Pestenacker Gemeinde Weil (Oberbayern) | |
|---|---|
| Koordinaten: | 48° 9′ N, 10° 57′ O |
| Höhe: | 572 m ü. NHN |
| Einwohner: | 300 (2024) |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1972 |
| Postleitzahl: | 86947 |
| Vorwahl: | 08195 |
Pestenacker von Südosten | |
Pestenacker ist ein Ortsteil von Weil im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.
Das Pfarrdorf liegt fünf Kilometer nördlich des Hauptortes an einem Talhang. Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 2052.
Der Name Pestenacker, dessen Schreibweise sich vielfach änderte, könnte eventuell als das Dorf bei den bösen oder sumpfigen Äckern im Tal gedeutet werden. Im Keltischen bedeutet Pez Sumpf. Der Ortsname kann auch vom Personennamen Paso stammen.
Im Dreißigjährigen Krieg musste die ländliche Bevölkerung von Pestenacker mehrfach fliehen, um Schutz in größeren, befestigten Städten wie Landsberg zu suchen.
Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Pestenacker in die Gemeinde Weil eingegliedert.
Im Westen von Pestenacker liegt die über einen Kilometer breite Talsenke des Verlorenen Bachs und des Loosbachs.
Dort wurden schon in den 1930er Jahren bei der Trockenlegung des Tales durch den Reichsarbeitsdienst steinzeitliche Siedlungsreste aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. entdeckt. Heute werden diese Reste von drei Feuchtbodensiedlungen der Altheimer Gruppe zugeordnet und gelten aufgrund der über Jahrtausende feuchten Sumpflage als die besterhaltenen in Bayern. Die Siedlung südlich des Dorfes wird seit den 1980er Jahren ausgegraben und erforscht, überregional bekannt wurden dort gefundene Reste von Textilien und ein gut erhaltener steinzeitlicher Hut.
Erforscht wurden bisher nur kleine Teile der Siedlung, die Grabungen werden mangels Förderung 2004 eingestellt.
Derzeit rekonstruiert der Förderverein Prähistorische Siedlung Pestenacker e. V. die Siedlung aus der Jungsteinzeit. Bisher entstanden ein Museumsgebäude und die Anfänge der Rekonstruktion einer Steinzeitsiedlung.
Die Gemeinde Pestenacker führte vor ihrer Eingemeindung nach Weil 1972 kein Wappen. Am 1. Dezember 2023 wählte der Dorfverein Pestenacker ein Ortswappen, das der Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch aus Magdeburg entwarf. Es wurde am 1. Mai 2024 gemeinsam mit der Flagge in der Pfarrkirche St. Ulrich geweiht. Das Wappen wird außerhalb von Amtshandlungen zu dörflichen Festen und Feierlichkeiten sowie kulturellen Aktionen geflaggt.
Blasonierung: Von Schwarz und Gold geviert, Feld 1: zwei gekreuzte goldene Ähren mit Halmblatt, Feld 2: zwei blaue Wellenbalken, Feld 3: zwei gekreuzte mit silberner Schnur gebundene blaue Steinbeile mit schwarzen Stielen, Feld 4: ein goldenes Ulrichskreuz.
Die Ähren im Wappen stehen für die gute Böden und die Landwirtschaft in der Flur von Pestenacker, die Wellenbalken für den Loosbach und den Verlorenen Bach. Die beiden Steinbeile sind ein Symbol für die prähistorische Siedlung Pestenacker (UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“) und das goldene Ulrichskreuz steht für die diesem Heiligen gewidmete Pfarrkirche.