Peggau

Marktgemeinde
Peggau
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Peggau
Peggau (Österreich)
Peggau (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 11,21 km²
Koordinaten: 47° 12′ N, 15° 21′ OKoordinaten: 47° 12′ 23″ N, 15° 20′ 39″ O
Höhe: 410 m ü. A.
Einwohner: 2.513 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 224 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8120
Vorwahl: 03127
Gemeindekennziffer: 6 06 32
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Grazer Straße 20
8120 Peggau
Website: www.peggau.at
Politik
Bürgermeister: Christoph Pirstinger (Heimatliste Peggau)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
10
2
1
1
1
10 2 1 1 1 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Peggau im Bezirk Graz-Umgebung
Lage der Gemeinde Peggau im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)DeutschfeistritzDobl-ZwaringEggersdorf bei GrazFeldkirchen bei GrazFernitz-MellachFrohnleitenGössendorfGratkornGratwein-StraßengelHart bei GrazHaselsdorf-TobelbadHausmannstättenHitzendorfHitzendorfKainbach bei GrazKalsdorf bei GrazKumbergLaßnitzhöheLiebochNestelbach bei GrazPeggauRaaba-GrambachSankt BartholomäSankt Marein bei GrazSankt Oswald bei PlankenwarthSankt Radegund bei GrazSeiersberg-PirkaSemriachStatteggStiwollThalÜbelbachPremstättenVasoldsbergWeinitzenWerndorfWundschuhGrazSteiermark
Lage der Gemeinde Peggau im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Peggau von Deutschfeistritz aus gesehen
Peggau von Deutschfeistritz aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Burgruine Peggau, Lithographie von J. F. Kaiser um 1830
Badlwandgalerie

Peggau ist eine Marktgemeinde mit 2513 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) nördlich von Graz im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark (Österreich).

Geografie

Geografische Lage

Peggau liegt circa 15 km nördlich der Landeshauptstadt Graz im Mittleren Murtal am Rand des Grazer Berglandes. Von der Nachbargemeinde Deutschfeistritz ist Peggau durch die Mur getrennt.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Der Gemeinde reicht vom Ufer der Mur bis zu den Bergen des Bergstocks Tanneben mit bis zu 910 m. Im Gemeindegebiet befindet sich die Peggauer Wand, eine steil abfallende, höhlenreiche Wand.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst zwei Katastralgemeinden bzw. gleichnamige Ortschaften (Fläche Stand 31. Dezember 2023, Bevölkerung Stand 1. Jänner 2026):

Nachbargemeinden

Frohnleiten Frohnleiten Semriach
Deutschfeistritz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Semriach
Deutschfeistritz Gratkorn Semriach

Geschichte

Aus den Höhlen der Umgebung konnten zahlreiche Funde, beginnend ab der Steinzeit, geborgen werden. Bronzezeitliche Funde aus der Badlhöhle sowie eine römerzeitliche Höhensiedlung auf dem Kugelstein belegen eine durchgehende Besiedlung.

Aus der Zeit um 800 n. Chr. stammt ein frühmittelalterliches karolingisches Gräberfeld, welches im Jahre 1987 bei Kanalgrabungsarbeiten angeschnitten und teilweise freigelegt wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte um 1050. Ursprüngliche Schreibung ist Peka oder Peckach, der Name könnte zum slowenischen Wort peč, dt. entlehnt Pötsche ‚Fels‘ oder ‚Höhle‘ stehen.

Burg und Herrschaft waren im Besitz der Herren von Peggau (Peckach), die später auch die Burg Pfannberg erwarben und sich nunmehr Grafen von Pfannberg nannten. Um 1270 wurde die Burg von König Ottokar II. Przemysl zerstört.

Um 1301 bestand bereits eine Straßenmaut, welche erst um 1800 aufgelassen wurde. Bis 1740 bestand auch eine Wassermaut auf der Mur für Flößer. Die Marktrechtsverleihung erfolgte bereits vor 1576. Dies ist jedoch das erste gesicherte Datum.

Auf seinem berühmten Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 kam der deutsche Reiseschriftsteller Johann Gottfried Seume durch Peggau. Er schrieb:

„In Wien und hier auf dem Wege überall wurde erzählt, daſs man die Preſsburger Post angefallen, ausgeplündert und den Postillon und den Schaffner erschlagen habe. Auch bey Pegau, nicht weit von Gräz, war das nehmliche geschehen. […] Bey Röthelstein beschwerte sich ein Landsmann, mit dem ich eine Meile ging, über den Schaden, den die Wölfe und Luchse anrichten, die aus den Bergen herab kämen. Der Schnee war hoch und die Kälte schneidend, und ich eilte nach Pegau […] Aber das Quartier war so traurig als ich es kaum auf der ganzen Reise angetroffen hatte.“

– Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

1843 bis 1844 wurde die Badlwandgalerie gebaut, in deren Gewölben die Südbahn und darüber die Reichsstraße geführt wurde.

Im Jahre 1893 wurde das erste Schotterwerk (heute W&P) eröffnet. Ab 1894 erfolgte eine intensive Erforschung der Lurgrotte.

Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte im Rahmen der Österreichischen Höhlendüngeraktion ein intensiver Phosphatabbau in der Badlhöhle und den Peggauer-Wandhöhlen. Insgesamt konnten 86 Eisenbahnwaggons gefördert werden.

Von 17. August 1944 bis 2. April 1945 wurde auf einem enteigneten Grundstück des Stifts Vorau bei Hinterberg eine Außenstelle des KZ Mauthausen eingerichtet. Am Fuße der Peggauer Wand wurde eine Stollenanlage zur unterirdischen Verlagerung von Teilen der Flugzeugteile- und Panzerherstellung des Werks Thondorf der Steyr-Daimler-Puch AG in Betrieb genommen. 1955 wurde ein Mahnmal errichtet und am 24. März 2006 eine Gedenkstätte eingeweiht.(47° 11′ 53,7″ N, 15° 21′ 34,4″ O)

Am 15. Juli 1975 verursachte ein verheerendes Hochwasser große Schäden im Gemeindegebiet. Bei diesem Hochwasser wurden auch die Steiganlagen in der Lurgrotte zerstört. Der Führungsbetrieb durch die Höhle nach Semriach musste eingestellt werden.

Bevölkerungsentwicklung

Peggau: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
669
1880
  
753
1890
  
809
1900
  
806
1910
  
1.026
1923
  
1.183
1934
  
1.163
1939
  
1.119
1951
  
1.536
1961
  
1.713
1971
  
1.918
1981
  
1.966
1991
  
2.063
2001
  
2.171
2011
  
2.128
2021
  
2.368
2026
  
2.513
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Friedenskirche
Katholische Filialkirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Peggau

Naturdenkmäler

Lurgrotte, Stalaktit „Prinz“

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz ist Ausgangspunkt der Übelbacherbahn.

Peggau ist verkehrstechnisch sehr gut angeschlossen. Durch das Gemeindegebiet verläuft die Brucker Schnellstraße S 35, die über zwei Anschlussstellen erreicht werden kann. Dadurch gelangt man in etwa zwei Kilometern zur Pyhrn Autobahn A 9 über den Knoten Deutschfeistritz (165) und zur Grazer Straße B 67.

In Peggau befindet sich der Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz an der Südbahn. Vom Bahnhof gibt es stündliche Schnellbahnverbindungen S1 nach Graz und Bruck an der Mur. Außerdem zweigt von der Hauptstrecke die Lokalbahn Peggau–Übelbach der Steiermärkischen Landesbahnen als S11 ab, sie verkehrt stündlich nach Übelbach.

Der Flughafen Graz ist rund 30 Kilometer entfernt.

Ansässige Unternehmen

Weithin sichtbar sind die Anlagen zur Steinverarbeitung u. a. zu Fertigputz der Firma Wietersdorfer&Peggauer („w&p“), welche aus den Firmen Kern und MM hervorgegangen ist. Ihr Steinbruch nimmt eine bedeutende Fläche nördlich des Eingangs zur Lurgrotte ein. Weiters befindet sich das Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz im Gemeindegebiet.

Politik

Das Rathaus (ehemaliges Gasthaus Hochhuber) von Peggau steht unter Denkmalschutz.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

Wappen

Wappen der Marktgemeinde Peggau
Wappen der Marktgemeinde Peggau
Blasonierung: „In einem rothen Schilde eine pfahlweise gestellte, nach rechts gekehrte, schwarz beflügelte Adlerklaue. Den Schild umgibt eine architektonisch gehaltene silberne, an ihren Rändern golden und blau verzierte Einfassung.“

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Peggau

Mit Peggau verbundene Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Peggau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Regionalinformation 31.12.2023.zip, bev.gv.at (1.119 kB, 0003450398_100_Verwaltungseinheiten_KG_2023.csv); abgerufen am 20. Jänner 2025
  2. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  3. ↑ Heinz Dieter Pohl: Stichwort Peggau. In: Bergnamen (in 2.), (abgerufen am 10. März 2011).
  4. ↑ Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. Band 1, S. 48, 56 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Peggau. Land Steiermark, 13. März 2005, abgerufen am 14. September 2026.
  6. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Peggau. Land Steiermark, 21. März 2010, abgerufen am 14. September 2026.
  7. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Peggau. Land Steiermark, 22. März 2015, abgerufen am 14. September 2026.
  8. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Peggau. Land Steiermark, 28. Juni 2020, abgerufen am 14. September 2026.
  9. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Peggau. Land Steiermark, 23. März 2025, abgerufen am 14. September 2026.
  10. ↑ Michael Jost: Trauer um HBI OAR iR Werner ROIS. Landesfeuerwehrverband Steiermark, 4. August 2008.
  11. ↑ Robert Preis: Wie vor der Wahl 2015 geplant: Gestern übergab Helmut Michael Salomon sein Amt als Bürgermeister an seinen Nachfolger Hannes Tieber. Kleine Zeitung, 5. Oktober 2017.
  12. ↑ Nico Deutscher: Marktgemeinde Peggau. Bürgermeister Hannes Tieber legt sein Amt nieder. meinbezirk.at, 14. November 2024.
  13. ↑ Christoph Pirstinger ist neuer Bürgermeister von Peggau. kommunalnet.at, 12. Dezember 2024.
  14. ↑ Wappenbeschreibung in der Verleihungsurkunde vom 5. September 1901