Parc Ela

Piz Ela

Der Parc Ela im Kanton Graubünden ist der grösste regionale Naturpark der Schweiz. Namensgeber ist der Piz Ela zwischen dem Albulatal und dem Oberhalbstein.

Lage und Kennzahlen

Der Parc Ela liegt in Mittelbünden und umfasst sechs Gemeinden mit insgesamt rund 5'700 Einwohnerinnen und Einwohnern in den Talschaften Albula und Oberhalbstein, namentlich Albula/Alvra, Bergün Filisur, Lantsch/Lenz, Schmitten, Surses sowie die Fraktion Wiesen der Gemeinde Davos. Besonders ist, dass sich der Naturpark mitten in der Passlandschaft von Albulapass, Julier und Septimer befindet. Den seit der Bronzezeit benutzten Passübergängen ist ein reiches kulturelles Erbe zu verdanken: Mittelalterliche Burgen, romanische und barocke Kirchen sowie unter anderem zehn Ortsbilder von nationaler Bedeutung.

Der geographisch tiefste Punkt liegt in der Schinschlucht mit 745 Metern, der höchste Punkt ist der Piz Kesch auf 3418 Meter.

Das Gebiet des Parc Ela umfasst 659 Quadratkilometer, 200 davon sind unberührte Natur. Die Parkfläche ist unterteilt in 57 % Landschaftsschutzfläche, 1 % Siedlungsfläche, 39 % unbewirtschaftete Fläche, 31 % Landwirtschaftsfläche sowie 27 % Waldfläche.

Im Park werden offiziell drei Sprachen gesprochen: Deutsch, Romanisch und Italienisch. Der Anteil romanisch sprechender Personen beträgt ein Drittel (Idiom: Surmiran). Der Pflege des Romanischen wird eine besondere Bedeutung zugemessen, um diese Sprache zu erhalten und zu pflegen.

Natur und Landschaft

Die Landschaft im Parc Ela ist reich an vielfältigen Lebensräumen über alle Höhenstufen. Oberhalb der Waldgrenze bieten ausgedehnte Flachmoore ein Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten. Im Albulatal bildet eine vielfältige Heckenlandschaft ein wertvolles Lebensraummosaik, in dem Feldhasen, Schlingnattern, Bergeidechsen und viele Insekten leben. Obwohl die Parkfläche nur gut ein Prozent der Schweiz ausmacht, kommen im Parc Ela ein Drittel der Schweizer Insektenarten vor, davon 200 gefährdete Arten. Wie überall in den Alpen befinden sich die Gletscher im Parc Ela auf dem Rückzug. Noch prägen Gletscher und Firnfelder das karge Kesch-Ducan-Gebiet, eine Landschaft von nationaler Bedeutung bei Bergün Filisur. Weitere kleinere Gletscher findet man am Piz Platta und am Piz d'Err.

Fauna

Flora

Saurierspuren: Mitten im Parc Ela (an den drei Bergünerstöcken Piz Ela, Tinzenhorn und Piz Mitgel) haben vor 200 Millionen Jahren Saurier ihre Spuren hinterlassen. Die fossilen Fussabdrücke von Raubsauriern auf dem Gipfel des Piz Ela sind die ältesten und höchstgelegenen der Welt. Ein Besuch der Saurierspuren ist jedoch nur für Personen mit Bergerfahrung möglich.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Neben der vielfältigen Landschaft sind historische Dorfkerne und geschichtsträchtige Bauten im Naturpark besonders sehenswert. Eine Auswahl:

Geschichte

Am 23. Juni 2012 hat der Park das Label als Regionaler Naturpark von nationaler Bedeutung von Bund erhalten. Das Parklabel wird wie bei allen Schweizer Naturpärken befristet für 10 Jahre vergeben.

Aufbauphase 2005–2008

Kandidaturphase 2009–2011

1. Betriebsphase (2012–2021)

2. Betriebsphase (2022–2031)

Commons: Parc Ela – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Parc Ela Trek. Abgerufen am 9. Oktober 2023.
  2. ↑ Graubünden hat nun offiziell seinen nationalen Naturpark
  3. ↑ Der grösste Naturpark der Schweiz feiert: „Wir sind Park!“ (Memento vom 26. November 2015 im Internet Archive) (Medienmitteilung, PDF; 92 kB)
  4. ↑ Daten und Ergebnisse der Gemeindeversammlungen. 26. August 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. März 2021; abgerufen am 16. März 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Bund gibt grünes Licht für Parc Ela. 15. Juli 2021, abgerufen am 6. August 2021.

Koordinaten: 46° 36′ N, 9° 42′ O; CH1903: 772737 / 162804