
Der Begriff Amerikanisches Jahrhundert bezeichnet diejenige, hauptsächlich das 20. Jahrhundert umfassende Ära, in der die Vereinigten Staaten von Amerika eine weltweite Vormachtstellung in politischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlich-technologischer und kultureller Hinsicht eingenommen haben bzw. immer noch einnehmen. Zu der Vormachtstellung gehören unter anderem militärische Stärke, eine hohe Finanzkraft, Führungsrolle in der Wissenschaft oder Technologie und der große, weltweite Einfluss von amerikanischer Jugendkultur und Hollywood-Filmen.
Im Folgenden werden einzelne Details herausgestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Siehe auch die Geschichte der Vereinigten Staaten.
Der Begriff Das amerikanische Jahrhundert wurde 1941 durch den US-Verleger Henry Luce geprägt, der ihn als Titel eines Life-Artikels verwendete. Darin rief Luce seine Landsleute zu Mut auf, gegen die faschistischen Staaten vorzugehen und so verstärkt die internationale Politik zu bestimmen.
Der britische Historiker Paul Kennedy hob den Begriff Das amerikanische Jahrhundert 1998 im Spiegel als einen „der bekanntesten Begriffe der Zeitgeschichte“ hervor.

Die USA wurden im Kalten Krieg ab 1947 als Supermacht bekannt und lieferte sich mit der Sowjetunion einen Rüstungswettlauf bis zu ihrem Zerfall. Die Vereinigten Staaten wurden folglich militärisch als Nachfolger des British Empire zur globalen Seemacht und sind im 21. Jahrhundert eine Atommacht und Großmacht. Weitere geschichtliche Ereignisse im 20. Jahrhundert waren der Beginn des Atomzeitalters, das die USA mit dem zivilen „Atoms for Peace“-Programm eingeläutet hatten. In den 1950er Jahren folgte jedoch der Koreakrieg, dann der Vietnamkrieg sowie die Ölkrisen, die die USA schwer trafen. Es folgten die Golfkriege vor und nach dem Zerfall der Sowjetunion, die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 und ein neues Kapitel der Außen- und Sicherheitspolitik (Krieg gegen den Terror).
Die USA sind ein Land, das auch in anderen Bereichen, wie dem Sport, viele Erfolge verzeichnet und waren zwei Mal Gastgeber der FIFA-Fußballweltmeisterschaft (1994 und 2026). Des Weiteren stammen aus den USA eine Vielzahl an Musikstilen und Musiker, darunter weltbekannte Stars wie Michael Jackson.
Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf über 30 Billionen US-Dollar gestiegen ist, ist ihr Anteil am globalen BIP seit den 1960er Jahren bis 2025 von rund 40 % auf 26 % gefallen. Parallel dazu stieg die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten auf 40 Billionen US-Dollar (Stand 2026).
Vielfach wird dem US-amerikanischen Jahrhundert das Asiatische Jahrhundert des 21. Jahrhunderts gegenübergestellt. Gemeint sind damit die zunehmenden geopolitischen Rivalitäten (Großmachtpolitik) zwischen den USA und der VR China, sowie der Wettbewerb mit anderen asiatischen Staaten und auch globalen Netzwerken. Dazu zählen beispielsweise die BRICS-Länder, aufsteigende Länder des „globalen Südens“, oder Mitgliedern der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) u. a. in einer sich abzeichnenden Verschiebung der Weltordnung von einer unipolaren Vormachtstellung zu einer heterogenen Verteilung. Ursprünglich eröffnete US-Präsident Richard Nixon in den 1970er Jahren die Beziehungen zu China. Parallel dazu existieren eine Reihe von Sicherheitsproblemen, wie die seit Jahrzehnten andauernden atomare Proliferation Nord Koreas oder des Irans. Die USA gelten als Atommacht als ein Garant des Atomwaffensperrvertrags und anderer wichtiger Abkommen aus der Sicherheitspolitik.
Seit den 2010er Jahren entwickelte sich die USA – nach der Zeit von Standard Oil – zum weltweit größten Förderer und Produzent von Erdöl und Erdgas (sowie Kraftstoffe und petrochemische Produkte) und hat damit ab 2018 sogar ihren langfristigen Handelspartner Saudi-Arabien (vgl. die „Petrodollar-Politik“), überholt. Man spricht auch von dem Schieferöl- und Schiefergas-Boom der 2010er Jahre. In diesem Zusammenhang sei auch an die politischen Veränderungen der USA im Zuge der Teilnahme am Pariser Klimaabkommen (2016, Administration Obama) und der späteren Kündigung (1. Kündigung 2017 unter der Administration Trump I, dann Wiederbeitritt unter Biden, dann 2. Kündigung 2026 unter Trump II) der Mitgliedschaft erinnert.
Die USA feierte am 4. Juli 2026 den 250. Jahrestag ihrer Gründung bzw. Erklärung ihrer Unabhängigkeit. Fachleute und Medien geben laufend ihre Meinungen zum „amerikanischen Jahrhundert“.
Es gibt unterschiedliche Vorstellungen über die Kalenderjahre, die das amerikanische Jahrhundert umfasst: