Persebeck Stadt Dortmund | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 28′ N, 7° 25′ O |
| Höhe: | ca. 100 m ü. NHN |
| Fläche: | 1,6 km² |
| Einwohner: | 1915 (31. Dez. 2024) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.197 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1921 |
| Eingemeindet nach: | Barop |
| Postleitzahl: | 44227 |
| Vorwahl: | 0231 |
| Unterbezirk: | 661 |
Der Ortsteil Persebeck liegt im Südwesten der Stadt Dortmund, direkt an der Stadtgrenze zu Witten. Er wurde im Jahr 820 erstmals urkundlich erwähnt.
Persebeck wird begrenzt von den Wittener Stadtteilen Rüdinghausen und Stockum sowie den Dortmunder Stadtteilen Kruckel, Menglinghausen, Eichlinghofen und Salingen. Persebeck gehört zum Stadtbezirk Hombruch.
Durch Persebeck fließt der Grotenbach, der zum Verbund der Emschergenossenschaften gehört. Der Grotenbach fließt von Witten kommend durch Persebeck und mündet in Hombruch in den Rüpingsbach. Durch eine gezielte Verrohrung der Schmutzwässer wurde der Grotenbach von Fäkalien und Industrieabwässern befreit. Das alte Betonbett der Emschergenossenschaft wurde entfernt.
Persebeck wurde erstmals 820 mit in uilla dicitur Perricbeci in pago Boretra urkundlich erwähnt. Um 1000 als Perrecbeki im Urbar der Reichsabtei Werden. Um 1220 als Pirrebecke in der Vogteirolle des Stifts Essen. Zwischen 1397 und 1432 erscheint Perenbecke im Volmarsteiner Lehnsregister. Später wurde das Dorf urkundlich auch Perenbeke, Pirebecke, Peyrsbecke, Pyrbeke, Peirssbeke, Persbeick oder Piersbeek genannt. Ab 1627 setzte sich der heutige Ortsname Persebeck durch.
Persebeck gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft (Persbeick) im Amt Hörde (historisch) zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 12 Steuerpflichtigen Hofbesitzer in der Bauerschaft zwischen 1 und 6 Goldgulden an Abgabe zu leisten. Darunter der Hof des Jan Brinckman mit 6 Goldgulden Abgabe an das Stift Essen. Im Jahr 1705 waren in der Baurschafft Peersbecke fünf Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hörde im Kataster verzeichnet.
Die Deutung des Ortsnamens kann mit Bach, der etwas eingrenzt oder abgrenzt umschrieben werden.
Im 19. Jahrhundert war Persebeck eine Landgemeinde im Landkreis Hörde und Amt Barop. 1885 hatte die Gemeinde (plus 1 Wohnplatz) eine Fläche von 1,40 km², davon 107 ha Ackerland, 15 ha Wiesen und 2 ha Holzungen. Es gab 18 Wohngebäude mit 33 Haushaltungen und 193 Einwohner.
Im Jahr 1921 wurde Persebeck nach Barop eingemeindet. Danach wurde Persebeck liebevoll Luftkurort Dortmunds genannt.
Nach dem Bau der Zeche Wiendahlsbank im benachbarten Kruckel wandelte sich das Erscheinungsbild Persebecks. Um die Jahrhundertwende entstanden auf der Hegemannsheide und entlang der heutigen Menglinghauser Straße neue Wohnhäuser, in denen die Bergleute unterkamen.
An diese Zeit erinnern die inzwischen modernisierten Bergarbeiter‑ und Angestelltenhäuser, etwa die großen „Steigerhäuser“ nahe dem Bahnübergang. Umgangssprachlich wurden sie früher wegen der besser verdienenden bergbaulichen Angestellten, welche dort wohnten, als„Millionärshäuser“ bezeichnet.
Während des Zweiten Weltkriegs waren Teile des 124. Flakscheinwerferregiments und des 146. Flakscheinwerferregiments im Bereich Persebeck-Salingen-Eichlinghofen stationiert.
Ab den 1950er‑Jahren nahm der Vorort Persebeck seine heutige Ausdehnung an. Auf den Wiesen und Feldern der ehemaligen Persebecker Heide südlich des alten Siedlungskerns wurden nach und nach neue Straßen angelegt und bebaut. So entstand 1957 die holländische Siedlung an der Menglinghauser Straße. Sie wurde von einer Holländischen Firma errichtet, damit Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten deutschen Ostgebieten und der DDR eine Unterkunft hatten, bis sie eine eigene Wohnung finden. Später verkaufte die Stadt Dortmund die Häuser an junge Familien. Im Jahr 1970 wurden Eigenheime an den Straßen Am Kämpen, Oberholte und Wiesenkamp gebaut. Im gleichen Jahr wurden mehrere Mehrfamilienhäuser zwischen der Kruckeler Straße und dem Grotenkamp von der Genossenschaft GWG Barop Hombruch gebaut. 1974 folgten Eigenheime, welche am Grotenkamp gebaut wurden. Das neue Gebäude der Feuerwehr wurde im Jahr 1979 errichtet. Die Mietwohnungen an der Straße Drei Schepps wurden im Jahr 1980 erbaut. Vier Jahre später wurden Mietwohnungen am Wiesenkamp zusammen mit dem Kindergarten erbaut. Weitere Mietwohnungen entstanden im Jahr 1990 am Grotenkamp. Alle drei wurden von der GWG Barop Hombruch realisiert. 1995 und 2005 wurde die Eigenheimsiedlung erweitert. Dabei wurde die Straße Kruckelhoek neu angelegt.
Als das Teilstück der A44 (vom Kreuz Dortmund/Witten bis Anschluss Witten-Annen), das Autobahnkreuz Dortmund/Witten und das Teilstück der A45 zwischen AK Dortmund-Süd und AK Dortmund-West gebaut wurden, wurde ein Beton- oder Teerwerk an der Hegemannsheide errichtet. Von dort aus wurde das Material zur Autobahn transportiert. Bis zu der Eröffnung der Abschnitte waren sie an Sonntagen für Fußgänger freigegeben. Der Bau der Sauerlandlinie A45 mit dem Anschluss an die A44 (heute A448) und dem Autobahnkreuz Dortmund‑Witten durchtrennte 1970 das ehemalige bäuerliche Zentrum Persebecks.
Mit dem Wohnungsbau ab den 1950ern entstand eine eigene Infrastruktur in Persebeck: Zwei Lebensmittelläden (einer mit Bäckerei), eine Metzgerei, eine Tankstelle, drei Kioske, ein Kosmetikgeschäft, ein Friseur, drei Gaststätten und ein Blumenladen – zeitweise ergänzt durch eine Bäckereifiliale – bestanden an der Menglinghauser Straße. Lange Zeit gab es außerdem eine eigene Postfiliale an der Menglinghauser Straße. Einen weiteren Lebensmittelhändler gab es in der Straße Springmorgen. Einen Schuster gab es in der Düllmannnstraße. Zudem gab es einen Klempner in den Drei Schepps. Bis zum Ende der 1970er Jahre kam außerdem ein Kartoffelhändler regelmäßig nach Persebeck. Ein weiterer Händler verkaufte Eier, Salat und Geflügel. An dem Bahnübergang befand sich ein Kleinbauer und an der Ecke Kruckeler Straße/Körfken der Persebecker Hof.
Heute sind bis auf einen Friseurbetrieb und einen Kiosk die meisten Ladenlokale, Kioske und Gaststätten in Wohnraum umgewandelt oder stehen leer. In den Räumen des Lebensmittelgeschäftes Benninghof befand sich lange eine Filiale der Sparkasse Dortmund, die nach drei Raubüberfällen geschlossen wurde.
Die Nahversorgung stellen inzwischen vor allem zwei Discounter am Kruckeler Bahnhof sicher.
In dem Jahr 1972 fand in Persebeck eine Fertighausausstellung statt, welche über 200.000 Besucher anzog. Dort wurden 26 Wochenend- und Musterhäuser ausgestellt.
Bis in die 1970er fuhren Busse die Gläubigen nach Eichlinghofen oder zum Paul-Schneider-Haus nach Menglinghausen. Ebenfalls in den 1970ern wurde der Bau eines evangelischen Gemeindezentrums in Form eines Pavillons geplant. Obwohl die Landeskirche lange Zeit Geld dafür zurückhielt, hat er nie stattgefunden.
Durch einen Aufruf im März 1985 entstand der Westentaschenpark. Der Ortsverein der SPD hatte damals dazu aufgerufen, bei der Errichtung eines Parkes auf einer Brachfläche mitzuwirken. Es entstanden auf 2.500 m² eine Boccia-Bahn, ein Sandkasten, ein Schachfeld, eine Pergola, zwei Tischtennisplatten sowie ein Bolzplatz. Durch die Erweiterung der benachbarten KiTa verschwand ein Teil des Parks.
In der Nacht zum 30. September 2019 überflutete Starkregen eine Wiese am Grotenbach, auf der 350 Schafe nächtigten. Der Starkregen überflutete die Wiese teilweise auf zwei Meter Höhe. Ein Nachteinsatz von 120 Feuerwehrleuten rettete ca. 330 Tiere, 20 Schafe ertranken. Es war ein schwieriger und kraftraubender Einsatz, da sich das Gewicht der Tiere durch das aufgesogene Wasser mehr als verdoppelte.
Im Jahr 2026 soll eine Informationstafel an der Erinnerungslinde aufgestellt werden.
Bis zum Jahr 2028 wird der Grotenbach renaturiert. Unter anderem soll ein altes Betonbett entfernt werden und der Grotenbach soll naturnah umgestaltet werden.
Der Löschzug 17 der Freiwilligen Feuerwehr, welcher in Persebeck stationiert ist, soll mit dem Löschzug 16 in Hombruch zusammengelegt werden und mit ihm ein gemeinsames Gebäude erhalten. Dadurch sollen bestehende Probleme in beiden Gebäuden behoben werden.
Der Löschzug 17 der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund ist in Persebeck stationiert, an der Einmündung der Kruckeler Straße in die Menglinghauser Straße. Diese Straßen bilden die Hauptverkehrswege im Ort. Über die Linie 448 der Stadtwerke Dortmund im VRR ist der Ort in den ÖPNV eingebunden. Mit der angrenzenden Bahnlinie und dem Haltepunkt Kruckel (S-Bahn-Linie 5) besteht eine gute Verbindung zum Dortmunder Hauptbahnhof sowie nach Witten und Hagen Hauptbahnhof.
Persebeck hat einen Kindergarten und ein Begegnungszentrum der AWO in der Straße Grotenkamp. Ebenfalls im Gebäude der AWO und des Kindergartens befindet sich ein Jugendraum. Vor dem Bau des städtischen Gebäudes mussten alte Stollenanlagen der Zeche Vereinigte Wiendahlsbank aufwändig mit Beton verfüllt werden. Im angrenzenden Gelände zur Freiwilligen Feuerwehr und zur Menglinghauser Straße befindet sich der „Westentaschenpark“, eine Mini-Grünfläche mit Spielgeräten und einem Bolzplatz.
Lebensmittel sind in einem kleinen Einkaufszentrum, welches zwischen Kruckel und Persebeck liegt, zu beziehen. Als weiterer Einzelhändler befindet sich in Persebeck ein Kiosk.
Der Stadtteil Persebeck gehört zum statistischen Bezirk Persebeck-Kruckel-Schnee.
Bevölkerungsstruktur im statistischen Unterbezirk Persebeck:
Das durchschnittliche Einkommen in Persebeck entspricht etwa dem Dortmunder Durchschnitt.
| Jahr | Einw. |
|---|---|
| 2003 | 2081 |
| 2008 | 2039 |
| 2013 | 1978 |
| 2018 | 1974 |
| 2024 | 1915 |