
Pascal Felix Ernst Kober (* 3. Juli 1971 in Sindelfingen) ist ein deutscher evangelischer Militärgeistlicher und Politiker (FDP). Von 2009 bis 2013 sowie von 2017 bis 2025 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Von Januar 2022 bis Dezember 2024 war er zudem Beauftragter der Bundesregierung für die Anliegen von Opfern und Hinterbliebenen von terroristischen Straftaten im Inland. Seit 2025 ist er Militärgeistlicher in Koblenz.
Pascal Kober wuchs in Böblingen auf und ist evangelisch-lutherischer Konfession. Er studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Kiel und Neuendettelsau. Er ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. 2007 bis 2009 war er Religionslehrer an der Hermann-Gundert-Schule in Calw-Wimberg.
Ab 2014 war er Militärpfarrer der Bundeswehr an den Standorten Stetten am kalten Markt und Pfullendorf. In den Jahren 2015 und 2016 ging Kober zweimal in den Auslandseinsatz nach Mali: Von Dezember 2015 bis März 2016 war Kober im Rahmen der Europäischen Ausbildungsmission EUTM Mali in Bamako als Militärseelsorger eingesetzt. Von April bis Juli 2016 war er im Rahmen der UN-Mission MINUSMA im nördlichen Gao eingesetzt.
Ab 2019 nahm Kober an der Reserveoffizier-Ausbildung der Seiteneinsteiger teil. Im Februar 2022 wurde er zum Oberleutnant der Reserve ernannt. Von 2019 bis 2026 war er einer der Stellvertreter des Präsidenten des Verbands der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag ist er seit 2025 Militärgeistlicher beim Evangelischen Militärpfarramt Koblenz I. Er war zunächst Militärpfarrer und wurde 2026 zum Militärdekan ernannt.

Pascal Kober trat 1998 den Jungen Liberalen bei und wurde zugleich Mitglied der FDP. Zwei Jahre später wurde er Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Neckar-Alb. Von 2001 bis 2026 war er Mitglied im Landesvorstand der FDP Baden-Württemberg. Er war Initiator des Grundsatzprogramms der FDP Baden-Württemberg, Gründungsmitglied und theologischer Berater der Christlichen Liberalen und ab 2010 Mitglied der Kommission zur Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms der FDP-Bundespartei. Von 2015 bis 2025 war er Beisitzer im FDP-Bundesvorstand und von 2015 bis 2026 stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg.
Bei der Bundestagswahl 2009 zog Pascal Kober über die Landesliste der FDP Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag ein. In der 17. Wahlperiode war er als Obmann der FDP-Fraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales zuständig für alle Themen im Rechtskreis des Sozialgesetzbuchs II, umgangssprachlich bekannt als Hartz IV. Darüber hinaus war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, wo er sich für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte sowie für die Menschenrechte von Frauen, Kindern und Minderheiten einsetzte. Zudem war er stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.
Weitere Ämter und Funktionen im Bundestag hatte Pascal Kober als stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe Französischsprachige Staaten West- und Zentralafrikas, als Mitglied der Parlamentariergruppe SADC-Staaten, der Parlamentariergruppe USA und der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe sowie als stellvertretender Sprecher der Gruppe Christen in der FDP-Bundestagsfraktion inne. Wegen des Scheiterns seiner Partei bei der Bundestagswahl 2013 schied Kober aus dem Parlament aus.
Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Kober im Bundestagswahlkreis Reutlingen und auf dem vierten Platz der baden-württembergischen Landesliste. Er zog über die Landesliste in den 19. Deutschen Bundestag ein. Dort war Kober Sozialpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Mitglied sowie Obmann seiner Partei im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Er war zudem stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen Gesundheit und Verteidigung, sowie im 1. Untersuchungsausschuss des Verteidigungsausschusses.
Von seiner Partei zur Bundestagswahl 2021 auf Platz 4 der Landesliste aufgestellt, wurde er zum dritten Mal ins Bundesparlament gewählt. Er war Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Arbeit und Soziales der FDP-Bundestagsfraktion sowie Arbeitsmarkt- und Sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Kober war weiterhin Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales und stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss. Am 12. Januar 2022 wurde er auf Vorschlag von Bundesjustizminister Marco Buschmann zum Beauftragten der Bundesregierung für die Anliegen der Opfer und Hinterbliebenen terroristischer Straftaten im Inland ernannt. Als die Ampelkoalition im November 2024 zerbrach, blieb er zunächst noch im Amt, wurde aber zum 1. Januar 2025 durch Roland Weber abgelöst.
Bei der Bundestagswahl 2025 trat er erneut im Bundestagswahlkreis Reutlingen und auf Platz 4 der Landesliste an, wurde jedoch nicht in den Bundestag gewählt.
Für seine Teilnahme an Auslandseinsätzen der Bundeswehr als Militärpfarrer wurde Kober mit Einsatzmedaillen ausgezeichnet:
Militärdekan Kober ist Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Deutscher Pferdesport.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kober, Pascal |
| ALTERNATIVNAMEN | Kober, Pascal Felix Ernst |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Militärgeistlicher und Politiker (FDP), MdB |
| GEBURTSDATUM | 3. Juli 1971 |
| GEBURTSORT | Sindelfingen |