Paul Hatschek

Paul Hatschek (* 11. März 1888 Troppau; † 15. Mai 1944 in Brandenburg-Görden) war ein tschechisch-deutscher promovierter Ingenieur für Optik und Filmtechnik und Erfinder. Hatschek war Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben

1926 meldete er einen Projektionsapparat in Kanada zum Patent an. 1928 folgte das amerikanische Patent „Optical projection apparatus“.

Seit 1931 veröffentlichte er in Deutschland Fachschriften, die besonders die Technik des Tonfilms betrafen.

1934 wurde er erstmals im Berliner Adressbuch erwähnt. Seit 1935 wohnte er in einer kleinen Wohnung in der Holsteinischen Straße 21 in Berlin-Wilmersdorf. Die Olympischen Spiele 1936 verfolgte er offenbar noch ohne regimekritische Gedanken. Später schloss er sich der 1939 von Robert Havemann und Georg Groscurth gegründeten Widerstandsgruppe Europäische Union an und versuchte, Informationen an die Sowjetunion weiterzuleiten.

Der Historiker Bernd Florath schreibt: „Der tschechoslowakische Staatsbürger Hatschek war Ingenieur für Optik und Filmtechnik. Seine Untersuchungen und Erfindungen befassten sich vor allem mit der Tonfilmtechnik. Er arbeitete u. a. mit Manfred von Ardenne und Hugh John Gramatzki, einem Korrespondenten Albert Einsteins, zusammen und veröffentlichte eine Reihe von Büchern, die auch nach seiner Ermordung wieder aufgelegt und übersetzt wurden. In Prag hatte er 1937 der Sowjetunion einige Erfindungen angeboten und wurde daraufhin als Kontaktmann für die GRU geworben. In Berlin arbeitete Hatschek für die Tobis-Filmgesellschaft als Patentingenieur. Er stand in Verbindung mit der Uhrig-Gruppe und wurde im Frühjahr 1942 deshalb kurzzeitig festgenommen, aber rasch wieder freigelassen.“

Im September 1943 wurde er zusammen mit seiner Ehefrau Elli Hatschek, geb. Lotz, (* 2. Juli 1901 Wetzlar) erneut festgenommen. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 27. März 1944 gemeinsam mit seiner Tochter, der Sekretärin Krista Lavíčková, geb. Hatschek (* 15. Dezember 1917), zum Tod. Hatschek wurde am 15. Mai 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Am 4. November 1944 verurteilte der Volksgerichtshof auch Elli Hatschek wegen ihrer Verbindungen zur Europäischen Union und „Wehrkraftzersetzung“ zum Tod. Das Urteil ist von Erich Schlemann unterzeichnet. Sie wurde am 8. Dezember 1944 in Plötzensee hingerichtet, ihre Tochter am 11. Dezember.

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Patent CA262894A: Projection Apparatus. Veröffentlicht am 27. Juli 1926, Erfinder: Paul Hatschek.‌
  2. ↑ Patent US1655185A: Optical projection apparatus. Angemeldet am 2. Oktober 1923, veröffentlicht am 3. Januar 1928, Erfinder: Paul Hatschek.‌
Personendaten
NAME Hatschek, Paul
KURZBESCHREIBUNG tschechisch-deutscher promovierter Ingenieur für Optik und Filmtechnik und Erfinder, Widerstandskämpfer
GEBURTSDATUM 11. März 1888
STERBEDATUM 15. Mai 1944
STERBEORT Brandenburg-Görden