Pavol Bagin (* 11. Mai 1933 in Košice; † 4. Januar 2013 in Bratislava) war ein slowakischer Komponist und Dirigent.
Nachdem er die Matura in Galanta absolviert hatte, studierte Pavol Bagin 1951–1955 in Bratislava an der Musikabteilung der Pädagogischen Fakultät der Comenius-Universität bei Eugen Suchoň und gleichzeitig am Konservatorium, wo Andrej Očenáš und Šimon Jurovský (Komposition) sowie Kornel Schimpl (Dirigieren) seine Lehrer waren. Seine Ausbildung vervollständigte er 1955–1959 mit einem Dirigierstudium bei Ľudovít Rajter an der Akademie der Darstellenden Künste, der nunmehrigen Hochschule für Musische Künste Bratislava (Vysoká škola múzických umení v Bratislave – VŠMU). 1957–1969 war er Nachfolger von Ladislav Holoubek als Chefdirigent und stellvertretender künstlerischer Leiter des Sinfonieorchesters des Militärkunstensembles „Ján Nálepka“ in Bratislava, mit dem er nicht zuletzt auch politisch-propagandistisch ausgerichtete Programme aufführte. Nach einem Studienaufenthalt am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium arbeitete er 1971 als Direktor der Kunstabteilung des Kulturministeriums des slowakischen Teils der ČSSR. Noch im selben Jahr wurde er künstlerischer Leiter und Chefdramaturg der Oper des Slowakischen Nationaltheaters (SND) in Bratislava – eine Position, die er bis 1983 innehatte. Während seiner Zeit am SND gewann er für das Ensemble viele junge Sängerinnen und Sänger, die bald zu herausragenden Vertretern der slowakischen Opernkultur im In- und Ausland wurden, darunter Peter Dvorský, Magdaléna Hajóssyová, Sergej Kopčák, Peter Mikuláš, den Dirigenten Ondrej Lenárd, aber etwa auch den Choreographen Boris Slovák. Zudem unternahm er mit dem Opernensemble des SND Gastspielreisen in mehrere ost- und westeuropäische Länder. Als Dirigent widmete sich Bagin neben einer großen Bandbreite des klassischen Konzert- und Opernrepertoires insbesondere auch der zeitgenössischen slowakischen Musik, aus der er nicht zuletzt zahlreiche Werke zur Uraufführung brachte, darunter Stücke von Ladislav Burlas, Juraj Hatrík, Milan Novák, Jozef Sixta sowie seiner Lehrer Suchoň und Očenáš. Er leitete vor allem Orchester innerhalb der Slowakei, darunter die Slowakische Philharmonie, die Staatsphilharmonie Košice, das Tschechoslowakische Radio-Sinfonieorchester in Bratislava und das Staatliche Kammerorchester Žilina. Nach seinem Ausscheiden aus dem Opernbetrieb wurde Bagin 1983 Chefredakteur des Musikverlages OPUS. 1987–1990 war er Sekretär des ZČSSKU (Verband der tschechoslowakischen Komponisten und Konzertkünstler), nach der Samtenen Revolution 1990–1996 Sekretär des Slowakischen Komponistenverbands und 1997–1999 Direktor des Nationalen Musikzentrums der Slowakei.
Im Zuge seiner Ausbildung insbesondere geprägt von seinem Lehrer Eugen Suchoň, kam Pavol Bagin früh mit der musikalischen Praxis im Bereich des Chorgesangs in Berührung. Dies führte ihn dazu, auch als Pianist und Dirigent viel mit Chören zu arbeiten. Als Komponist trug er mit einer großen Zahl an Chorsätzen zum Repertoire bei. Einen Schwerpunkt bilden auch die Bearbeitungen slowakischer Lieder und Tänze für A-cappella-Chor, Gesang und Orchester oder auch für ausschließlich instrumentale Versionen. In diesem Zusammenhang verband ihn eine rege Zusammenarbeit mit dem Volksmusikorchester des Tschechoslowakischen Rundfunks in Bratislava. Diese Tätigkeit brachte ihn auch mit den modalen Strukturen der slowakischen Volksmusik in Berührung, die in seinem gesamten Schaffen eine große Rolle spielen. Die verschiedenen ästhetischen Elemente und experimentellen Mittel der Neuen Musik im 20. Jahrhundert griff er für seine Kompositionen kaum auf. Klare Fasslichkeit, Melodie und tänzerische Rhythmik sowie schillernde Farbigkeit in der Instrumentierung sind einige Eigenschaften seiner Musik, mit denen er durchaus im Einklang mit den staatlichen Reglementierungen während der Phase der kommunistischen Herrschaft stand. Nach 1989 war er zwar weiterhin in verschiedenen Funktionen tätig, als Komponist wurde er jedoch in der Phase des Aufbruchs und neuer Trends nur mehr sehr eingeschränkt wahrgenommen.
Außerdem Werke für den Unterricht sowie eine Vielzahl weiterer Arrangements von Volksliedern und Volkstänzen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bagin, Pavol |
| KURZBESCHREIBUNG | slowakischer Komponist und Dirigent |
| GEBURTSDATUM | 11. Mai 1933 |
| GEBURTSORT | Košice |
| STERBEDATUM | 4. Januar 2013 |
| STERBEORT | Bratislava |