Paul Rocke

Paul Rocke

Paul Rocke (* 2. Februar 1870 in Delitzsch; † 21. Mai 1936 in Hamburg) war ein deutscher Syndikus, Volkswirtschaftler, Bankmanager, Schulleiter, Privatdozent und Sachbuch-Autor.

Leben

Paul Rocke wuchs in die Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs hinein. Nach seinem Schulbesuch studierte er die Fächer Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in Leipzig an der dortigen Universität, an der er 1893 zunächst der Promotion zum Dr. jur. und dann 1894 zum Dr. phil. abschloss. Im Anschluss wirkte er als Syndikus an der Handelskammer Minden.

„Rückkehr von der Kaiserparade 1907“;
Foto aus dem Buch Erinnerungen an die Kaisertage in Hannover 26. bis 29. August 1907 im Verlag der Göhmannschen Buchdruckerei

Von 1895 bis 1920 war Paul Rocke rund ein Viertel Jahrhundert lang in Hannover als Syndikus an der dortigen Handelskammer tätig. Zeitweilig parallel dazu wirkte er zudem zwei Jahrzehnte von 1900 bis 1920 als Syndikus an der Hannoverschen Börse. Außerdem leitete er von 1901 bis 1914 den Industrie-Club Hannover als dessen Geschäftsführer. In dieser Zeit habilitierte sich Rocke zudem im Jahr 1904 für Rechts- und Verwaltungskunde an der hannoverschen Technischen Hochschule, an der er bis 1908 auch noch als Privatdozent lehrte.

Palais Simon mit Inschriften Handels-Kammer Hannover und Handels- u. Industrie-Museum. Foto-Postkarte ca. 1919; Original im Historischen Museum Hannover

Bereits vor der Jahrhundertwende hatte Rocke auf den Verhandlungen der Generalversammlung des Vereins für Socialpolitik 1899 in Breslau über die seinerzeitige große Faszination durch moderne Warenhäusern und die damit neu auftretenden „Riesenquantitäten“ referiert.

Ab 1905 und bis 1924 war Paul Rocke Mitglied im Versicherungsbeirat beim Reichsaufsichtsamt für Privatversicherungsamt. Zudem wirkte er von 1906 bis 1920 im Vorstand des durch ihn gegründeten Handels- und Industriemuseums zu Hannover.

Nach dem Ersten Weltkrieg und zu Beginn der Weimarer Republik konnte der seinerzeitige hannoversche Stadtdirektor Robert Leinert in einer Debatte am 31. Oktober 1919 den Handelskammer-Syndikus Rocke „als Kronzeuge“ für eine Eingemeindung der Industriestadt Linden in die Stadt Hannover zitieren: Rocke hatte geäußert, die lange überfällige Eingemeindung wäre zuvor lediglich von einem „durch die Staatsumwälzung des vorigen November beseitigten historischen Kommunaldespotismus“ verhindert worden.

Ab 1920 und bis 1935 leitete Paul Rocke die Deutsche Sparkassenschule als deren Studiendirektor. In dieser Zeit legte er 1922 eine rechts- und staatswissenschaftliche Dissertation an der Universität Hamburg ab unter dem Titel Die neuzeitliche Entwicklung des Sparkassenwesens unter besonderer Berücksichtigung der Provinz Hannover und der angrenzenden Gebiete. Neben seiner Funktion als Studiendirektor wirkte Paul Rocke zeitweilig parallel von 1923 bis 1925 als Direktor der Kreissparkasse Linden-Hannover.

Paul Rocke starb am 21. Mai 1936 in Hamburg.

Schriften (Auswahl)

Archivalien

Archivalien von und über Paul Rocke finden sich beispielsweise

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Rocke, Paul. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 10: Thies–Zymalkowski. K. G. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-25040-8, S. 462 (google.de – eingeschränkte Ansicht).
  2. ↑ Albert Lefèvre: 100 Jahre Industrie- und Handelskammer zu Hannover. Auftrag und Erfüllung. 1866–1966. baco - Verlag für Wirtschaftspublizistik H. Bartels, Wiesbaden [1966], S. 264.
  3. ↑ der-club / historie / geschaeftsfuehrer. industrieclub-hannover.de [ohne Datum]; abgerufen am 20. Dezember 2017.
  4. ↑ Gudrun M. König: Konsumkultur – inszenierte Warenwelt um 1900. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2009, ISBN 978-3-205-77661-1, S. 96; books.google.de
  5. ↑ Klaus Mlynek: Hannover in der Weimarer Republik und unter dem Nationalsozialismus 1918–1945. In Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein: Geschichte der Stadt Hannover. Band 2: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0; S. 405–579; hier: S. S. 484; books.google.de
  6. ↑ Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  7. ↑ Vergleiche die Angaben in der Datenbank des Kalliope-Verbunds