
Paul Jean Étienne Charles Marie Bergmans (geboren am 23. Februar 1868 in Gent; gestorben am 14. November 1935 ebenda) war ein belgischer Bibliothekar, Kunst- und Musikwissenschaftler.
Bergmans war ein Sohn des Mathematikers und Musikologen Charles Bergmans (18. August 1830 – 29. Oktober 1909). Er besuchte das Staatliche Gymnasium und bis zum 15. August 1884 das Königliche Athenäum Gent und erhielt eine musikalische und mathematische Ausbildung. Bereits im Alter von 13 Jahren hatte er ein Volontariat an der Bibliothek der Universität absolviert und mit 16 Jahren 1884 eine Abhandlung über den flämischen Komponisten Pierre-Joseph Leblan (1711–1765) verfasst. Er absolvierte ein Musikstudium am Genter Konservatorium sowie in Harmonielehre bei dem Komponisten Hendrik Waelput (1845–1885) und studierte anschließend Jura, Literatur und Philosophie an der Universität Gent. Am 12. Juli 1887 wurde er zum Doktor der Philosophie und Literatur promoviert. Am 12. Oktober 1888 bestand er seinen Abschluss als Kandidat der Rechtswissenschaften.
Am 15. Februar 1892 wurde er Bibliotheksassistent, am 29. Dezember 1899 Zweiter, nach der Pensionierung von Rafaël van den Berghe am 30. März 1912 Erster Bibliotheksassistent (erster stellvertretender Bibliothekar). Mit einem königlichen Dekret vom 31. Oktober 1913 wurde ihm der Titel eines Bibliothekars verliehen und 1919 war er Chefbibliothekar der Universitätsbibliothek. Ferdinand van der Haeghen führte ihn in die Geschichte des Buches ein. Bergmans war zeitweise Professor für Zeitgeschichte und wurde am 22. Mai 1912 zum Dozenten für Musikgeschichte an der Philosophischen Fakultät berufen. Er spezialisierte sich auf Buch- und Musikgeschichte und hielt von 1919 bis 1928 Vorlesungen in beiden Fächern sowie in Bibliographie, Bibliothekswissenschaft und allgemeine Musikgeschichte. Er leitete als Direktor bis 1933 die Bibliothek und wurde in diesem Jahr zum Ehren-Chefbibliothekar und Professor Emeritus ernannt.
Bergmans schrieb zahlreiche Beiträge zur Buchgeschichte und vereinzelte Schriften zur Archäologie und Musikkritik. Gemeinsam mit Alphonse Roersch veröffentlichte er nach dem Tod van der Haeghens Artikel in der Bibliotheca Belgica. Für die Biographie Nationale de Belgique, deren Sekretär er seit 1919 war, verfasste er ebenso wie für das Allgemeine Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart oder Alfred von Wurzbachs Niederländisches Künstlerlexikon mehrere Einträge. Bergmans Interesse galt insbesondere der Geschichte der Entstehung des belgischen Staates im 19. Jahrhundert. Ab 1885 war Bergmans Mitarbeiter der Zeitschrift La Flandre libérale. Er erarbeitete Studien zu den Komponisten Peter Philips, Cornelis Verdonck und die belgische Musikerfamilie Loeillet. Mehr als fünfzig Jahre lang gab er die Chronique musicale et théàtrale heraus.
Bergmans war seit dem 24. Februar 1891 mit Louisa (geborene Claes) verheiratet und hatte mehrere Kinder:
| Personendaten | |
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| NAME | Bergmans, Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | Bergmans, Paul Jean Étienne Charles Marie (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | belgischer Bibliothekar, Kunst- und Musikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 23. Februar 1868 |
| GEBURTSORT | Gent |
| STERBEDATUM | 14. November 1935 |
| STERBEORT | Gent |