Padua

Padua
Padua (Italien)
Padua (Italien)
Staat Italien
Region Venetien
Provinz Padua (PD)
Lokale Bezeichnung Pàdo(v)a
Koordinaten 45° 24′ N, 11° 52′ OKoordinaten: 45° 24′ 29″ N, 11° 52′ 20″ O
Höhe 12 m s.l.m.
Fläche 92 km²
Einwohner 208.202 (31. Dez. 2025)
Postleitzahl 35100
Vorwahl +39 (0)49
ISTAT-Nummer 028060
Bezeichnung der Bewohner Padovani oder Patavini
Schutzpatron Antonius von Padua
Website comune.padova.it

Padua (italienisch Padova, lateinisch Patavium) ist eine italienische Gemeinde und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Padua. Sie liegt am Rand der Po-Ebene, 30 km westlich von Venedig, am Fluss Bacchiglione und hat 208.202 Einwohner (Stand 31. Dezember 2025).

Mit dem botanischen Garten und mit mehreren über die Altstadt verteilten Freskenzyklen des 14. Jahrhunderts besitzt Padua zwei Einträge in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Die Stadt beheimatet zudem mit der Universität Padua (Gründung im Jahr 1222) eine der ältesten europäischen und die nach Bologna (gegründet 1088) und Modena (gegründet 1175) drittälteste Universität Italiens.

Geschichte

Antike

Padua ist eine der ältesten Städte Italiens. In der Antike führte es den lateinischen Namen Patavium. Der Sage nach wurde es von dem Trojaner Antenor um 1184 v. Chr. gegründet. Angeblich hatte Antenor in Patavium Spiele gestiftet, die im 1. Jahrhundert n. Chr. alle 30 Jahre mit der Aufführung von Dramen abgehalten wurden. Tatsächlich stammen die ältesten archäologischen Siedlungsspuren dieser Region aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. In der Folge sind kleine Siedlungen am Fluss Bacchiglione für das 10. und 9. Jahrhundert v. Chr. bezeugt. Das dort entstandene Patavium entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der Veneter. Es besaß einen Seehafen mit sicherem Ankerplatz an der Mündung der Brenta und des Bacchiglione und unterhielt eine lebhafte Schifffahrt längs der Küste. Durch ihre ständigen Streitigkeiten mit keltischen Nachbarvölkern waren die Pataviner kriegerisch eingestellt. Die erste historische Notiz über die Stadt bezieht sich auf das Jahr 302 v. Chr. Damals schlug die Miliz von Patavium einen Angriff des spartanischen Königssohns Kleonymos zurück. Sie konnte einige feindliche Schiffe erbeuten, die sie verbrannte. Die Schiffsschnäbel und die erbeuteten Spolia wurden im Tempel der Juno aufbewahrt. Zum Andenken an den Sieg wurde in Patavium jährlich mit Schiffen auf dem Fluss ein Scheinkampf aufgeführt.

Aus Abneigung gegen die benachbarten Gallier schlossen sich die Pataviner mit den übrigen Venetern als Bundesgenossen den Römern an, als diese von 225–222 v. Chr. Krieg gegen die Boier und Insubrer führten. Die Veneter und Cenomanen stellten damals zusammen ein Kontingent von 20.000 Soldaten für den Krieg. Im Zweiten Punischen Krieg gegen Hannibal leisteten die Pataviner den Römern große Dienste, indem sie durch ihre Beherrschung der Wasserstraßen die Festungen Placentia (heute Piacenza) und Cremona hielten. Später unterstellten sie sich gern der Hegemonie der Römer, die von hier aus die Alpenpässe absicherten. Patavium erhielt keine römische Besatzung; seine innere Verwaltungsautonomie wurde respektiert. In innere Streitigkeiten von Patavium griff auf Wunsch von dessen Einwohnern 174 v. Chr. der Konsul Marcus Aemilius Lepidus schlichtend ein. Der Ort entwickelte sich zu einer der wichtigsten und reichsten Handelsstädte des Römischen Reiches. Patavium besaß bedeutende Tuch- und andere Manufakturen und exportierte Wolle, aus der kostbare Teppiche und in Italien beliebte Wolldecken gefertigt wurden. 59 v. Chr. wurde hier der römische Geschichtsschreiber Titus Livius geboren. 49 v. Chr. erlangte die Stadt den Status eines Municipium der Tribus Fabia. Es litt nicht unter den römischen Bürgerkriegen. 43 v. Chr. stellte es sich auf die Seite des Senats gegen Marcus Antonius, dessen Gesandten es nicht empfangen wollte, wofür es von Cicero gelobt wurde. In der Ära des Kaisers Augustus ergab der Zensus von 14 n. Chr., dass die hohe Anzahl von 500 aus Patavium stammenden Männern genügend Vermögen hatten, um die Würde eines Ritters bekleiden zu dürfen.

Der Legende nach soll der Heilige Prosdocimus das Gebiet im 1. Jahrhundert christianisiert haben. In Padua soll er als erster Bischof fungiert haben. 69 n. Chr. wurde Patavium widerstandslos von den Feldherren des Kaisers Vespasian, Primus und Varus, während ihres Vorstoßes nach Italien besetzt.

Es blieb in den nächsten Jahrhunderten weiterhin eine prosperierende Stadt, wird aber in den Quellen kaum noch erwähnt. Unter Diokletian wurde es Ende des 3. Jahrhunderts einem kaiserlichen Corrector und später einem Präfekten unterstellt. Es ist nicht sicher, ob Patavium durch die Einfälle von Alarich (um 400) und des Hunnenheers Attilas (452) betroffen war. 493 wurde die Stadt von den ostgotischen Truppen Theoderichs des Großen in Besitz genommen. Während des Gotenkriegs des Kaisers Justinian I. wurde Patavium von dessen Feldherrn Narses erobert und kam damit für kurze Zeit unter oströmische Herrschaft.

Mittelalter

Als der Langobardenkönig Alboin 568 in Norditalien einfiel und die Provinz Venetien überrannte, konnte Patavium zunächst seine Unabhängigkeit behaupten. 601 wurde die Stadt von König Agilulf nach blutiger Belagerung erobert und fast ganz zerstört. Die Überreste des Amphitheaters und einige Brückenfundamente sind die einzigen heute noch erhaltenen Teile. Die Bevölkerung mit ihrem Bischof floh nach Metamaucum.

Die Stadt erholte sich davon nur sehr langsam. Karl der Große brachte Padua 779 unter fränkische Herrschaft. Später wurde die Stadt dem Heiligen Römischen Reich zugeordnet. Otto I. errichtete in Padua eine Munizipalverfassung mit zwei vorsitzenden Konsuln und erklärte Padua zur Freien Stadt.

Unter Kaiser Friedrich I. trat sie 1164 dem Lombardischen Städtebund bei, schloss aber 1177 zu Venedig einen Waffenstillstand mit dem Kaiser, nachdem es 1175 einen Podestà an die Spitze der städtischen Regierung gestellt hatte.

Die Podestàs bedrohten bald die Selbständigkeit Paduas, besonders die aus dem Haus Romano, von denen Ezzelino III. von 1237 bis 1256 eine drückende Tyrannei ausübte. 1256 wurde Padua von den Guelfen erobert. Aufgrund der Missgunst zwischen Volk und Adel übertrug man das Podestat wieder einer Familie, den Carraresi. Unter der Signoria der da Carrara erweiterte Padua seinen Herrschaftsbereich auf einen Großteil von Zentral-Venetien und baute die Stadt stetig aus. So entstanden die mittelalterliche Stadtbefestigung und die weltliche und kirchliche Bebauung der Stadt.

Universität Padua, gegründet 1222

1222 wurde – nach Bologna und Modena – die Universität Padua als dritte Universität in Italien gegründet, und einige der wichtigsten italienischen Künstler arbeiteten oder lebten in Padua. Dazu gehörten unter anderem Giotto di Bondone, Guariento di Arpo, Altichiero da Zevio und Giusto de’ Menabuoi. 1364 erbaute Giovanni de Dondi in Padua eine Planetenuhr.

1328 fiel die Stadt an Cangrande I. della Scala. Die Scaligerherrschaft endete aber bereits 1337. Mit dem Niedergang der Familie der Carraresi 1405 verlor auch Padua seine politische Eigenständigkeit und kam unter die Herrschaft der Republik Venedig, was der kulturellen Entwicklung keinen Abbruch tat. Bis in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts wirkten unter anderem Donatello und Andrea Mantegna in Padua.

Neuzeit

Venezianische Herrschaft

Die Herrschaft Venedigs über Padua dauerte bis zum Ende dieser Republik (1797). Es gab nur eine kurze Unterbrechung, als Padua 1509 während des Krieges gegen die Liga von Cambrai in die Hände der Liga fiel. Die Kaiserlichen wurden nach einigen Monaten wieder vertrieben. Kurz darauf belagerte Kaiser Maximilian I. Padua vom 15. September bis zum 1. Oktober 1509 vergeblich. Die Stadt wurde von zwei venezianischen Adeligen, einem Podestà für die zivilen und einem Kapitän für die militärischen Angelegenheiten, regiert, die für jeweils 16 Monate gewählt wurden. Unter diesen Gouverneuren besorgten weiterhin der Große und der Kleine Rat die Geschäfte der Stadt und wandten die paduanischen Gesetze an, die in den Statuten von 1276 und 1362 festgelegt waren. Die Finanzen lagen in den Händen von zwei Kämmerern. Ein Gesandter aus den Reihen des paduanischen Adels residierte für jeweils fünf Jahre in Venedig, um dort die Interessen seiner Heimatstadt zu vertreten.

Im 16. Jahrhundert erfuhr Padua einen erneuten Aufschwung. Die Stadt wurde um einige Gebäude erweitert, die Stadtbefestigung weiter ausgebaut, und die Universität baute ihren guten europäischen Ruf aus. In dieser Zeit lehrten an der Universität viele italienische Gelehrte, unter anderem Galileo Galilei, der 1599 zu den Mitbegründern der Accademia dei Ricovrati gehörte.

Padua um 1780

Österreichische Herrschaft

Padua in den 1850er Jahren

Am Ende des 18. Jahrhunderts endete die venezianische Vorherrschaft. Am 28. April 1797 wurde Padua von den Franzosen besetzt und im Frieden von Campo Formio am 17. Oktober 1797 an Österreich abgetreten, kam aber im Pressburger Frieden vom 26. Dezember 1805 an das von Napoleon Bonaparte gegründete Königreich Italien. Der erste Pariser Friede vom 30. Mai 1814 brachte Padua als Teil des Königreiches Lombardo-Venetien indirekt an Österreich zurück (der Kaiser von Österreich war in Personalunion sein König). Am 8. Februar 1848 fand in Padua ein bewaffneter Aufstandsversuch statt, der jedoch von den österreichischen Truppen unterdrückt und danach die Universität am 15. Februar 1848 geschlossen wurde. Im März 1848 brachen neue Unruhen aus, in deren Folge das österreichische Militär die Stadt räumte und erst am 14. Juni 1848 zurückkehrte. 1850 wurde die Universität wieder eröffnet.

Unter der habsburgischen Herrschaft begann die Entwicklung der Industrie in Padua. 1845 wurde als eine der ersten Bahnstrecken Italiens die Strecke Padua–Venedig (heute Teil der Bahnstrecke Venedig–Rovigo–Bologna) errichtet.

Teil Italiens

Durch den Wiener Frieden vom 3. Oktober 1866 kam Padua mit Venetien an das Königreich Italien. Zu dieser Zeit war Venetien die ärmste Region Norditaliens, was bis in die 1960er Jahre so bleiben sollte. Die Stadt selbst blühte dennoch in den folgenden Jahrzehnten gesellschaftlich und wirtschaftlich auf. Die Industrialisierung schritt fort und die Stadt war ein wichtiger landwirtschaftlicher Markt. Die Universität bildete ein bedeutendes kulturelles und technologisches Zentrum. Auch ein höheres militärisches Kommando und mehrere Regimenter waren hier stationiert.

Mit dem Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg am 24. Mai 1915 wurde Padua als Sitz des Oberkommandos der italienischen Armee ausgewählt, wo König Viktor Emanuel III. und der Generalstabschef Luigi Cadorna fortan lebten. Nach der italienischen Niederlage in der Schlacht von Karfreit im Herbst 1917 wurde die Front bis an den nur 50 bis 60 km entfernten Piave zurückgenommen, wodurch die Stadt innerhalb der Reichweite der österreichisch-ungarischen Artillerie lag. Dennoch wurde das Oberkommando nicht verlegt. Padua war bereits 1916 erstmals Ziel der k.u.k. Luftstreitkräfte gewesen. Bis 1918 flog die österreichisch-ungarische Luftwaffe insgesamt 19 Luftangriffe auf die Stadt, die insgesamt 129 Todesopfer forderten und bei denen 211 Gebäude beschädigt wurden. Vom nahe gelegenen Flugfeld San Pelagio startete Gabriele D’Annunzio am 9. August 1918 zu seinem denkwürdigen Flug über Wien. Ende Oktober 1918 brach nach dem entscheidenden Sieg der italienischen Armee in der Schlacht von Vittorio Veneto die österreichisch-ungarische Front zusammen. Am 3. November 1918 wurde in der Villa Giusti am Stadtrand von Padua der Waffenstillstand von Villa Giusti unterzeichnet.

Während des Ersten Weltkrieges war die Industrie stark gewachsen, was die Grundlage für die weitere Entwicklung in der Nachkriegszeit bot. In den Jahren nach dem Krieg entwickelte sich Padua außerhalb der alten Stadtmauern und wuchs sowohl an Größe als auch an Bevölkerung. Wie viele andere Orte innerhalb und außerhalb Italiens erlebte Padua in diesen Jahren schweren sozialen Aufruhr. Die Stadt wurde durch Streiks und Zusammenstöße erschüttert, Fabriken und Land wurden besetzt, und Kriegsveteranen kämpften um ihre Rückkehr ins Zivilleben. Wie in anderen Städten Italiens sahen viele im Faschismus den Retter von Ordnung und Besitz gegen die Revolution. Eine der größten Massenkundgebungen, bei der angeblich etwa 300.000 Menschen einer Rede Benito Mussolinis folgten, fand in Padua statt.

Neue Gebäude in typisch faschistischer Architektur entstanden, so z. B. die Gebäude um die Piazza Spalato (heute Piazza Insurrezione), der neue Teil des Rathauses und ein Teil des Palazzo del Bo, Sitz der Universität.

Im Zweiten Weltkrieg befand sich in den Jahren 1942 und 1943 in einer ehemaligen Kaserne das italienische Konzentrationslager Chiesanuova für slowenische und kroatische Gefangene. Nach dem Waffenstillstand von Cassibile am 8. September 1943 wurde Padua Teil der Italienischen Sozialrepublik, des Marionettenstaates der deutschen Besatzer. In der Stadt befanden sich das Ministerium für öffentliche Unterweisung, Militär- und Milizkommanden sowie ein Militärflugplatz. Gleichzeitig bekämpfte die Resistenza, die italienischen Partisanen, sehr aktiv die neuen faschistischen Machthaber wie auch die Nazis.

Padua wurde zwischen 1943 und dem Kriegsende im April 1945 mehrmals von alliierten Flugzeugen bombardiert. Der erste Luftangriff fand am 16. Dezember 1943 statt, bei dem 300 Menschen starben. Geflogen wurden die Angriffe von der 15. US-Luftflotte und der 205. Bomber-Gruppe der Royal Air Force. Am schwersten wurden der Bahnhof sowie der im Norden gelegene Stadtteil Arcella getroffen. Die Angriffe kosteten in der Stadt und den Vororten insgesamt etwa 2000 Opfer. Bei den Luftangriffen wurden auch viele denkmalgeschützte Objekte unterschiedlich stark beschädigt oder gingen sogar gänzlich verloren, wie die Fresken von Andrea Mantegna und Nicolò Pizzolo in der zur Eremitani-Kirche gehörenden Cappella Ovetari. In der nach dem Ersten Weltkrieg errichteten Gedenkstätte und Kirche Tempio Antoniano della Pace fanden nicht nur über 5000 Gefallene des Ersten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte, sondern auch 989 zivile Opfer der Luftangriffe auf Padua im Zweiten Weltkrieg.

Am 28. April 1945 wurde die Stadt durch Partisanen und neuseeländische Truppen befreit. Ein kleiner Soldatenfriedhof des Commonwealth im Westen der Stadt erinnert an die Opfer.

Nach dem Krieg erlebte die Stadt einen raschen Aufschwung – ein Spiegelbild des Aufstiegs Venetiens vom ärmsten Gebiet in Norditalien zu einer der reichsten und aktivsten Regionen des modernen Italien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Basilica di Sant’Antonio
Basilika der Heiligen Justina am Prato della Valle
Palazzo della Ragione
Kathedrale Sta. Maria Assunta und Baptisterium
La Specola

Infrastruktur

Straßenverkehr

Blick vom Prato delle Valle

Die historische Position als einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte hat die Entwicklung der Stadt sehr begünstigt. Alte Römerstraßen, welche durch Padua führten oder dort endeten, bilden heute den Ursprung vieler Straßen der Stadt. Unter ihnen befand sich die Via Annia, die Via Medoaci, die Via Astacus, die Via Aurelia und die Via Aponense. Die Verkehrswege der Stadt entwickelten sich nach dem römischen Stadtplanungssystem, an den Kreuzungen römischer Hauptstraßen entstanden die wichtigsten Plätze der Stadt wie die Piazza delle Erbe, die Piazza della Frutta, die Piazza dei Signori und der Domplatz. Von großer Bedeutung ist zudem der "Prato delle Valle", welcher flächenmäßig der zweitgrößte Platz nach dem Roten Patz in Europa ist. Er wurde 1775 angelegt, beherbergt den größten Markt der Stadt und ist Schauplatz bedeutender Sport-, Musik-, und anderer Veranstaltungen.

Padua ist von einem Ring aus Umgehungsstraßen umgeben, die den "Grande Raccordo Anulare di Padova" bilden, dessen Gesamtlänge mehr als 40 km beträgt und 21 Ausfahrten umfasst. Er wird als autobahnähnliche Schnellstraße gewertet. Auf dem Großteil der Stecke besteht er aus einer vierspurigen Straße mit Standstreifen. Seit vielen Jahren gibt es mehrere Projekte für den sechsstreifigen Ausbau und die Kompetenzübertragung an eine einzelne Betreibergesellschaft.

Autobahnen

Padua wird von zwei Autobahnen tangiert. Die Autobahn A4 "Serenissima" Turin-Triest, betrieben von "Autostrada Brescia-Verona-Vicenza-Padova S.p.A." im Norden und die Autobahn A13 "Euganea" Bologna-Pauda, betrieben von Autostade per l’Italia im Süden.

Überlandstraßen

  • SR 11 Padana Superiore: Venedig-Turin, über Mailand
  • SS16 Adriatica: nach Lecce, über Rimini, Ancona und Bari
  • SP47 della Valsugana: nach Trient, über Cittadella und Bassano del Grappa
  • SR 47 di Altichiero: Tangenziale Ovest und Tangenziale Sud
  • SS250 delle Terme Euganee: nach Montegrotto Terme, über Abano Terme
  • SR 307 del Santo: nach Resana, über Camposampiero und Campodarsego
  • SR 308 del Santo: nach Castelfranco Veneto, (Tangenziale Est)
  • SR 515 Noalese: nach Treviso, über Noale und Scorzè
  • SS516 Piovese: nach Piove di Sacco

Nahverkehr

Translohr Padua

Der gesamte öffentliche Nahverkehr wird von Busitalia Veneto betrieben. Die Hauptverkehrsachse bildet das am 6. Dezember 2006 in Betrieb genommene Straßenbahnsystem. Die Tranvia di Padova ein Translohr-System ist eine sogenannte Tramway sur pneumatiques (französisch für Straßenbahn auf Gummireifen) des französischen Unternehmens Lohr Industrie. Diese Technik setzt eine mittig eingelassene Schiene ein. Die Fahrzeuge sind Zweirichtungs-Gelenkfahrzeuge, die nur auf spurgeführten Strecken fahren können. Auf einer Linie mit einer Länge von 10,3 Kilometern sind 14 Fahrzeuge im täglichen Einsatz. Eine Erweiterung zu einem Netz von vier Linien ist geplant und seit 2023 in der Ausführung. Eine Aufstockung des Fuhrparks auf 55 Fahrzeuge wird angestrebt.

Der Überlandbusverkehr wird von ACTV, Mobilità di Marca und SVT Società Vicentina Trasporti betrieben.

Zwischen 1883 und 1954 war in Padua ein gut ausgebautes, regionales Dampftramsystem im Betrieb. In den ersten Jahren wurde die Tram teilweise von Pferden gezogen.

Schienenverkehr

Padua verfügt über mehrere Bahnhofe, von welchen der Hauptbahnhof Padua der wichtigste ist. Weitere Bahnhofe im Stadtgebiet sind Padua Campo di Marte und Padua Interporto. Der einzige Bahnhof in der Innenstadt, der Bahnhof Ponte di Brenta wurde nach der Eröffnung des Bahnhofs Busa di Vigonza weiter östlich stilgelegt.

Padua wird im Fern- und Regionalverkehr durch die Ferrovie dello Stato Italiane mit ganz Italien verbunden. Die wichtigsten Stecken, welche durch Padua laufen sind die Strecken Venedig-Mailand und Triest-Mailand.

Im Jahr 1911 wurde die Eisenbahnstrecke Padua–Piazzola in Betrieb genommen, die 1923 bis nach Carmignano verlängert wurde; diese Strecke, die den Vorortverkehr in Richtung Norden bediente, wurde 1958 stillgelegt.

Flugverkehr

Blick auf den Flugplatz Padua

Der Flugplatz Padua "Gino Allegri" liegt an Paduas Via Sorio und wird als Verkehrslandeplatz betrieben. Der Flughafenin Padua wird hauptsächlich von der Luftwaffe und für Rettungsflüge zur Unterstützung des städtischen Klinikums genutzt. Er ist außerdem Sitz eines Flugvereins, der Privatflüge und Flugunterricht mit kleinen Sportmaschinen und Segelflugzeugen organisiert.

Die Stadt wird vom 45 km entfernten Flughafen Venedig "Marco Polo" bedient. Ebenfalls in der Nähe liegen die Flughäfen von Treviso, Verona und Bologna.

Schiffverkehr

Ein geplanter Flusshafen von Padua, welcher die Wasserstraße Padua-Venedig bedienen sollte und die Umladung von Gütern auf die Schienen erleichtern sollte, ging nie in Betrieb. Die Wasserstraße Padua-Venedig, welche vom Interporto Padua ausgeht, wurde in den 1960er Jahren errichtet und ist 27,575 km lang. Sie führt unter anderem über den Fluss Brenta.

Seit mehreren Jahrzehnten wird die touristische Flussschifffahrt zwischen Padua und Venedig an Bord des historischen „Burchiello“ wieder betrieben. Zwischen Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre wurde auch die Schifffahrt auf anderen städtischen Wasserwegen wieder aufgenommen, die zu diesem Zweck ausgebaggert und hergerichtet wurden. Innerhalb der Stadt wurden Anlegestellen für kleine Boote zu privaten bzw. touristischen Zwecken errichtet.

Sport

In Padua ist der Fußballverein Calcio Padova beheimatet, der nach dem Abstieg aus der Serie B nach der Saison 2018/19 wieder in der Girone B der Serie C spielt. Die Radrennbahn Velodromo Giovanni Monti ist die älteste Sportstätte Italiens und gleichzeitig das älteste kommunale Stadion Italiens.

Padua in der Literatur

Persönlichkeiten

Bekannte Persönlichkeiten der Stadt sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Padua aufgeführt.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Padua unterhält folgende zehn Gemeindepartnerschaften:

StadtLandseitTyp
Beira Mosambik1995Partnerstadt (Città gemella)
Boston  Vereinigte Staaten1983Partnerstadt (Città gemella)
Cagliari  Italien2002Städtefreundschaft (Patti di amicizia)
Coimbra  Portugal1998Partnerstadt (Città gemella)
Freiburg im Breisgau  Deutschland1967Partnerstadt (Città gemella)
Handan Volksrepublik China1988Partnerstadt (Città gemella)
Iași  Rumänien1995Partnerstadt (Città gemella)
Nancy  Frankreich1964Partnerstadt (Città gemella)
Oxford Vereinigtes Königreich2019Partnerstadt (Città gemella)
Zadar  Kroatien2003Partnerstadt (Città gemella)
Simferopol Ukraine (von Russland besetzter Teil) 2016 Unklar

Die Städtepartnerschaft zwischen Simferopol und Padua wurde 2016, zwei Jahre nach der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim durch die Russische Föderation vollzogen. Der Austausch fand im Rahmen des auf der besetzten Krim stattgefundenen Second Yalta International Economic Forum statt, an der verschiedene rechte bis rechtsextreme europäische Parteien teilnahmen. Für Italien nahmen sowohl Mitglieder der Lega Nord als auch der Fratelli d’Italia teil (ebenso ein Mitglied der linkspopulistischen Alternativa Libera). Der Austausch fand noch unter dem Liga Veneti/Lega Nord Bürgermeister Massimo Bitonci statt. Ob die Städtepartnerschaft weiterhin existiert, ist unklar, da sich hierzu keinerlei Informationen auf der italienischen Seite der Stadt finden lassen.

Literatur

Commons: Padua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Padua – Reiseführer

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ Botanical Garden (Orto Botanico), Padua. In: whc.unesco.org. Abgerufen am 28. Juli 2021 (englisch).
  3. ↑ Padua’s fourteenth-century fresco cycles. In: whc.unesco.org. Abgerufen am 28. Juli 2021 (englisch).
  4. ↑ Vergil, Aeneis 1, 247; Tacitus, Annalen 16, 21 ,1; u. a.
  5. ↑ Tacitus, Annalen 16, 21, 1; Cassius Dio, Römische Geschichte 62, 26, 4.
  6. 1 2 3 Padova auf Treccani online.
  7. ↑ Hans Philipp: Patavium. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XVIII,4, Stuttgart 1949, Sp. 2114–2119 (hier: Sp. 2116).
  8. ↑ Titus Livius, Ab urbe condita 10, 2.
  9. ↑ Polybios, Historien 2, 24.
  10. ↑ Livius, Ab urbe condita 21, 57; 39, 22 ff.; 41, 27.
  11. ↑ Livius, Ab urbe condita 41, 27, 3.
  12. ↑ Strabon, Geographika 5, 218; Martial, Epigrammata 14, 148.
  13. ↑ CIL 5, 267
  14. ↑ Cicero, Philippische Reden 12, 10.
  15. ↑ Strabon, Geographika 3, 167; 5, 213.
  16. ↑ Tacitus, Historien 3, 6.
  17. ↑ B. Forlati Tamaro: Patavium (Padua), Italy. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3 (englisch, perseus.tufts.edu).
  18. ↑ Paulus Diaconus, Historia Langobardorum 2, 14; 4, 23.
  19. ↑ Emanuele Cenghiaro: I bombardamenti aerei su Padova. In: padovagrandeguerra.it. 27. August 2014, abgerufen am 31. Januar 2023 (italienisch).
  20. ↑ Carlo Spartaco Capogreco: I campi del duce. Giulio Einaudi 2004, ISBN 88-06-16781-2, S. 251 f.
  21. ↑ Marco Gioannini, Giulio Massobrio: L’Italia bombardata: Storia della guerra di distruzione aerea 1940–1945. Mondadori, Mailand 2021, Anhang „Bombardamenti nel 1944“ und „1945“, ISBN 978-88-04-72577-0.
  22. ↑ Bombardamenti aerei su Padova. In: cavedebuseto.it. Abgerufen am 31. Januar 2023 (italienisch).
  23. ↑ La Chiesa della Pace ospita i caduti padovani della Prima e seconda guerra mondiale. In: padovaoggi.it. 11. April 2016, abgerufen am 31. Januar 2023.
  24. ↑ Anton Seidenbusch: Kunst und Medizin in Padua. Berührpunkte zwischen Heilkunde und bildender Kunst, dargestellt anhand von Beispielen aus Paduas Kirchen und der Scuola del Santo. Wellm, Pattensen/Hannover 1975; jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 1).
  25. ↑ Johann Wolfgang von Goethe: Italienische Reise. Auch ich in Arkadien. Padua, den 27. September 1786.
  26. ↑ Holger Dambeck: Zerstörtes Fresko: Mathematiker setzt lückenhaftes Mega-Puzzle zusammen. Spiegel Online, 18. Oktober 2011, abgerufen am 1. März 2016.
  27. ↑ Comune di Padova, redazione di Padovanet: Dalle origini a Roma - Comune di Padova. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. März 2014; abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  28. ↑ Via Annia | Padova Cultura. Abgerufen am 16. September 2026.
  29. ↑ primaposizione: Storia di Padova. In: Hotel Valbrenta. 23. Oktober 2019, abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  30. ↑ Alberto Botton: Prato della Valle a Padova, una tra le più grandi e belle piazze d'Europa. In: Blog di Padova. 31. Januar 2025, abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  31. ↑ Marta P: Prato della Valle: la piazza più grande d'Europa tra statue e mercato. Abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  32. ↑ Raccordo Anulare Padova. Abgerufen am 16. September 2026.
  33. ↑ Andrea Spinosa: IL TRAM DI PADOVA. In: CityRailways. 22. Juni 2016, abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  34. ↑ Tram Padova. Abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  35. ↑ Gianni Trivellato 01 marzo 2012 09:38 Facebook Twitter WhatsApp: MERICORDO. C'era una volta anche a Padova il tram a cavalli. Abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  36. ↑ Stazione addio, a Ponte di Brenta i treni non si fermeranno più. 2. Dezember 2015, abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  37. ↑ Storia, Cartoline, Foto, Immagini e Libri d'epoca di Piazzola Sul Brenta - La Ferrovia di Camerini. Abgerufen am 16. September 2026.
  38. ↑ https://www.aeroclubpadova.it/. Abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  39. ↑ Aeroporto di Padova ● dal 1916 ● 45°23’46”N 011°50’53”E ● LIPU Torre 123.250. Abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  40. ↑ Il Burchiello. Abgerufen am 16. September 2026 (italienisch).
  41. ↑ Johann Wolfgang Goethe: Italienische Reise. Abgerufen am 26. Januar 2024.
  42. ↑ Gemellaggi e patti di amicizia. Comune di Padova, abgerufen am 3. November 2022 (italienisch).
  43. ↑ Anton Shekhovtsov: Italian delegation to occupied Crimea: between politics and business. In: Eurmaidan Press. 30. Oktober 2016, abgerufen am 26. Februar 2026 (englisch).
  44. ↑ Crimean authorities, Italian delegation to sign agreement on sister city relations. TASS, Russian News Agency, 14. Oktober 2016, abgerufen am 26. Februar 2016 (englisch).