Pain Jerk

Pain Jerk
Allgemeine Informationen
Herkunft Tokio, Japan
Genre(s) Japanoise
Aktive Jahre ab 1993
Auflösung
Website
Aktuelle Besetzung
Kōhei Gomi

Pain Jerk (englisch Schmerzruck) ist ein 1993 debütiertes Japanoise-Projekt.

Geschichte

Den Namen der Band führte David Novak in seiner Genrechronik Japanoise als eine im Japanoise programmatische Referenz auf Schmerz als Ausdruck von Intensität.

Der exakte Beginn von Pain Jerk ist unklar. Kōhei Gomi debütierte mit Pain Jerk 1993 Mit ペイン・ジャーク, begann allerdings, nach eigenen Angaben, bereits Mitte der 1980er Jahre mit Homerecording und Anfang der 1990er Jahre mit Auftritten.

Gemeinsam mit Interpreten wie Merzbow, MSBR und K2 wurde die Musik dann in der Mitte der 1990er Jahre in den Vereinigten Staaten bekannt durch Rezeption in Fanzines, Vertrieb in kleinen Musikgeschäften und Rotation mehrerer College-Radios. Im Jahr 1995 nutzte Thurston Moore die Musik der Band und weiterer Japanoise-Interpreten, die er während einer Japan-Tour mit Sonic Youth entdeckt hatte, für einen Remix des Stücks Rising von Yoko Ono. Im Jahr 2007 trat Pain Jerk beim No Fun Fest in New York City auf, Gomi brüllte dem Publikum dabei den Namen der Japanoise-Supergroup Gomikawa Fumi entgegen und machte Fotos vom Publikum, dass unter den Lärmwellen auf bis die Bühne drang. Aufnahmen des Auftritts nutzte Gomi später für eine Split-Veröffentlichung mit Incapacitants, dabei wurde die auf einer fehlerhafter und von Störgeräuschen belasteten DAT aufgenommene Tonspur weiter mit zusätzlichen Störeffekten, Verzerrungen und Übersteuerungen überlagert, wodurch der Klang sich vereinheitlichte und wieder neu nutzbar wurde.

Pain Jerk legte nach der Jahrtausendwende eine längere Ruhephasen ein, kehrte jedoch 2013 zu einem Auftritt zurück und veröffentlichte seither wieder. Insgesamt veröffentlichte das Projekt über 150 Tonträger, wovon ein Großteil über Gomis Label AMP erschien. Hinzukommend kooperierte er mit bekannten Noise-, Industrial- und Post-Industrial-Unternehmen wie Slaughter Productions, Alternative Tentacles, Urashima, RRRecords, Bloodlust! und Self Abuse Records.

Stil und Bedeutung

Kōhei Gomi beschreibt die Musik von Pain Jerk als „Erforschung und Praxis der Kinematik der Elektroakustik mit unorthodoxen Methoden, hauptsächlich mit Live-Elektronik, Synthesizern und Computern.“ Markant ist der dissonante Gebrauch von Störeffekten, Verfremdungen, Verzerrungen und Übersteuerungen unter dem ein Klangteppich entsteht. Mit diesem, analog zu jenem von Kazumoto Endo oder Merzbow, dynamischen Stil, zählt Pain Jerk zu den „produktivsten und einflussreichsten Noise-Künstler der 1990er Jahre“.

Diskografie (Auswahl)

Studioalben

Split und Kollaborationen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ David Novak: Japanoise: Music at the Edge of Circulation (Sign, Storage, Transmission). Duke University Press, 2013, ISBN 978-0-8223-5379-9, S. 47.
  2. 1 2 Kōhei Gomi: Pain Jerk. Bandcamp, abgerufen am 16. Februar 2024.
  3. ↑ David Novak: Japanoise: Music at the Edge of Circulation (Sign, Storage, Transmission). Duke University Press, 2013, ISBN 978-0-8223-5379-9, S. 12.
  4. ↑ David Novak: Japanoise: Music at the Edge of Circulation (Sign, Storage, Transmission). Duke University Press, 2013, ISBN 978-0-8223-5379-9, S. 82.
  5. ↑ David Novak: Japanoise: Music at the Edge of Circulation (Sign, Storage, Transmission). Duke University Press, 2013, ISBN 978-0-8223-5379-9, S. 58 f.
  6. 1 2 David Novak: Japanoise: Music at the Edge of Circulation (Sign, Storage, Transmission). Duke University Press, 2013, ISBN 978-0-8223-5379-9, S. 51.
  7. ↑ Pain Jerk. nts.live, abgerufen am 16. Februar 2024.