Paul Chapuis

Paul-Louis-Reinhold Chapuis (* 13. Februar 1851 in Le Lieu; † 12. Mai 1904 in Chailly bei Lausanne) war ein Schweizer evangelischer Geistlicher und Hochschullehrer.

Leben

Familie

Paul Chapuis war der Sohn des Pfarrers Jean-Louis Chapuis (1815–1878) und dessen Ehefrau Katharina (geb. Dürr).

Er war mit Emilie (* 4. Februar 1855; † 12. Mai 1930), Tochter des Theologen Charles Secretan (1815–1895), verheiratet. Gemeinsam hatten sie einen Sohn, Paul Chapuis, Pfarrer und Professor für angewandte Theologie an der Universität Lausanne und verheiratet mit Marie-Louise (geb. Greyloz). Sein Enkel war der Geistliche und Synodalratspräsident Jean-Daniel Chapuis.

Werdegang

Paul Chapuis immatrikulierte sich zu einem Theologiestudium an der Académie de Lausanne und setzte sein Studium später an der Universität Tübingen fort. Seit dem Wintersemester 1873/74 war er Mitglied der Studentenverbindung AV Igel Tübingen. 1874 wurde er Lizentiat und im gleichen Jahr erfolgte auch seine Ordination.

Von 1874 bis 1876 war er Pfarrer in L’Etivaz, bevor er als Professor für Neues Testament an die Akademie Lausanne berufen wurde. Er gründete, gemeinsam mit James-Alfred Porret und Henry Narbel (1879–1954) 1880 die Zeitschrift Evangile et liberté, in der er sich für die Trennung von Kirche und Staat verwendete und war deren Redakteur bis 1894.

Als Paul Chapuis gezwungen wurde, sich entweder für seinen Lehrstuhl oder für seine Überzeugungen zu entscheiden, demissionierte er und war von 1886 bis 1901 Pfarrer in Chexbres.

1895 erhielt er einen Lehrauftrag für Neuere Theologiegeschichte an der Universität Lausanne und wurde 1901 erneut Professor für Neues Testament; in diesem Lehramt blieb er bis zu seinem Tod.

Berufliches und Geistliches Wirken

Paul Chapuis vertrat eine liberale Theologie und war, vor allem in der Gewissenstheologie, geprägt durch das Denken Alexandre Vinets und das seines Schwiegervaters. Er interessierte sich für historisch-kritische Bibelauslegung und beschäftigte sich sowohl mit der Frage nach der Autorität der Schrift sowie auch mit dem Übersinnlichen.

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Jean Louis Chapuis. Société Genevoise de Généalogie, abgerufen am 4. Dezember 2020.
  2. ↑ Olivier Meuwly, Andrea Linsmayer: Charles Secrétan. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 19. April 2013, abgerufen am 4. Dezember 2020.
  3. ↑ Altenverein der Tübinger Verbindung Igel e.V. / Akademische Verbindung Igel, Tübingen: Mitgliederverzeichnis 1871–2011, Tübingen 2011, Nr. 17.
  4. ↑ Personalia. In: Allgemeine evangelisch-lutherische Kirchenzeitung. Band 19, 1886, Sp. 379 (Online-Vorschau).
Personendaten
NAME Chapuis, Paul
ALTERNATIVNAMEN Chapuis, Paul-Louis-Reinhold
KURZBESCHREIBUNG Schweizer evangelischer Theologe und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 13. Februar 1851
GEBURTSORT Le Lieu
STERBEDATUM 12. Mai 1904
STERBEORT Chailly bei Lausanne