Paul Aler (* 9. November 1656 in Sankt Vith; † 2. Mai 1727 in Düren) war Jesuit, Philologe und Dichter aus Luxemburg.
Paul Aler wurde 1656 im damals zum Herzogtum Luxemburg gehörenden St. Vith in der Westeifel in eine vermutlich mittelständische Familie geboren. Er besuchte das Kölner Dreikönigsgymnasium und dann die Universität in Köln. Aler trat 1676 in Trier dem Jesuitenorden bei und wurde ab 1679 Lehrer am Kölner Collegium Tricoronatum. Dort lehrte er Philosophie und Moraltheologie. 1687 in hielt er in Köln die Priesterweihe. 1703 wurde ihm die Leitung des Dreikönigsgymnasiums übertragen. Infolge seiner Leidenschaft für das Theater veranlasste er 1700 den Bau eines Schultheaters, das allerdings 1727 abbrannte, aber einige Jahre später wiederaufgebaut wurde.
1700 oder 1701 erwarb er den Grad eines Doktors der Theologie in Trier. Ab 1713 wurde er zum Professor für Dogmatik an die Universität Trier berufen. Von 1717 bis 1721 wirkte er in Münstereifel, von 1721 bis 1725 in Aachen und ab 1725 in Düren, wo er am 2. Mai 1727 starb.
Als Vertreter der Gegenreformation setzte er bei der Erziehung vor allem auf das Erlernen und die Vervollkommnung des Lateinischen und auf die moralische Wirkung des Theaters. Für schulische Zwecke schrieb er neben anderen Werken einen Gradus ad Parnassum, ein deutsch-lateinisches Wörterbuch, ein Lehr- und Übungsbuch der Poesie sowie mindestens dreizehn deutsche und neulateinische Dramen mit musikalischen Abschnitten. Seine Jesuitendramen veröffentlichte er zwischen 1694 und 1722. Sie wurden an den deutschen Bühnen der Gesellschaft Jesu in Aachen, Trier und Köln aufgeführt.
Daneben trat Aler als Dichter hervor. Seine Gedichte erschienen zu bestimmten Gelegenheiten zum Teil nur als Plakat, so dass vermutlich nicht alle überliefert sind. Eine Auswahl bietet das Werk Poesis varia, eine Gedichtsammlung von 1702. Enthalten sind neben zahlreichen Marien-, Historien- und Huldigungsgedichten auch kurze Verse und außerdem zwei Schuldramen: ein Türken- und ein Bibeldrama. Bereits 1683 hatte er seine Praxis poetica als Lehrbuch zur Anfertigung von Versen für seine Schüler veröffentlicht.
Weit verbreitet und in mehreren Auflagen gedruckt war sein Gradus ad Parnassum von 1678 (13. Auflage von 1767), ein Lehr- und Wörterbuch des Lateinischen, nicht zu verwechseln mit dem musiktheoretischen Gradus ad Parnassum von Johann Joseph Fux aus dem Jahr 1742. Alers Gradus geht zurück auf ein zuerst 1652 anonym in Paris erschienenes Werk, das er für das deutschsprachige Publikum adaptiert hat. Den deutschen Ausgaben beigefügt war jeweils eine Kurzfassung seiner Praxis poetica.
| Personendaten | |
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| NAME | Aler, Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | Aler, Paulus |
| KURZBESCHREIBUNG | luxemburgischer Philologe und Dichter |
| GEBURTSDATUM | 9. November 1656 |
| GEBURTSORT | Sankt Vith |
| STERBEDATUM | 2. Mai 1727 |
| STERBEORT | Düren |