Patrick Forterre (* 21. August 1949 in Paris) ist ein französischer Forscher auf dem Gebiet der Biologie und wissenschaftlicher Schriftsteller. Er ist Leiter des Laboratoire Biologie Moléculaire du Gène Chez les Extrêmophiles (Labor für Genetische Molekularbiologie von Extremophilen) am Institut Pasteur in Paris und bekannt durch seine Arbeiten über Archaeen, Viren und die Evolution des Lebens.
Patrick Forterre entdeckte im Alter von 17 Jahren die Molekularbiologie, als er das populärwissenschaftliche Werk „Les Origines de la vie ‚Die Ursprünge des Lebens‘“ von Joël de Rosnay las.
Ab 1983 war Forterre der erste Wissenschaftler in Frankreich, der Archaeen (früher Archaebakterien) untersuchte.
1988 wurde Patrick Forterre Leiter eines Forschungsteams am Institut für Genetik und Mikrobiologie (französisch l'Institut de Génétique et de Microbiologie, IGM) in Orsay und leitete die Forschung über Archaeen, der von Carl Woese 1977 entdeckten und 1990 in Archaeen umbenannten neuen Domäne des Lebens.
Er nahm an der 11. internationalen Konferenz über den Ursprung des Lebens teil, die von der International Society for the Study of the Origin of Life (ISSOL) vom 7. bis 12. Juli 1996 in Orléans veranstaltet wurde. Unmittelbar danach war er der Organisator eines Symposiums, das vom 18. bis 24. Juli 1996 veranstaltet von der Stiftung Fondation des Treilles stattfand und sich mit der Natur des letzten gemeinsamen Vorfahren aller heutigen Lebewesen (last universal common ancestor, LUCA) befasste.
Mit seinen 1995 und 1999 veröffentlichten Arbeiten setzte sich der französische Forscher für die Theorie eines universellen mesophilen (an eine gemäßigte Umwelt angepassten) letzten gemeinsamen Vorfahren ein, aus dem sich die thermophilen Bakterien und Archaeen durch einen Prozess der „Thermoreduktion“ entwickelt hätten.
Im Jahr 2004 wechselte er als Direktor der Mikrobiologie an das Institut Pasteur.
Zusammen mit Céline Brochier und Simonetta Gribaldo war er Mitorganisator des Kolloquiums „LUCA, 10 Jahre danach“, das vom 4. bis 9. September 2006 in der Fondation des Treilles abgehalten wurde.
Patrick Forterre ist besonders für seine Evolutionstheorien und seine Stellungnahmen zur Anerkennung von Viren als vollwertige Lebewesen bekannt.
Der Biologe ist der Ansicht, dass Viren die ersten „DNA-Organismen“ (Organismen mit DNA-Genom) darstellen könnten.
Er tritt als Wissenschaftler in dem Dokumentarfilm „Species of Species“ (fr. Espèces d'espèces) aus dem Jahr 2008 auf.
Er veranstaltet am 16. Juni 2008 die 667. Konferenz der Université de tous les savoirs (Universität des Wissens).
Patrick Forterre ist Mitorganisator des Kolloquiums LUCA, ses contemporains et leurs virus, 20 ans après (LUCA, seine Zeitgenossen und deren Viren, 20 Jahre danach), das vom 9. bis 14. Mai 2016 in der Fondation des Treilles abgehalten wurde.
2015 wurde er Fellow der European Academy of Microbiology, 2017 Mitglied der Academia Europaea.
Die Archaeen-Gattung Forterrea (bzw. Candidatus Forterrea, Diapherotrites) wurde 2018 nach Forterre benannt, in Anerkennung seiner Forschungsleistung insbesondere auf dem Gebiet der Archaeen.
Als Erstautor:
Mit anderen Autoren:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Forterre, Patrick |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Mikrobiologe |
| GEBURTSDATUM | 21. August 1949 |
| GEBURTSORT | Paris |