Dreikönigsgymnasium

Dreikönigsgymnasium
Dreikönigsgymnasium (2010)
Schulform Gymnasium
Schulnummer 166698
Gründung 1450
Adresse Escher Straße 245–247
50739 Köln
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 58′ 1″ N, 6° 55′ 44″ OKoordinaten: 50° 58′ 1″ N, 6° 55′ 44″ O
Träger Stadt Köln
Schüler 719
Leitung Barbara Wachten
Website dkg-koeln.de

Das Dreikönigsgymnasium (DKG) ist mit seiner über 575-jährigen Geschichte eine der ältesten Schulen im Rheinland und die älteste Schule Kölns. Sie befindet sich im Stadtteil Bilderstöckchen.

Geschichte

Gedenktafel am ehemaligen Standort Thürmchenswall (2009)

Aus einer 1450 vom Theologen Johannes von Kuyck am Eigelstein gegründeten Burse, der Bursa Cucana, für die Vorbereitung eines Studiums an der alten Universität zu Köln hervorgegangen, wurde die Schule 1551 von der Stadt Köln übernommen, da ihr die Auflösung drohte. In dieser Burse waren in der Hauptsache die Juristen untergekommen. Die Stadt stellte ein neues Gebäude in der Maximinenstraße zur Verfügung, an dem sie auch ihr Wappen mit den drei Kronen anbrachte, um damit deren Aufsichtsrecht zu kennzeichnen. Nach diesem Zeichen hatte die Burse, wie damals üblich, ihren Namen und damit ihre Adresse: Die dreigekrönte Burse, bursa tricoronata. Heute heißt eine Straße dort An der Rechtschule (siehe zur Geschichte auch dort). Die Leitung übernahm nun der Humanist Jakob Lichius aus Cochem.

Nach dessen Übertritt zum Luthertum wurde die Schule von Stadt und Universität an den erst 24-jährigen Johannes Reit (Rethius), Sohn eines Kölner Bürgermeisters, der selbst am Tricoronatum ausgebildet worden war, persönlich übertragen. Rethius war während seines Theologiestudiums in Rom der Gesellschaft Jesu beigetreten. Von 1557 bis 1773 leitete nun der Jesuitenorden die städtische Schule, die an Marzellen auf das Gelände der aufgehobenen Klause St. Achatius umgesiedelt war. Dort gegenüber entstand auch die neue Jesuitenkirche. Offiziell wurde die Leitung durch die Jesuiten erst 1582.

Gymnasium „Tricoronatum“ um 1702, im Vordergrund St. Mariae Himmelfahrt

Nach Aufhebung des Ordens 1773 blieb das Gymnasium bestehen, wurde aber nun Marzellengymnasium genannt, in preußischer Zeit auch Königliches Katholisches Gymnasium an Marzellen (Marzellengymnasium). In napoleonischer Zeit hatte auch die nach Auflösung der Universität gegründete Zentralschule ihren Sitz in den Gebäuden an der Marzellenstraße. Das ehemalige Vermögen der Jesuiten, ihrer Schule und das der aufgelösten Universität wird verwaltet vom Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, der auch heute noch Zuschüsse für die Schule gibt.

In preußischer Zeit wurde der Bau 1828/31 durch den Stadtbaumeister Johann-Peter Weyer umfassend instand gesetzt und mit einer neuen Fassade versehen. Ein Brand vom 18./19. März 1845 machte eine erneute Reparatur notwendig. 1912 wurde der beeindruckende historische Bau abgerissen. Auch das Votum der Schule für einen Erhalt des ehemaligen nun zu klein gewordenen Schulgebäudes konnte dies nicht verhindern.

1911 wurde das DKG an den Thürmchenswall (Nr. 42–54) verlegt. Seit diesem Jahr trägt es auch den heutigen Namen Dreikönigsgymnasium. 1977 zog das Gymnasium in das damals neu erbaute heutige Gebäude in der Escher Straße im Stadtteil Bilderstöckchen. In das alte Gebäude zog die neugegründete Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV NRW).

Schulprofil

Aufbauend auf der alten Tradition und dem neuhumanistischen Bildungskonzept Wilhelm von Humboldts ist die sprachliche und insbesondere die altsprachliche Bildung das besondere Anliegen des Gymnasiums. Es werden Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Latein und Hebräisch unterrichtet.

Eine wichtige Rolle spielt der Sport. Seit 2002 nimmt die Schule mit Erfolg beim ASV Köln Sprintcup teil. Ferner nahm sie 2006/2007 an der Schüler-Handball-Weltmeisterschaft teil und beteiligt sich seit 2003 teilweise mit mehreren Staffeln am Köln Marathon. Zudem nimmt die Schule erfolgreich bei den Stadtmeisterschaften im Schwimmen teil.

Des Weiteren wird seit einigen Jahren die Tradition gepflegt, amerikanische bzw. britische Feste wie z. B. Thanksgiving oder Guy Fawkes zu feiern.

Seit 2010 findet jährlich ein Poetry Slam statt. Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase tragen selbstgeschriebene Slam-Texte vor.

Ehemaligenverein

Am 3. Juli 1929 konstituierte sich anlässlich einer Abiturfeier ein Ehemaligenverein, der sich „BURSA TRICORONATA e. V.“ nennt. Die Bezeichnung „Tricoronata“ stammt daher, dass das Kölner Stadtwappen mit seinen drei Kronen der Schule im 16. Jahrhundert ihren Namen gab: „Gymnasium Tricoronatum“.

Friedrich Joseph Haass

Rektoren (Auswahl)

Bekannte Lehrer

Bekannte Schüler

Stolperstein im Gedenken an den ehemaligen Schüler Günther Leo Pins
Stolperstein im Gedenken an den ehemaligen Schüler Hans Hermann Haimann

Jahresprogramme der Schule

Literatur

Commons: Dreikönigsgymnasium (Köln) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Information auf der Seite Schule Suchen des Schulministeriums Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 18. Februar 2023.
  2. ↑ Die Bursen und die alte Universität, von Laura Valentini, Universität zu Köln.
  3. ↑ Jacobus Leichius, Die alte Universität Köln und die spätern Gelehrten-Schulen dieser Stadt, nach archivarischen und andern zuverlässigen Quellen, von Franz Joseph von Bianco, 1. Theil, Köln 1855 in der Google-Buchsuche
  4. ↑ Heinz Finger: zum Ende des Jesuitenordens. (Memento vom 24. Juni 2007 im Internet Archive; PDF; 12 kB) Dombibliothek; abgerufen am 19. Juni 2008.
  5. ↑ Bild in der verlinkten Festschrift von 1911 S. 11
  6. ↑ Ludwig Arentz, H. Neu, Hans Vogts. In: Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln. Band II, Erweiterungsband: Die ehemaligen Kirchen, Klöster, Hospitäler und Schulbauten der Stadt Köln. Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1937. Nachdruck 1980, ISBN 3-590-32107-5, S. 391
  7. ↑ Weblink Festschrift 1911, ab S. 269
  8. ↑ Arnold Stelzmann, Robert Frohn: Illustrierte Geschichte der Stadt Köln, 11. Auflage. Bachem, Köln 1990, S. 196
  9. ↑ In der Festschrift von 1911 sind einige berühmte Angehörige der Schule ausführlich beschrieben.
  10. ↑ Totenzettel für Weihbischof Hermann Josef Schmitz auf www.rhein-erft-geschichte.de, gesehen am 27. Juli 2016
  11. ↑ Das „Haus Bier“ in der Hülchrather Straße. In: Webseite der Stadt Köln. Stadt Köln, abgerufen am 20. August 2018.