.
Dass Bechertrommeln auf den Malaiischen Inseln früher stets als Ritualtrommeln verwendet wurden, spricht für ihr hohes Alter in der Region. Gemeinsam sind diesen Bechertrommeln ein langer schlanker Holzkorpus, der sich nur wenig nach unten verjüngt, und ein Rattanring an der Membran mit einer Rattanschnurverspannung. Zur Gruppe der kleineren altmalaiischen Bechertrommeln gehören außer tifa und fodrahi die von den Ngaju, einer zu den Dayak in der Provinz Zentralkalimantan auf Borneo gezählten Ethnie, bei religiösen Zeremonien gespielte katambung. Die 75 Zentimeter lange katambung hat einen Membrandurchmesser von 20 Zentimetern und einen sich stark konisch verjüngenden Korpus. Die einfelligen Trommeln der Insel Flores (allgemeine Bezeichnung für Trommeln laba) sind überwiegend zylindrisch. Die häufig aus Kokospalmenholz hergestellte laba dera ist 40 bis 50 Zentimeter lang. Zum Typus der kleinen Bechertrommeln gehört ferner die babadok in Osttimor mit einem ausgeprägten Standfuß und die rund 60 Zentimeter lange labu, die zum Gongspiel meko auf der Insel Roti gehört.
Die zylindrische kateuba auf den Mentawai-Inseln besteht aus einem 30 bis 60 Zentimeter langen Palmenholzstamm, der einseitig mit der Haut einer Netzpython oder eines Bindenwarans bespannt ist. Auch eine ähnliche, Anfang des 20. Jahrhunderts beschriebene Trommel im malaysischen Bundesstaat Perak wurde mit Schlangenhaut bespannt.
Auf Sulawesi sind abgesehen von den mit der Islamisierung (ab dem 17. Jahrhundert) verbundenen Kulturimporten alle traditionellen Trommeln röhrenförmig, die meisten davon sind aus einem Baumstamm gefertigte, eher kleine einfellige Zylindertrommeln. Lange Holztrommeln waren unbekannt. Die Membranen werden über eine Zickzack-Verschnürung mit einem Rattanring weiter unten am Korpus verspannt. Die Spannung lässt sich durch eine Reihe unter den Rattanring eingeschlagener Holzkeile justieren (Keilringspannung). Diesen Trommeltyp mit der bei einem Exemplar gemessenen Länge von 42 Zentimetern, einem Membrandurchmesser von 22 Zentimetern und einem unteren Durchmesser von 17 Zentimetern nannten die Toraja am Poso-See Ende des 19. Jahrhunderts tibuu. Für ähnlich kurze Trommeln bei den Minahasa in der Provinz Nordsulawesi ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts der Name tiwal überliefert. Zwei dort erworbene Exemplare sind 26 und 29 Zentimeter lang (Membrandurchmesser 22 bzw. 21 Zentimeter). Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese malaiischen Trommeln in manchen Dörfern auf Sulawesi noch als Signalgeber an kleinen Moscheen eingesetzt. Die Trommeln hingen Walter Kaudern (1927) zufolge am Dach außerhalb des Gebäudes und wurden mit einem einzelnen Stock geschlagen. Sie ersetzten die ansonsten als Signalinstrument geschlagenen großen Fasstrommeln bedug.

António Galvão (um 1490–1577), ein portugiesischer Verwalter während der portugiesischen Kolonialherrschaft über die Molukken, verfasste um 1544 einen Bericht über die Inseln und die Gebräuche ihrer Bewohner. Das Werk, das in anderen Quellen nicht enthaltene Einblicke in die Gesellschaft und Kultur Mitte des 16. Jahrhunderts bietet, wurde erst 1928 entdeckt und 1971 kommentiert und mit einer englischen Übersetzung veröffentlicht. In einigen der 60 Kapitel werden Musik und Tanz bei religiösen Praktiken erwähnt. Die Moscheen besaßen Galvão zufolge eine große, außen aufgehängte Trommel, die fünf Mal am Tag (offensichtlich zu den Gebetszeiten, salāt) geschlagen wurde. Hierzu stellt Galvão eine Beziehung zu den Kirchenglocken im Christentum her und er erklärt damit die Funktion der heute bedug genannten Trommeln. Ein Schwerpunkt seiner Beobachtungen bilden Prozessionen von Herrschern mit Booten, wie sie bis heute in den Nordmolukken durchgeführt werden. Er stellt fest:
„Wenn die Könige in ihren Booten segeln, spielen [Musikensembles] für sie mit Gongs, tifa und Sistren, diese [Ensembles] gehören zu den königlichen Insignien, die niemand sonst einsetzen darf. Sobald diese tifa ertönt, versammeln sich die Leute vom Land an der Küste, um sembahjang zu zeigen [heute sembahyang, von sembah, indonesische, Respekt zollende Begrüßungsgeste] und um zu fragen, ob etwas gewünscht wird.“
Bei der Inthronisierung eines Herrschers, so schreibt Galvão, wurden javanische Buckelgongs aus Bronze, die an einer von zwei Männern auf den Schultern getragenen Stange hingen, und verschiedene Trommeln (tifa) geschlagen, außerdem wurden Kegeloboen (saruni, heute serunai), Flöten und andere Musikinstrumente gespielt. An anderer Stelle erklärt Galvão, dass bei Gefahr und dem Aufruf zu Kriegseinsätzen tifa zusammen mit Gongs und Schneckenhörnern eingesetzt wurden. Über Fass- oder Zylindertrommeln, die zu Signalzwecken an Versammlungshäusern (rumah baileo) und Moscheen hingen und die auch als Musikinstrument verwendet wurden, berichtete nachfolgend der niederländische Missionar François Valentijn im Jahr 1724 von den Molukken. Valentijn nennt die Signaltrommeln an Moscheen ebenfalls tifa.
Die Verbreitung einfelliger Zylinder- und Bechertrommeln erstreckt sich von Sulawesi über die Nordmolukken bis zur südphilippinischen Insel Mindanao (die dortige sanduhrförmige Bechertrommel dabakan ist allerdings ein anderer Typ). Die Region war im 18. und 19. Jahrhundert durch intensiven Seehandel über die Sulusee verbunden. Die Korpusformen der genannten, mit den tifa verwandten Trommeln im Malaiischen Archipel variieren fließend zwischen Becher- und Zylindertrommeln. Untereinander unterscheiden sie sich in der Art der Membranverspannung mit Rattanfasern. Der Spieler hängt die Trommel üblicherweise an einem Band um seine linke Schulter und drückt sie mit dem linken Ellenbogen gegen seinen Oberkörper.
Muslime verwenden diesen malaiischen Zylinder-/Bechertrommeltyp nicht für religiöse Zwecke (abgesehen von den aus der traditionellen Religion übernommenen Trommeln früher an Dorfmoscheen auf Sulawesi). Von ihm unterscheidet sich nach der Form – mit einem dickbauchigen kurzen Korpus – und Spielhaltung – waagrecht im Schoß des sitzenden Musiker liegend – die auch ihrem Namen nach auf muslimischen Kultureinfluss zurückgehende Bechertrommel gedumbak in Malaysia, die im Iran als tombak bekannt ist und in Thailand der kleinen Bechertrommel thon entspricht. Der Typus der langen, an einen Baumstamm erinnernden Bechertrommel kommt hingegen in Thailand als klong yao, in Myanmar unter dem Namen ozi und in Südchina als xiangjiao gu vor. Letztere ist ihrem Aussehen nach als „Elefantenfußtrommel“ bekannt.
Entsprechende lange oder der tifa ähnliche kurze Bechertrommeln sind und waren in Indien trotz der großen Zahl einheimischer Trommeltypen nicht gebräuchlich. Mit indischen Migranten und der Ausbreitung von Buddhismus und Hinduismus gelangten ab der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends zweifellige Röhrentrommeln zu den Malaiischen Inseln. Sie sind zylindrisch, fassförmig und leicht sanduhrförmig zahlreich auf den Reliefs an den Tempelanlagen Borobudur und Prambanan in Zentraljava aus dem 9. Jahrhundert abgebildet. Auf den Reliefs ist mit vielleicht einer Ausnahme stets die typisch indische Art der Membranverspannung mit Hautstreifen erkennbar. Röhrentrommeln indischer Herkunft helßen heute kendang (auch gendang). Die eine Ausnahme könnte ein Relief am Candi Penataran sein, einem zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert in Ostjava erbauten Hindutempel. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Relief zeigt einen kleinen buta (Dämonenfigur), der offenbar eine Zylindertrommel von Typ der dogdog (und tifa) schlägt. Jaap Kunst (1927) vermutet, dass der alte indonesische Trommeltyp im damaligen Majapahit-Reich auch auf Java vorhanden war. Außer den Trommeln indischer Herkunft sind auch die ab etwa dem 13. Jahrhundert mit der muslimischen Tradition verbreiteten einfelligen Rahmentrommeln rebana und die kleinen zweifelligen Zylindertrommeln mit dem arabischen Namen marwas abzugrenzen.


François Valentijns fünfbändiges Werk, das zwischen 1724 und 1726 erschien, beschreibt nicht nur die Molukken, sondern die gesamten Besitzungen der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Als er sich im javanischen Semarang aufhielt, hörte er „einige javanische Mädchen zu den Klängen eines Gongs und einer tifa und einer einheimischen Zither singen.“ Offenbar übertrug Valentijns die molukkische Bezeichnung auch auf andere Trommeln. In einem Wörterbuch zu der auf Ternate und den umliegenden Inseln gesprochenen Ternate-Sprache (einer Westpapuasprache) wird tifa als „große Trommel, entsprechend indonesisch bedug und kendang“ übersetzt.
Schreibweise- und Aussprachevarianten für Bechertrommeln mit dem Wortumfeld tifa sind tihal auf den Leti-Inseln (südliche Molukken, Provinz Maluku), tifal auf den Gorominseln (südliche Molukken), tival oder tifa auf den Kei-Inseln (im Südosten der Molukken), tihato und tihal in den Zentralmolukken, tibal auf Fordate (Tanimbar-Inseln), titir auf den Aru-Inseln und anderen Inseln im Südosten nahe der Südküste Neuguineas, außerdem tiwa, tiwal und tuba. Lautähnliche Bezeichnungen für Trommeln sind auch auf Sulawesi bekannt.
Große Zylindertrommeln (indonesisch tifa besar) werden auf der Insel Ambon und im Südwesten der Molukken praya und kleine Trommeln (tifa kecil) werden kiwla genannt. Auf den Kei-Inseln im Südosten heißen große Trommeln tifa laai und kleine Trommeln tifa kot. In den Nordmolukken werden kurze Zylindertrommeln tifa podo genannt.
Tifa tui („Bambus-Trommel“) ist eine heute seltene zweisaitige, idiochorde Bambusröhrenzither ähnlich der javanischen gumbeng, die früher zur Begleitung von Liedern und Tänzen verwendet wurde. Die Saiten dieser Bambusröhrenzithern werden wie eine Trommel mit Stöckchen geschlagen. Ein Ensemble aus Trommeln und einzelnen Buckelgongs heißt tifa gong. Auf Seram wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ein kleiner Musikbogen, dessen Bogenstab mit der Saite nach oben auf der Öffnung einer halben Kokosnusschale festgebunden war, so bezeichnet. Dieses als eine der ältesten Entwicklungen aus der Erdzither erscheinende, mit einem Stock auf die Saite geschlagene Musikinstrument wurde auf Ternate kumbi-kumbi genannt.
Der auf den Aru-Inseln gebräuchliche Trommelname titir bezeichnet in Osttimor eine große zweifellige oder mit einem längeren Korpus einfellige Zeremonialtrommel, die in ihrer Form und Funktion als Signalinstrument einer bedug entspricht. Indonesisch titir bedeutet „Gong- oder Trommelschläge, besonders als Alarmzeichen“. Titir kommt in dieser Bedeutung auch in Kombination vor, etwa als bedug titir („Alarmtrommel“). Das Wort wird als Klangerzeuger im altjavanischen Gedicht Smaradahana (um 1210) erwähnt.
Ein dreisprachiges Konversationslehrbuch (Fordata–Indonesisch–Englisch) für die auf den Tanimbar-Inseln gesprochene austronesische Sprache Fordata erklärt tifa als eine Signaltrommel, um die Männer des Dorfes herbeizurufen, und titir als einen Gong mit derselben Funktion für die Frauen.



Der Korpus (loang) der über die gesamten Molukken verbreiteten tifa ist je nach Region mit fließenden Übergängen (1) schlank und becherförmig mit einem wulstartig hervortretenden Fuß, (2) etwas breiter und leicht konisch oder (3) kurz und annähernd zylindrisch. Auf den benachbarten Inseln Ambon, Lease, Buru, Seram und weiteren Inseln in den Zentralmolukken kommen tifa genannte Zylindertrommeln mit Durchmessern zwischen 30 und 40 Zentimetern vor, die Basstrommeln entsprechen, mit einem Band über einer Schulter getragen und mit einem Stock geschlagen werden. Falls die Trommeln senkrecht auf dem Boden stehen, werden sie mit zwei Stöcken (gaba-gaba) aus Sagopalmenholz geschlagen. Bei diesen großen Trommeln wird die Membran mit parallelen Rattanschnüren mit einem breiten Rattanband verspannt, das etwa 10 bis 20 Zentimeter von der Membran entfernt um den Korpus verläuft. Zwischen den Spannschnüren werden zu seiner Fixierung Holzkeile unter das Rattanband geschlagen. Die seltene größte Trommel der Zentralmolukken, die nur bei bedeutenden Zeremonien verwendet wird, ist eine senkrecht aufgestellte Standtrommel (badiri), die der stehende Musiker mit beiden Händen oder zwei Stöcken schlägt.
Eine typische traditionelle Form der tifa auf Ambon und anderen Inseln der Zentral- und Südmolukken ist schlank und konisch, besitzt eine Keilringspannung und einen breiten Fuß. Ein solches 1908 gesammeltes Museumsexemplar misst 53 Zentimeter in der Länge und hat einen Membrandurchmesser von 14 Zentimetern. Die Membran aus einer Tierhaut (üblicherweise Ziegen- oder Rehhaut) wird mit parallelen Schnüren von einem Rattanband an der Membran gegen ein in einem gewissen Abstand im oberen Bereich des Korpus umlaufenden festen Rattanring verspannt. Die Bezeichnungen für die Bauteile auf den Kei-Inseln sind: un („Membran“), arumun („Korpus“), yean („Standfuß“), rit-rit („Stimmkeile“), warat („Rattanverschnürung“) und fur („Schlägel“). Die indonesischsprachigen Bezeichnungen lauten: cincin rotan (umlaufende Rattanbänder, „Ringe“), reket (längs verlaufende Spannschnüre) und baji tifa (Holzkeile). Auf der zentralmolukkischen Insel Buru wurden nur kleine konische tifa bis zu einer Länge von 39 Zentimetern gefunden.
Auf den Aru-Inseln in den südöstlichen Molukken kommen schlanke tifa mit Keilringspannung, einem zylindrischen Korpus und einem doppelten Wulst am unteren Ende vor. Die tibal (auch tifa) der Tanimbar-Inseln haben einen leicht konischen Korpus zwischen 30 und 45 Zentimeter in der Länge und einem Durchmesser zwischen 15 und 20 Zentimeter. Neben diesen kleinen Handtrommeln gibt es dort eine große Zylindertrommel mbambal, die mit drei Füßen senkrecht auf dem Boden steht und vom Spieler mit zwei Stöcken geschlagen wird.

Ein tifa-Trommeltyp, der auf Tidore, Halmahera und anderen Inseln in den Nordmolukken verwendet wird, besteht aus einem kleinen, annähernd zylindrischen Korpus. Zur Verspannung der Membran dient ein fester Rattanring, der bei älteren Exemplaren aus Palmenholz dicht unter dem oberen Rand mit einer engen Reihe von Holzkeilen gesichert ist. Heutige kurze Zylindertrommeln, die in den Zentral- und Nordmolukken weit verbreitet sind, besitzen eine übliche parallele Schnurverspannung und heißen tifa podu. Ihr Korpus wird aus dem Holz des Avocadobaums oder aus einem anderen Holz gefertigt.
Im nordmolukkischen Regierungsbezirk Kepulauan Sula wird für die Membran der zylindrischen tifa Ziegenhaut verarbeitet, weil auf den Inseln viel Ziegenzucht betrieben wird. Die Haut stammt üblicherweise von Tieren, die bei muslimischen Zeremonien geschlachtet werden. Zu diesen Anlässen gehören Idul Adha, Beschneidungen (khitanan) und Trauerfeiern neun Tage nach dem Tod eines Angehörigen. Für den Korpus wird das Holz von Vitex cofassus (indonesisch gufasa, Handelsname New Guinea Teak) verwendet, das wegen seiner Festigkeit, Wetterbeständigkeit und Beständigkeit gegen Termiten zum Haus- und Bootsbau besonders geeignet ist. Ein typischer Korpus ist 45 Zentimeter lang, der Membrandurchmesser beträgt 35 Zentimeter und der untere Durchmesser 33 Zentimeter. Zu seiner traditionellen Herstellung wird am Stammabschnitt von beiden Enden in der Mitte bis zur Länge des verwendeten Schneidwerkzeugs ein Teil des Holzes entfernt. Das übrige Holz wird mit Feuer ausgebrannt, das Innere dann mit Messern begradigt und der Korpus außen glatt geschliffen. Eine Besonderheit der tifa auf den Sula-Inseln ist ein oberer fester Rattanring, der direkt an der Membran umläuft und von dem die Verspannung parallel zum unteren Rattanring führt. Der untere Ring wird mit vier bis sechs Holzkeilen fixiert. Des Weiteren kommen zwei etwa 5 Zentimeter große Aussparungen (lubang tifa, „Loch“) seitlich am unteren Rand nur bei den tifa der Sula-Inseln vor. Sie sorgen, wenn die Trommel auf dem Boden steht, für einen Luftausgleich mit dem Inneren und verstärken den Schall. Geschlagen werden die Trommeln der Sula-Inseln mit 40 Zentimeter langen Stöcken aus Rattan. Allgemein gilt für den Korpus ein dauerhaftes, festes, aber nicht zu hartes Holz als geeignet.

In Westneuguinea, dem indonesischen Teil der Insel Neuguinea, ist für die melanesische Handtrommel kundu beim Volk der Asmat der Name tifa geläufig. Die wesentlichen Unterschiede der tifa/kundu zu den tifa auf den Molukken sind:
Die Inseln der Molukken werden in drei Kulturregionen eingeteilt: (1) die überwiegend muslimisch geprägten Nordmolukken mit Ternate, Tidore und Halmahera, deren Musikkultur mit derjenigen der Minahasa in Nordsulawesi verwandt ist, (2) die christianisierte Zentralregion mit Ambon und der benachbarten Insel Seram, die nach der lokalen Überlieferung als Ursprung der molukkischen Kultur gilt, und (3) die ebenfalls überwiegend christianisierte Südregion (Südostmolukken). Insgesamt gibt es zahlreiche regionale musikalische Formen, die auf der Verbindung unterschiedlicher lokaler Traditionen mit äußeren Einflüssen basieren. Die Trommel ist das Hauptinstrument in den Molukken, die für Unterhaltungsmusik und religiöse Musik bei muslimischen, christlichen und zu animistischen Traditionen gehörenden Zeremonien gebraucht wird, und sie gilt für die Molukker als ein Element ihrer kulturellen Identität. Zur Begleitung von Tänzen und Liedern werden tifa üblicherweise zusammen mit zwei hängenden Buckelgongs oder mit der liegenden Buckelgongreihe totobuang eingesetzt. Andere Rhythmusinstrumente sind regional verwendete Schlitztrommeln wie die 1–1,5 Meter lange walikane in Westseram und die letlot auf den Kai-Inseln. In den muslimischen Nordmolukken wird die tifa teilweise durch die einfellige Rahmentrommel rebana oder durch die zweifellige kleine Zylindertrommel marwas ersetzt.
Nach António Galvão (um 1544) gab der niederländische calvinistische Missionar François Valentijn, der sich in den Jahren 1686 bis 1694 und 1705 bis 1713 überwiegend auf Ambon aufhielt, eine frühe Beschreibung molukkischer Musik. Im Werk des britischen Naturforschers Alfred Russel Wallace (The Malay Archipelago, London 1869) finden sich Beschreibungen einheimischer und europäisch-christlicher Musik. Die Islamisierung begann von Java ausgehend Mitte des 15. Jahrhunderts und der europäische Einfluss setzte mit den ersten portugiesischen Gewürzhändlern Anfang des 16. Jahrhunderts ein. Auch die Musik wurde von Java (mit Bronzegongs) und Europa stark beeinflusst.
Je nach Region und Bauform werden tifa mit beiden Händen, zwei Stöcken oder mit einem Stock geschlagen. Beim Schlagen mit den Händen oder mit einem Stock lassen sich zwei unterschiedliche Klänge erzeugen: „den offenen und den geschlossenen Ton“ (indonesisch bunyi tabuka dan bunyi tatutup). Im ersten Fall wird die frei schwingende Membran in der Mitte angeschlagen, im zweiten Fall wird die linke Hand sofort nach dem Schlag zur Dämpfung flach auf den Rand der Membran gelegt.
Salai jin ist ein auf Ternate in vorislamischer Zeit als Heilungsritual eingeführter Besessenheitstanz, bei dem das tanzende Medium mit den Ahnengeistern (jin) in Kontakt treten soll, um für Hilfe bei Krankheiten oder um Antworten für andere Probleme zu bitten. Dieser dörfliche Brauch wurde für die Paläste der Sultane von Ternate und Tidore adaptiert und genießt als Bestandteil der traditionellen Kultur eine besondere Wertschätzung. Die Sultane amtieren heute als kulturelle Institution. Das gesamte Ritual dauert drei Tage und Nächte, es findet zunächst in einem Haus und anschließend im Freien statt.
Die vorbereitenden Rituale enthalten Elemente, die sich wie die Musikinstrumente der islamischen und der vorislamischen Tradition zuordnen lassen. Zunächst werden tifa, hölzerne Schilde (salawaku), denen eine magische Schutzfunktion zugesprochen wird, bootsförmige Gestelle (juangu) aus Holz oder Blättern zur Aufbewahrung von Essen, Betelnüsse, ein großer hängender Gong saragi, der an einer Bambusstange von zwei Männern getragen wird, und die einsaitige Fiedel rababu in den Veranstaltungsraum gebracht. Die rababu mit einer Kokosnusshälfte als Korpus ist namensverwandt mit der zweisaitigen javanischen rebab. Zur Herstellung des juangu wird ein Kapokbaum verwendet, der rituell gefällt werden muss. Dabei tragen die Männer islamische Gebetsformeln (dhikr) und Lieder (salawat) vor und fällen den Baum so, dass er genau in der Gebetsrichtung (qibla) zu liegen kommt.
Am Beginn des Besessenheitstanzes werden vor dem Gong Räucherstäbchen angezündet und Opfergaben abgelegt. Die Anwesenden singen und tanzen, begleitet von tifa, der Fiedel rababu, der Rahmentrommel rebana und dem großen Buckelgong saragi. Nach einer melodischen Einführung auf der rababu fallen die Trommler mit lauten Schlägen in einem schnellen Rhythmus ein. Wenn der Heilungspriester das Stadium der Trance erreicht hat, beginnt er in einem sehr eingeschränkten Tonumfang von vielleicht drei Halbtönen zu singen. Bei öffentlichen Veranstaltungen wird salai jin als choreografierter Bühnentanz von zwei oder mehreren (in gerader Anzahl) Tänzern und Tänzerinnen aufgeführt.
Aus vorislamischer Zeit stammt auch der Gesellschaftstanz ronggeng, dessen Verbreitungsschwerpunkt in Java, Sumatra und Westmalaysia liegt. Beim ronggeng tanzten früher professionelle Tänzerinnen auf einer Bühne gegen Bezahlung mit Männern. Kulturell angepasste ronggeng-Tänze, regional auch ronggeng gala oder tari gala oder ronggeng denge, die früher an den Sultanspalästen aufgeführt wurden und gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine Wiederbelebung erfuhren, werden von gesungenen Liedern begleitet, deren portugiesisch-malaiische Melodien von der Bambuskerbflöte filutu wiederholt werden. Für den Rhythmus sorgen zwei Trommeln tifa. Manchmal werden filutu und tifa durch die muslimische Zupflaute gambus und zwei Trommeln marwas ersetzt. Der Flötenspieler beginnt mit einer kurzen Einführung, deren Name maku nonako „sich gegenseitig kennenlernen“ bedeutet. Danach setzen Trommeln, ein Gong und eine Gesangsstimme ein. Die beiden Trommeln spielen unisono oder versetzt (rhythmisch verzahnt) und der Gong markiert rhythmische Zyklen. Bei Hochzeiten und anderen Feiern auftretende moderne Ensembles verwenden stattdessen E-Gitarren, Rahmentrommeln rebana und ein westliches Schlagzeug.
Auf der zu den Nordmolukken gehörenden und südlich von Tidore gelegenen Insel Makian wird der (ronggeng) togal-Unterhaltungstanz aufgeführt. Zu diesem Tanz gehören Trommelrhythmen und der Vortrag von Gedichten (pantun). Das Wort togal (wörtlich „ziehen“, hier ist das Zupfen eines Saiteninstruments gemeint) bedeutet einen Gedichtvortrag, der von der Zupflaute gambus, der Fiedel fiol und tifa begleitet wird. Den Frauen der Dorfgemeinschaft kommt beim ronggeng togal nicht nur als Tänzerinnen, sondern auch als Organisatorinnen und beim Vortragen der Gedichte die wesentliche Rolle zu.
Wie bei anderen musikalischen Formen werden auch beim (ronggeng) togal europäische Musikinstrumente mit malaiischen und aus dem arabischen Raum stammenden Instrumenten kombiniert. Ein Ensemble auf der Insel Makian spielt zur Begleitung der lagu togal („Togal-Lieder“) mit einer biola (Violine), einer juk (Zupflaute, Ukulele) und zwei tifa.

Totobuang ist ein zweireihiges Gongspiel mit meist zwölf liegenden Buckelgongs aus Bronze, Messing oder Eisen in einem Holzgestell, dessen Name von indonesisch tabuh, „(Signal-)Trommel“, abgeleitet und das mit dem javanischen bonang und dem südphilippinischen kulintang verwandt ist. Das Gongspiel wird stets zusammen mit Trommeln in einem Ensemble eingesetzt. Solche Ensembles sind in den Molukken weit verbreitet und werden in Musik- und Tanzformen der christlichen und der islamischen Tradition verwendet. Neben tifa und totobuang gelten darüber hinaus allgemein das Schneckenhorn (tahuri) und die Bambusflöte suling als traditionelle molukkische Musikinstrumente.

In den Palästen von Ternate und Tidore werden noch alte Instrumente mit Bronzegongs aufbewahrt. François Valentijn (1724) erwähnt totobuang (als fünf oder sechs „Kupferschalen“ in verschiedenen Tonhöhen in einem Holzrahmen, mit zwei Stöcken geschlagen) und tifa (eine große Trommel), die auf den großen Auslegerbooten kora kora der Sultane von Ternate und Tidore gespielt wurden. Der von Valentijn für die Nordmolukken gebrauchte Name totobuang ist heute vor allem in den Zentralmolukken gebräuchlich, während das Gongspiel in den Nordmolukken heute meist kulintang genannt wird.
Auf Ternate bezeichnet kulintang und auf Tidore jalanpong das gesamte Orchester aus Bronzeinstrumenten und Trommeln in den Palästen. Die zeremoniellen Orchester kommen nur bei den bedeutenden Anlässen Idulfitri (Fest des Fastenbrechens), Iduladha (Opferfest) und bei der Prozession des Sultans zur Palastmoschee zum Einsatz. Auf Ternate besteht das kulintang-Orchester aus einem kulintang mit acht Buckelgongs in einer Reihe, vier senkrecht auf dem Boden stehenden oder waagrecht auf dem Schoß gehaltenen Zylindertrommeln tifa podo, einer zweifelligen Zylindertrommel baka-baka, einem großen hängenden Buckelgong saragi, einem Paarbecken dabi-dabi (auch cik, wie früher auf Java, heute dem balinesischen ceng-ceng entsprechend) und einer Triangel besi tiga hoek. Bei einer Prozession werden die tifa in der linken Armbeuge gehalten und mit beiden Händen geschlagen. Der Klang des gesamten Ensembles wird lautmalerisch als cikamomo bum umschrieben, wobei das lautmalerische cik für die Becken steht, momo einen einzelnen Gong im Holzgestell eines kulintang bezeichnet und bum einen Schlag auf den großen Gong bedeutet. Die Melodie- und Rhythmusinstrumente eines kulintang produzieren im Zusammenspiel nach malaiischer Tradition verzahnte Rhythmen und die Triangel steuert nach europäischem Modell rhythmische Punktierungen bei.
Das wohl spektakulärste Fest der Nordmolukken ist die vom Sultan von Ternate veranstaltete Prozession Kololi Kie (aus kololi, „umrunden“, und kie, „Berg“), bei der mit Fahnen geschmückte Boote und kleine Personenschiffe die Insel mit dem zentralen (an seiner Spitze heiligen) Vulkan Gamalama umrunden. Der Tradition folgend sitzt der Sultan während der Fahrt auf seinem Thron in seinem Flaggschiff prahu juanga (mit prahu, indonesische Gattungsbezeichnung für „Boot“, und juanga für ein großes kora kora, Kriegsschiff). Das Schiff besitzt ein kleines Deck für Tanzaufführungen und es wird von einer Flotte von tifa oti genannten Booten begleitet, auf denen Trommler mit tifa sitzen. Auf dem Schiff des Sultans werden die Tänze von einigen tifa und einem Gong begleitet. Diese Zeremonie soll die Gemeinschaft verbinden und die kulturelle Tradition stärken. Unterwegs hält die Prozession an einigen Dörfern an, um Ahnengräber zu besuchen. Früher fand die Zeremonie jährlich und heute findet sie bei bestimmten Anlässen statt. Eine ähnliche Bootsprozession wird auch um Tidore durchgeführt.
Tifa totobuang-Gruppen spielen überall in den Molukken zur Begleitung von Tänzen wie dem Frauentanz tari lenso und zur Begrüßung von Gästen. Die populärste Komposition, die alle tifa totobuang-Ensembles spielen, heißt lagu totobuang.
Neben der Kombination tifa totobuang werden in manchen Regionen der Zentralmolukken auch Ensembles aus ungefähr diatonischen tragbaren Xylophonen tatabuhan kayu mit tifa, Rahmentrommel rebana und einem großen Gong zusammengestellt.
Nur von mehreren tifa begleitet wird der aus Ambon stammende magische „Bambustanz“ bambu gila, bei dem männliche Tänzer sich in einer Reihe an einer langen Bambusstange festhalten und damit jonglieren. Bei einer traditionellen Aufführung erreichen sie einen Zustand der Trance, dann scheinen sich die Stangen von selbst zu bewegen. Der niederländische Prediger Wolter Robert van Hoëvell beschrieb 1875 diesen Tanz in einem muslimischen Gebiet an der Nordküste von Ambon. Heute gibt es auch nicht-rituelle Aufführungen von Tänzerinnen.

Cakalele ist ein traditioneller Kriegstanz der Männer der Alfuren (orang alifuru), einer in der portugiesischen Kolonialzeit eingeführten Sammelbezeichnung für die indigene Bevölkerung der Zentralmolukken. Der bis heute in seiner traditionellen Form in einigen Dörfern auf Ambon aufgeführte Zeremonialtanz wird von mehreren mit zwei dicken Stöcken geschlagenen, laut klingenden Zylindertrommeln tifa und einem Gong begleitet. Die Aufführungen finden tagsüber statt, in ähnlicher Form auch auf Sulawesi. Die tanzenden Männer tragen eine Machete (parang) in der rechten und einen Schild (salawaku) in der linken Hand. Beides war früher ein Zeichen dafür, dass sie bereit waren, auf die Jagd zu gehen oder in den Kampf zu ziehen. Ein zeremonieller Anlass für cakalele-Tänze ist etwa die Amtseinführung eines Häuptlings (raja). Die Tänzer der sich als Alfuren oder deren Nachkommen verstehenden Ethnien wie die Ambonesen (auf Ambon), Nuaulu und Huaulu (beide auf Seram) schmieren ihre Körper nach alter Tradition vor der Aufführung mit Holzkohle schwarz an.
Die mythische Verbindung des Tanzes zur Welt der Ahnen machen die auf beiden Inseln zwei Tage zuvor beginnenden Vorbereitungen deutlich. Der militärische Führer (kapitan) und der Priester (mongare mentar, „männlich“ und „mächtig“, ein „Nachfahre mächtiger Männer“) gehen in den Wald, um die Kleidung der Tänzer, die aus einem verbrannten Sagopalmenstamm gewonnene Holzkohle und einige Opfergaben zu sammeln. Ein geblasenes Schneckenhorn (siput) soll die Ahnengeister auf den Weggang der beiden Männer aufmerksam machen, auch deren Rückkehr und der Beginn des Tanzes wird so verkündet. Nachdem die Tänzer sich gegenseitig mit Holzkohle vollständig geschwärzt haben, setzen sie am Vorabend einen roten Kopfputz auf und wickeln ein rotes Hüfttuch um, dann nehmen sie Macheten, Schilde, große und kleine Trommeln (tifa) an sich. Vor dem Frühstück am nächsten Morgen im Haus des kapitan wird sieben Mal eine große Trommel geschlagen. Anschließend kauen die Männer Betel und schlagen eine kleine tifa, um den Abschluss dieses Teils des Rituals anzuzeigen. Es folgen Solo- und Chorgesänge kapata nach dem Ruf-und-Antwort-Schema, die von tifa begleitet werden. Erst nach diesen und weiteren Vorbereitungen begeben sie sich zum Veranstaltungsplatz, wo mit drei Schlägen auf der großen Trommel den Dorfbewohnern der Beginn der Tänze bekanntgemacht wird. Die diversen Abläufe der Tänze werden von kleinen tifa begleitet. Den Abschluss bildet ein Bad der Tänzer im Fluss. Weniger zeremonielle, abgewandelte Aufführungen finden für touristische Besuchergruppen statt.
In Westseram gehörten cakalele-Kriegstänze früher zu den Kopfjagdritualen. Auf Buru wird der cakalele von einer großen tifa und einem Gong begleitet. Wie allgemein üblich, spielen auf beiden Inseln nur Männer Trommeln.
Andere Tanzaufführungen werden durch Ruf-und-Antwort-Chorgesänge mit in der malaiischen Kultur weit verbreiteten Pantun-Versen unterbrochen. Tragen die Sänger solche als kapata tunak („einheimische Liedgedichte“) bekannten Pantun-Lieder in Verbindung mit nächtlichen Rundtänzen vor, dann gehören mehrere tifa und ein Gong zu ihrer Begleitung. Die tagsüber aufgeführten Kriegstänze der Männer und die nächtlichen gemischtgeschlechtlichen Rundtänze, die alle von tifa begleitet werden, bilden in den Zentralmolukken bedeutende Rituale zur Verehrung der Ahnen.
In einigen Dörfern an der Nordküste von Seram ist das mehrmals im Jahr veranstaltete kahua-Fest das wichtigste Ritual. In dessen Zentrum steht ein von Männern und unverheirateten Frauen aufgeführter nächtlicher Rundtanz. Dabei fassen sich die Männer an den Händen und bewegen sich mit den Füßen stampfend im Uhrzeigersinn im Kreis. Die Frauen bilden einen ebensolchen inneren Kreis. Begleitet wird dieser Tanz von schnellen Trommelschlägen mehrerer tifa und einem Vorsänger mit antwortendem Chor. Auch das kahua-Fest war früher mit Kopfjagden verbunden.
In Westseram versammeln sich Männer und Frauen um Mitternacht in einem sakralen Gebäude (Versammlungshaus baileu) zu maro (auch maru-maru, „gehen“) genannten Rundtänzen. Begleitet von besonderen Trommelrhythmen stampfen und tanzen sie langsam im Kreis oder in Spiralen, sodass der schwingende Bambusboden die Rhythmen verstärkt, und singen Lieder (rorone). An den Tanzveranstaltungen nimmt praktisch die gesamte Dorfbevölkerung teil. Bei den Tänzen gibt es fünf Formen, die nach den währenddessen vorgetragenen erzählenden Lieder (kapata) oder den gegenseitig ausgetauschten Pantun-Versen eingeteilt werden. Zu einer Aufführung gehören neben den Tänzern ein Leiter (kapitan), ein neben den Tänzern hergehender Koordinator ihrer Tanzbewegungen (mamiri), ein Sänger der kapata, mehrere Trommler mit tifa und der Bläser eines Schneckenhorns (tahuri). Bei den Trommlern werden Spieler der kleinen tifa, genannt ihaanairo, und der großen tifa, genannt ihahinandalo, unterschieden. Die Zahl der Trommler ist nicht festgelegt, einer von ihnen bläst auch das Schneckenhorn, manchmal ist ein Trommler zugleich der kapata-Sänger. Zu Beginn spielen die Trommler einen langsamen Rhythmus (maru-rapu), der später schneller wird (toti oder amatoti) und die Tänzer zu schnelleren Bewegungen veranlasst. Namentlich bezeichnet werden ferner diverse Bewegungsabläufe. Die begleitenden kapata werden in der jeweiligen Lokalsprache gesungen.
Auf Buru heißen nächtliche Rundtänze, die von Männern und Frauen zeremoniell aufgeführt werden, lego. François Valentijn (1724) beschreibt den lego als einen Rundtanz, der von langsamen Wechselgesängen (tutohato) begleitet wurde. Mit dieser Gesangsform wurde einer bestimmten Person Ehre erwiesen.

Anders als in den Zentralmolukken wird die Ritualmusik der Südostmolukken überwiegend von zugewanderten Malaiien wie auf den Kei-Inseln oder von melanesischen Völkern wie auf den Aru-Inseln geprägt. Ein traditionelles Ensemble auf den Kei-Iseln besteht aus einem großen und einem kleinen Buckelgong (dada), einer großen (tifa laai) und einer kleinen Trommel (tifa kot) und einer Bambusflöte (sawarngil, 22 Zentimeter lange Kerbflöte mit sechs Grifflöchern und einem Daumenloch). Unter den 52 bekannten Tänzen sind der bei Hochzeiten beliebte Fächertanz und Schirmtanz, ferner mehrere Kriegstänze der Männer und teilweise portugiesisch beeinflusste Frauentänze. Bei allen Tänzen spielt das Ensemble aus tifa, Gongs und Flöte. Lieder werden solistisch oder von Trommeln begleitet gesungen. Die tifa sind zwischen 14 und 34 Zentimeter lang und messen zwischen 10 und 19 Zentimeter im Durchmesser, stellte Jaap Kunst bei seinem Besuch der Inseln 1929 fest. Die tifa wurde früher auch bei Besessenheitskulten gebraucht. Einige junge Frauen sangen zu schnellen Trommelschlägen, während der Patient, „dem der Teufen auf dem Gesicht saß“, mit weiteren Tänzern einen leidenschaftlichen Kriegstanz aufführen musste.
Wie in den Nordmolukken gab es früher Prozessionen mit Booten, auf denen getanzt wurde, und auf denen ein tifa-Ensemble (tiva tipa balang) spielte. Das Trommelensemble befand sich auf einer Plattform im vorderen Teil des Bootes, während sich der Lokalherrscher (raja) auf einem separaten Deck im hinteren Teil aufhielt. In muslimischen Gemeinschaften werden stattdessen einfellige Rahmentrommeln rebana und zweifellige kleine Trommeln marwas geschlagen.
Die hauptsächlichen Musikinstrumente auf den Aru-Inseln sind tifa oder titir genannte Trommeln, ein Buckelgong (daldala und je nach Größe weitere Namen), eine Maultrommel (berimbak, entsprechend der susap in Neuguinea) und ein Schneckenhorn (tapur).
Die Bevölkerung der südwestlich gelegenen Tanimbar-Inseln ist überwiegend katholisch und protestantisch neben weiterhin praktizierten Formen von Ahnenverehrung. Regelmäßig stattfindende Zeremonien anlässlich von Geburten, Hochzeiten, Beerdigungen, beim Bau eines Hauses, beim Pflanzen von Reis, als Erntedank oder Zeremonien, um für Regen zu bitten, sind stets mit Musik und Tänzen verbunden. Vielfach ist bei den heute choreografierten Aufführungen die Kenntnis über die ursprüngliche religiöse Bedeutung verloren gegangen.
Der bedeutendste rituelle Tanz (tnabar ila’a) bringt den Ort des Bootes im Mythos von der Reise der Ahnen ins Jenseits (mit einem Seelenschiff) in Erinnerung. Männer und Frauen stellen sich dabei zu Beginn in einem großen offenen Kreis auf. Ein Trommler nimmt die Position der „vorderen Trommel“ (tival ulu) und ein weiterer der „hinteren Trommel“ (tival muri) ein. Ein dritter Trommler schlägt die auf drei Beinen stehende große Trommel (nfeffik babal). Die gesamte Aufstellung symbolisiert ein Boot und die Trommler verkörpern das Segel. Da ein Segel erst aufgezogen werden muss, bevor der Wind das Boot in Bewegung setzt, beginnen die Trommler mit ihrem Spiel, bevor die Tanzaufführung startet. Der Vorsänger (kual) steht im hinteren Bereich des Tanzkreises. In manchen Dörfern strecken vier Tänzerinnen in der „Bootsmitte“ die Arme wie Fregattvögel aus und bewegen ihre „Flügel“, als würden sie vom selben Wind wie das Boot vorwärtsgetrieben.
Bei vielen Zeremonien auf den Tanimbar-Inseln schlagen Männer eine große, auf drei Füßen stehende Trommel (empal-empal), während allein Frauen die kleinen tifa (hier tibal genannt) spielen. Dazu kommen Gongs (titir).