Antipersonenmine

Einige Modelle von Antipersonenminen
Kaum sichtbarer Druckzünder einer Antipersonenmine (PMA-2) im verwachsenen Gelände (Bosnien 2013)

Eine Antipersonenmine (Schützenabwehrmine, Schützenmine, umgangssprachlich Tretmine) ist eine Landmine, die gegen Menschen eingesetzt wird. Ihre Sprengkraft reicht nicht aus, um gepanzerte Fahrzeuge zu beschädigen, und zielt ab auf die Tötung des Gegners oder auf seine Verletzung, um durch dessen notwendige Versorgung Ressourcen zu binden und den Feind zu demoralisieren. Antipersonenminen werden meist durch die Person ausgelöst, gegen die sie wirkt. Sie können weder zwischen Soldat und Zivilist noch zwischen Freund und Feind unterscheiden (siehe auch: Friendly Fire).

Ächtung

Mitglieder der Ottawa-Konvention

Antipersonenminen sind seit 1997 international geächtet. Die bisher von 164 Staaten ratifizierte Ottawa-Konvention aus dem Jahr 1997 verbietet Einsatz, Produktion, Lagerung und Weiterverkauf. 32 Staaten, darunter die drei ständigen UNO-Sicherheitsratsmitglieder USA, Russland und China, haben den Ottawa-Vertrag nicht unterzeichnet (Stand Juni 2023).

Auch die Atommächte Indien, Pakistan und Israel verweigern bislang ihre Unterschrift. Die Ukraine gehört zwar zu den Unterzeichnerstaaten, hat aber vorhandene Minenvorräte bislang nicht vernichtet und setzt Human Rights Watch zufolge weiterhin bestimmte Arten von Antipersonenminen ein. Im November 2024 sagte die USA der Ukraine die Lieferung von Antipersonenminen zu, die gegen russische Fußsoldaten eingesetzt werden sollen.

Im April 1996 hatte Volker Rühe, deutscher Bundesverteidigungsminister von 1992 bis 1998, erklärt, dass die Bundeswehr unabhängig vom Ausgang des Treffens der UN-Landminenkonferenz in Genf in Zukunft auf sogenannte Antipersonenminen verzichten werde. Für die Entwicklung, Erprobung und Beschaffung von Antipersonenminen würden keine Haushaltsmittel des Staates mehr zur Verfügung gestellt.

Seit Juni 2025 sind fünf Staaten – Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen – aus dem Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen, auch bekannt als Ottawa-Konvention, ausgetreten.

Produzenten

Die großen europäischen Industriestaaten sind mittlerweile aus der Produktion von Antipersonenminen ausgestiegen. Antipersonenminen sind preiswert zu produzieren und werden heute nach dem Vorbild amerikanischer oder russischer Prototypen auch von Kleinstunternehmen in vielen Krisenregionen der Welt hergestellt oder aus Altbeständen billig importiert.

2004/05 wurden in 13 Staaten Schützenabwehrminen hergestellt (1990 waren es noch 54 Staaten): Myanmar, China, Indien, Iran, Kuba, Nepal, Nordkorea, Pakistan, Russland, Singapur, Südkorea, USA, Vietnam.

Im selben Zeitraum (2004/05) wurden Personenminen noch von drei Staatsarmeen eingesetzt: Myanmar, Nepal und Russland.

Zur gleichen Zeit verlegten etwa 40 nicht-staatliche Kampftruppen in 13 Ländern Anti-Personen-Minen. Diese Gruppierungen sind durch internationale Verbotsverträge schwer zu erreichen.

Typen

Schützenabwehrminen unterscheiden sich hauptsächlich durch Form, Wirkung und Auslösemechanismus. Sie können in folgende Kategorien eingeteilt werden:

Ähnliche Waffen

Siehe auch

Spezielle Initiativen sind

Literatur

Commons: Landmines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Treaty Status. In: icbl.org. International Campaign to Ban Landmines, abgerufen am 30. Juni 2023 (englisch).
  2. ↑ HRW wirft Kiew Einsatz verbotener Minen vor. In: orf.at. 31. Januar 2023, abgerufen am 1. Juli 2023.
  3. ↑ Ukraine: Verbotene Landminen schaden Zivilist*innen. Ukraine sollte mutmaßlichen Einsatz untersuchen; Russland setzt weiter Minen ein. In: hrw.org. 31. Januar 2023, abgerufen am 1. Juli 2023.
  4. ↑ US-Regierung bestätigt Lieferung von Antipersonenminen an die Ukraine. In: derstandard.at. 20. November 2024, abgerufen am 26. November 2024.
  5. ↑ Verminung und Völkerrecht. In: internationalepolitik.de. 29. Dezember 2025, abgerufen am 4. November 2026.
  6. ↑ Wayback Machine. Archiviert vom Original am 11. Februar 2009; abgerufen am 23. Juni 2025.