Palazzo Franscini

Freitreppe zum Haupteingang, 2013
Halle mit dem Kunstwerk «Eclissi II», 2025

Der Palazzo Franscini ist ein Bibliotheks- und Archivgebäude in der Schweizer Stadt Bellinzona, das von 1993 bis 1998 errichtet wurde. Der Architekt Luca Ortelli wurde 1998 mit einem Hasen in Bronze ausgezeichnet.

Beschreibung

Die 1988 veröffentlichte Ausschreibung des Architekturwettbewerbs forderte die Integration von Archiv und Bibliothek unter Wahrung ihrer jeweiligen Autonomie.

Eine flache Freitreppe, die von einem Torbogen mit Passerelle überspannt wird, führt zum Haupteingang. Der geschlossene Innenhof wird an drei Seiten von zweigeschossigen Flügelbauten gebildet. Die vierte Seite wird vom dreigeschossigen Hauptgebäude eingenommen. Die zentrale Halle ist viergeschossig, wobei das vierte Geschoss nur aus Fensterflächen besteht. Im nordwestlichen Teil des Erdgeschosses ist das Archivio di Stato del Cantone Ticino (ASTI, Staatsarchiv des Kantons Tessin) eingerichtet. Der Eingang zur 1999 eingeweihten Biblioteca cantonale di Bellinzona (BCB, Kantonsbibliothek) liegt im ersten Obergeschoss. Sie nimmt Räume in allen drei Geschossen ein. Alle Flügel haben ein Kellergeschoss.

Zur Kunst am Bau gehören das Werk «Eclissi II» der Künstler Mariapia Borgnini und Daniele Garbarino sowie das Werk «Via» der Künstler Charles-François Duplain und Yves Tauvel auf der Freitreppe. Der Außenbereich wurde 2004 als Park mit Fußgängerwegen und Rasenflächen neu gestaltet.

Weitere Einrichtungen im Gebäudekomplex sind das Centro di dialettologia e di etnografia (CDE, Zentrum für Dialektologie und Ethnographie), das Ufficio dei beni culturali del Cantone Ticino (UBC, Amt für die Kulturgüter des Kantons Tessin) und die Direzione della Divisione della cultura e degli studi universitari del Cantone Ticino (DCSU, Direktion der Abteilung für Kultur und Hochschulstudien des Kantons Tessin). Die Sammlungen des Staatsarchivs, die Staatliche ethnografische Sammlung des Kantons Tessin sowie das Archiv und archäologische Sammlung des Kantons Tessin sind in das Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung (A-Objekt, KGS-Nr. 08974, 08565, 10528) eingetragen.

Namensgeber für den Palazzo und die Strasse «Viale Stefano Franscini» war der erste Tessiner Bundesrat Stefano Franscini.

Literatur

Commons: Palazzo Franscini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. ↑ people.epfl.ch: Luca Ortelli. Französisch, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  2. ↑ Cordula Seger: Architektur. Weisser Stein des Anstosses. In: Hochparterre. Zeitschrift für Architektur und Design. Band 12 (1999). S. 5.
  3. 1 2 3 Palazzo Franscini. Italienisch, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  4. ↑ laregione.ch: Palazzo Franscini, l’arte negli edifici pubblici. Italienisch, vom 15. September 2023; abgerufen am 23. Dezember 2025.

Koordinaten: 46° 11′ 35,2″ N, 9° 0′ 45,4″ O; CH1903: 721502 / 116956