Pamela Mason

Pamela Mason, auch bekannt als Pamela Kellino und Pamela Ostrer, (geboren am 10. März 1916 in England, Großbritannien; gestorben am 29. Juni 1996 in Beverly Hills, Kalifornien, USA) war eine britische und später US-amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin, Schriftstellerin, Filmproduzentin und „Fernsehpersönlichkeit“.

Leben und Werk

Pamela Helen Ostrer wurde 1916 als Tochter von Isidore Ostrer und seiner Frau Helen geboren. Ihr Vater, der in Armut aufgewachsen war, war mittlerweile reich geworden und übernahm wenige Jahre später zusammen mit seinen Brüdern die damals in England führende Kinokette und Filmproduktionsgesellschaft Gaumont-British Picture Corporation. Es ist unklar, wo genau Pamela Ostrer geboren wurde. Oft wird Westgate-on-Sea angegeben, oft Southend-on-Sea. Gelegentlich ist auch von London die Rede. Aufgewachsen ist sie in Southend-on-Sea. Die Ehe der Eltern wurde früh geschieden, nachdem sich die Mutter bei einem Urlaub in Frankreich in einen anderen Mann verliebte und von ihm ein Kind bekam. Dieses Kind war Diana De Rosso, die später mit beiden Ehegatten ihrer Halbschwester Pamela gut befreundet war und eine Biografie über James Mason schrieb.

Mit neun Jahren überredete Pamela ihren Vater, sie aus der Schule zu nehmen. Später meinte sie einmal, dass ihre späteren Erfolge zum Teil darauf zurückzuführen seien. Erziehung verwirre den Geist. Als sie Schauspielerin werden wollte, gab ihr ihr Vater eine Rolle in dem Film Jud Süß. Dabei traf sie auf Roy Kellino, einen der Kameramänner des Films, den sie am 26. Juli 1934 heiratete.

Bei den Dreharbeiten zum Film Troubled Waters trafen die beiden auf James Mason. Mehrere Jahre lang wohnten die drei zusammen und waren auch oft gemeinsam unterwegs, was zu Gerüchten führte. Pamela nahm die Karrieren beider Männer in die Hand, sie agierte als deren informelle Agentin. Auf Initiative von Pamela produzierten die drei fast im Alleingang den Film I Met a Murderer, den sie aber zunächst nicht in die Kinos bringen konnten. Pamelas Vater und ihre Onkel wollten ihn nicht in ihr Programm aufnehmen. Dann scheiterte der Kinostart am Beginn des Zweiten Weltkriegs. 1940 verließ Ray Kellino die gemeinsame Wohnung und forderte die Scheidung, wobei er James Mason als Schuldigen nannte. Die Scheidung erfolgte im Sommer 1940. Kurz danach heirateten Pamela und James Mason. Laut Diana De Rosso blieb Kellino weiter in Kontakt mit den Masons. Pamela trat bis Mitte der 1950er Jahre sowohl in ihren Filmen als auch mit den meisten ihrer Bücher weiterhin als Pamela Kellino auf.

In den nächsten Jahren schrieb sie ihre vier Romane und trat, zusammen mit ihrem Mann, in den Filmen Abgründe, bei dem sie auch am Drehbuch beteiligt war, und Drei Ehen auf. Ende 1946 oder Anfang 1947 zogen sie und ihr Mann in die USA. Dort waren sie kurz darauf in dem Stück Bathsheba am Broadway zu sehen. Pamela spielte die Titelrolle. Ende 1947 gingen die beiden nach Hollywood. 1950 gründeten die beiden die Produktionsgesellschaften Portland Pictures, Inc. für Filme und Portland Productions, Inc. für das Fernsehen, benannt nach ihrer 1948 geborenen Tochter Portland Mason. Bald lebte Roy Kellino bei ihnen. Er führte bei zwei Filmen von Portland Pictures, in denen Pamela und James Mason wesentliche Rollen übernahmen, Regie: Bei Lady Possessed, einer Verfilmung eines von Pamelas Romanen, und bei dem Anthologiefilm Charade, bei dem zwei der drei Segmente von den Masons geschrieben waren. Auch sonst trat Pamela weiterhin in Filmen mit ihrem Mann (Pandora und der Fliegende Holländer) oder ihrer Tochter (The Child) auf. 1957 wurden in der Folge Marooned der Serie Panic! die vier Rollen, die es neben einem Erzähler in der Folge gab, mit James, Pamela, Portland und dem 1955 geborenen Morgan Mason besetzt.

1964 wurden Pamela, die 1959 US-amerikanische Staatsbürgerin geworden war, und James Mason nach einem mehrjährigen Streit geschieden. Am Ende gab es einen Vergleich, bei dem Pamela Mason mehr als eine Million Dollar zugesprochen bekam. Dies wurde als die „erste Million-Dollar-Scheidung“ bekannt. Ihr Anwalt Marvin Mitchelson wurde dadurch bekannt. Zu der Zeit war Pamela Mason sehr erfolgreich im Fernsehen, sie war in „fast jeder Talkshow“ zu sehen. Sie trat zudem in vielen Fernsehshows auf, teilweise als Kandidatin, teilweise als Teil des Rateteams. Sie lehnte nichts ab, was genügend Geld brachte. Zum Beispiel gehörte sie in What’s my Line?, der Sendung, die das Vorbild für Was bin ich? war, mehrmals zum Rateteam, wobei sie einmal den Überraschungsgast Woody Allen erkennen sollte. Sie bekam eine Rolle in seinem Film Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten als Mitglied des Rateteams des Segments What Are Sex Perverts, das What’s my Line? karikiert. Vor allem moderierte sie in den 1960er Jahren zwei landesweit ausgestrahlte („syndicated“) Talkshows, The Pamela Mason Show und The Weaker (?) Sex. Sie diskutierte dort über jedes Thema, gab dabei aber zu, dass sie keine Ahnung davon habe. Zu der zweiten Serie meinte sie einmal, dass sie zwei Männer als Gäste auswähle und sie mit ihren Theorien konfrontiere. Doch seien ihre Theorien nicht besonders stabil, sie ändere sie regelmäßig beim Sprechen. In dieser Zeit veröffentlichte sie zudem zwei Ratgeber: Marriage Is the First Step Into Divorce und The Female Pleasure Hunt.

Als ihr Vater 1975 starb, vermachte er ihr so viele Aktien seiner Textilfirma Illingworth Morris Group mit etwa 10.000 Angestellten, dass sie Hauptaktionärin der Firma wurde. Sie versuchte, die etwas schwächelnde Firma in den USA zu etablieren, machte sich dabei aber so viele Feinde in ihrer Familie, dass die sie 1981 aus der Firma drängten. Sie verkaufte ihre Anteile. Aus ihrer Ehe mit James Mason hatte Pamela Mason zwei Kinder, die Schauspielerin Portland Mason und den Kinderdarsteller und Filmproduzenten Morgan Mason. James Duke Mason, der Sohn von Morgan Mason und dessen Frau Belinda Carlisle, ist somit ihr Enkel. Pamela Mason starb 1986 an Herzversagen. Sie wurde auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery in Westwood beerdigt.

Filmografie (Auswahl)

Werke

Commons: Pamela Mason – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Pamela Mason in der Internet Broadway Database, abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch)
  2. 1 2 3 Dinitia Smith: Pamela Mason, 80, An Author, Actress And Talk-Show Host. In: The New York Times. 22. Juli 1996, S. A12 (englisch, abrufbar bei ProQuest unter der Id 109642238).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 Pamela Mason. In: Times. 6. Juli 1996, S. 25 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 4. Mai 2026]).
  4. Diana De Rosso: James Mason: A Personal Biography. Retro Classics, Lennard Publishing, Harpenden 2012, ISBN 978-1-909040-23-6 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 3. Januar 2026]).
    1. ↑ S. 11
    2. ↑ S. 12
    3. ↑ S. 18
    4. ↑ S. 13–14
    5. ↑ S. 22–23
    6. ↑ S. 27
    7. ↑ S. 42
  5. 1 2 3 Judy Klemesrud: Pamela Mason: An Eyeful and an Earful. In: Corpus Christi Caller-Times. 8. Dezember 1968, S. 57 (englisch, Abrufbar bei Newspaperarchive.com).
  6. ↑ Joan Littlefield: Britain’s Costliest Cinema Completed; Korda Directs Doug. In: The Daily Colonist. 17. Juni 1934, S. 6 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 4. Mai 2026]).
  7. ↑ Marriages. In: The Billboard. 18. August 1934, S. 33, Sechstes Paar (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 4. Mai 2026]).
  8. Sheridan Morley: James Mason – Odd Man Out. Weidenfeld & Nicolson, London 1989, ISBN 0-297-79323-3 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 4. Mai 2026]).
    1. ↑ S.34–35
    2. ↑ S. 44–46
    3. ↑ S. 35
    4. ↑ S.78
    5. ↑ S.84
  9. 1 2 John Osborne: Mason. In: Life. Januar 1947, S. 36 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 4. Mai 2026]).
  10. ↑ London. In: Variety. 26. Juni 1940, S. 61, mittlere Spalte oben (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 4. Mai 2026]).
  11. ↑ Charles S. Aaronson (Hrsg.): 1953–54 Motion Picture and Television Almanac. Quigley Publications, New York 1953 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 27. September 2026]).
  12. ↑ Wallace A. Ross: Tuesday, April 30. In: Ross Reports. 29. April 1957, S. 6B (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 17. September 2026]).
  13. ↑ Briefs. In: The Gettysburg Times. 17. September 1959, S. 3 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 18. Oktober 2026]).
  14. ↑ Michael Carlson: Obituary: Marvin Mitchelson: Colourful US lawyer who changed the rules of divorce. In: The Guardian. 21. September 2004, S. 27 (englisch, abrufbar bei ProQuest unter der Id 246178886).
  15. ↑ Albert Bermel: Farce – A History from Aristophanes to Woody Allen. Simon and Schuster, New York 1982, ISBN 0-671-25148-1 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 2. Oktober 2026]).
  16. 1 2 Hal Erickson: Syndicated Television – The First Forty Years, 1947–1987. McFarland & Company, Jefferson 1989, ISBN 0-89950-410-8, S. 167 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 29. September 2026]).
  17. ↑ Edmond Grant (Hrsg.): The Motion Picture Guide 1997 Annual (The Films of 1996). Cine Books, New York 1997, ISBN 0-933997-39-6, S. 458 (englisch, Textarchiv – Internet Archive [abgerufen am 4. Mai 2026]).
  18. ↑ Pamela Mason in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 3. Mai 2026.
Personendaten
NAME Mason, Pamela
ALTERNATIVNAMEN Kelino, Pamela; Ostrer, Pamela; Ostrer, Pamela Helen (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG britische Schauspielerin, Drehbuchautorin, Produzentin und Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 10. März 1916
GEBURTSORT England
STERBEDATUM 29. Juni 1996
STERBEORT Beverly Hills, Kalifornien, USA