Paide

Paide
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Estland Estland
Kreis: Järva
Koordinaten: 58° 53′ N, 25° 33′ OKoordinaten: 58° 53′ N, 25° 33′ O
Einwohner: 10.471 (2025)
Zeitzone: EET (UTC+2)
Bürgermeister: Alo Aasma
Postanschrift: Keskväljak 14
72711 Paide
Website:
Paide (Estland)
Paide (Estland)
Paide

Paide (deutsch Weissenstein) ist eine Stadt in Estland.

Geografie

Paide liegt im Zentrum des Landes, wovon sich auch das Stadtmotto „Estlands Herz“ (estnisch Eestimaa süda) ableitet.

Geschichte

Die Burg Weißenstein wurde 1265 vom Livländischen Orden aus weißem Kalkstein (estn. paekivi) erbaut, woher sich über das niederdeutsche Wittenstein (auch Wittensten) der ab dem 17. Jh. verwendete deutsche Name „Weissenstein“ ableitet. Im 14. Jahrhundert wurde sie erweitert und entwickelte sich aufgrund ihrer zentralen Lage zu einem wichtigen Militärstützpunkt.

Das erstmals 1265 schriftlich erwähnte und 1291 mit dem Stadtrecht versehene Paide und die letztmals Ende des 16. Jahrhunderts instandgesetzte Ordensburg litten schwer im schwedisch-polnischen Krieg 1600–1611, u. a. bei der Belagerung 1602, danach lag die Festung in Trümmern. Erhalten blieb der mächtige, 30 Meter hohe Turm, der achteckige „Lange Hermann“, der heute Wahrzeichen der Stadt ist. Im Jahr 1604 kam es erneut zu Kampfhandlungen bei der Stadt - der Schlacht bei Weissenstein.

Ab 1721 gehörte die Stadt zum Gouvernement Estland und war dort Kreisstadt für den Kreis Jerwen.

Drohnenvideo von Paide und der Ordensburg
Ehemaliger Bahnhof

1900 wurde die Schmalspurbahnstrecke von Türi nach Paide eröffnet und 1920 nach Tamsalu verlängert. Die Strecke wurde bis 1972 betrieben.

2017 wurden die Gemeinden Estlands neu gegliedert. Dadurch vergrößerte sich die Fläche von Paide erheblich und zahlreiche umliegende Dörfer wurden in die eigentliche Stadt eingegliedert.

Einwohnerentwicklung
Jahr 2005 2012 2017 (1) 2017 (2) 2018 2025
Einwohner9.7008.4158.22610.95710.759 10.471
Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden

Städtepartnerschaften

Paide pflegt Städtepartnerschaften mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sport

Der bekannteste Fußballverein der Region ist Paide Linnameeskond, der in der Ersten Liga (Meistriliiga) antritt. Die Rugbymannschaft namens Paide RFC spielt derzeit in der Ersten Liga Estlands. Das Basketballteam KK7 spielt auch erstklassig.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die mit Paide in Verbindung stehen

Literatur

Commons: Paide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Martin Zeiller: Weissenstein. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (= Topographia Germaniae. Band 13). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1652, S. 28 (Volltext [Wikisource]).
  2. ↑ Gertrud Westermann: Baltisches historisches Ortslexikon – I : Estland (einschliesslich Nordlivland). In: Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Quellen und Studien zur baltischen Geschichte. Band 8/I. Böhlau Verlag, Köln / Wien 1985. S. 660
  3. ↑ RV0240: POPULATION BY SEX, AGE AND PLACE OF RESIDENCE, 1 JANUARY. Abgerufen am 5. August 2025 (englisch).
  4. ↑ Monika Hunnius: Mein Onkel Hermann (Gutenberg-de)