Hallman war ein Sohn des Kapitäns Olof Hallman und dessen Frau Ada Birgitta Kristina (geborene Peterson) und hatte eine jüngere Schwester Maria Johanna Hallman (1870–1942). Er studierte von 1887 bis 1891 an der Technischen Universität und von 1890 bis 1893 an der Kunstakademie in Stockholm. Anschließend wurde er 1894 Beamter im städtischen Bauausschuss des Stockholmer Stadtbaukomitees, wo er ab 1898 als Sekretär und ab 1904 als Architekt tätig war. Seit 1909 arbeitete er hauptsächlich als Experte der Stockholmer Stadtplanungskommission und war von 1913 bis 1922 amtierender Stadtarchitekt. Zudem war er von 1897 bis 1934 Dozent für Stadtplanung an der Technischen Universität.
Im schwedischen Baugesetz von 1874 wurde für das ganze Land auch eine einheitliche Vorgabe für die Erstellung von Stadtplänen festgeschrieben. Stadtplaner mussten viele Vorgaben berücksichtigen. Das Gesetz schrieb breite, in unterschiedliche Richtungen verlaufende Promenaden, breite Straßen, üppige Begrünung und Grünflächen zwischen den Gebäudeblöcken und großzügige Innenhöfe vor. Zudem sollten die Pläne ästhetischen Ansprüchen an Vielfalt und Klarheit entsprechen. Dies führte bei kleineren Städten aber zu oft rechteckigen, schachtelartigen Planungen, die weder die späteren Bauwerke, noch die örtlich vorhandenen Gegebenheiten, Erfordernisse und Strukturen berücksichtigten. Der Wiener Architekt Camillo Sitte veröffentlichte 1889 ein Werk (Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen.), in dem er gegen diese stereotype Art der damaligen Stadtplanung und den Mangel an Gespür für ästhetische und historische Werte protestierte. Hallman griff Sittes städtebauliche Ideen auf, verhalf ihnen in Schweden zum Durchbruch und gewann 1901 gemeinsam mit Fredrik Sundbärg (1860–1913) den 1. Preis für den Plan eines neuen Bezirks in Göteborg.
Hallman entwarf Stadtpläne für zahlreiche schwedische Städte und Gemeinden, darunter für Åre, Borås, Härnösand, Ludvika, Vänersborg und Västerås sowie gemeinsam mit Sundbärg beispielsweise für Gävle oder Norrköping und gemeinsam mit Gustaf Wickman im Jahr 1900 die Pläne für die Bergarbeiterstadt Kiruna. Hallman fungierte bei Wettbewerben in Helsinki, Tampere, Trollhättan und anderen Städten auch als Preisrichter und hielt Vorträge über städtebauliche Themen. Von 1922 bis 1927 war er Stadtplanungsdirektor und trug maßgeblich zur Gestaltung der Außenbezirke Stockholms bei.
Familie
Hallman war seit 1898 mit Agnes Margareta (geborene Wessberg; 13. Februar 1873 – 28. Februar 1960) verheiratet, einer Tochter von Sven Wessberg, mit der er sechs Kinder hatte:
Margit Hallman (1899–1983)
Karin Hallman (* 3. Februar 1902) ⚭ am 17. März 1933 mit Johannes Georg Vilhelm Joachim Hartvig Boye (17. März 1906 – 1972)
Britta Hallman (1904–1979) ⚭ 1935 mit Arnold Haggren (20. März 1906 – 1969), der zuvor in Hamburg und Kiel Zahnmedizin studiert hatte
Tysk nutida stadsanläggningskonst. Studier från utställningen i Dresden. In: Arkitektur och Dekorativ Konst. 33. Jahrgang, Heft 8, 5. Dezember 1903, S. 100–105 (Textarchiv– Internet Archive).
Ein Stadtplanvergleich. In: Der Städtebau. 2. Jahrgang, Heft 8, 1905, S. 105–106 (digital.zlb.de).
En stadsplanejämförelse. In: Arkitektur och Dekorativ Konst. 35. Jahrgang, 1905, S. 6–10 (schwedisch, Textarchiv– Internet Archive).
Stockholm and Town-planning. Stockholm 1911.
Plantering å gårdar inom kvarter i stad. In: Arkitektur och Dekorativ Konst. 1912.
Thomas Paulsson:Den glömda staden: Svensk stadsplanering under 1900-talets början med särskild hänsyn till Stockholm Idéhistoria, teori och praktik. Emil Kihlströms Tryckeri AB, Stockholm 1959 (schwedisch, Textarchiv– Internet Archive– Eine Abhandlung, die sich überwiegend mit Hallmans Werk beschäftigt).
↑Thure Nyman: Hallman, Per Olof. In: Svenska män och kvinnor: biografisk uppslagsbok. Band 3: G–H. Albert Bonniers förlag, Stockholm 1946, S. 258–259 (schwedisch, runeberg.org).
↑Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen – ein Beitrag zur Lösung modernster Fragen der Architektur und monumentalen Plastik unter besonderer Beziehung auf Wien. Wien 1889 (Textarchiv– Internet Archive).
↑Per Hallman. In: Hvar 8 dag. Nr. 36, 16. Jahrgang, 6. Juni 1915, S. 561 (runeberg.org).