
Peter Eyerer (* 25. Mai 1941 in München) ist ein deutscher Ingenieur und Autor fachlicher und populärwissenschaftlicher Schriften.
Eyerer studierte Maschinenbau an der Universität Stuttgart. Seine Diplomarbeit handelte von Metallkleben für Radkränze für die Bundesbahn.
Über ein DFG-Stipendium wurde er in drei Jahren auf dem Gebiet der Aushärtung von Epoxidharzen an der Universität Stuttgart promoviert. Er entdeckte dabei einen für Kunststoffe neuen elektrischen Effekt, den vor ihm Costa Ribeiro an Carnauba-Wachs sowie Workman und Reynolds an Wasser-Eis entdeckten. Es handelt sich um den thermo-dielektrischen Effekt, bei dem es zu einer elektrischen Ladungstrennungen an wandernden Phasenfronten kommt. Von 1972 bis 1979 arbeitete Eyerer als Entwicklungsingenieur in der Industrie an Flachdichtungen und Bremsbelägen. Nebenbei gab er an der Fachhochschule Reutlingen Vorlesungen über Ganzheitliches Produkt-Engineering.
Im Jahr 1978 erhielt Eyerer einen Ruf auf die Professur für Werkstoffkunde der Metalle und Kunststoffe an die Universität Stuttgart, den er 1979 annahm.
Von 1985 bis 1988 ließ er sich für drei Jahre als erster C4-Professor in Baden-Württemberg beurlauben, um in der Industrie das Polyurethan-Engineering für Automobile serientauglich zu entwickeln.
Zurück an seinem Universitätsinstitut forschte er mit Mitarbeitern auf den Gebieten der zerstörungsfreie Prüftechnik, Faserverbundwerkstoffe (Leichtbau), Medizintechnik (Gelenkendoprothetik), Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft (Ganzheitliche Bilanzierung) sowie Polymer-Engineering. Initiierungen von und Mitarbeit in DFG-Sonderforschungsbereichen, BMBF- und BMWi-Förderprogrammen, Landes-Forschungsbereiche und EU-Programme, sowie große Industrieprojekte waren finanzielle Quellen.
1990 entstand im Auftrag der Fraunhofer-Gesellschaft ein Gutachten zur zukünftigen Strategie des Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal. 1994 trat Eyerer in Personalunion (Nebentätigkeit) zu seinem Hauptamt an der Universität Stuttgart die Leitung des Fraunhofer ICT, gemeinsam mit Peter Elsner, Uni Stuttgart, an. Binnen 13 Jahren verdoppelte sich die Mitarbeiterzahl am Fraunhofer ICT und zivile neue Forschungsbereiche mit Schwerpunkten im Polymer-Engineering und im Umwelt-Engineering entstanden.
Neben der Forschung war Eyerer eine wirkungsvolle und motivierende Lehre an Schulen und Hochschulen ein Anliegen. Zahlreiche Bücher und Veröffentlichungen zeugen davon. Die Lehr-Lern-Methodik TheoPrax, die er zusammen mit Dörthe Krause initiierte, ist nach 26 Jahren national und international etabliert.
Während seiner universitären Tätigkeit betreute Eyerer ca. 140 Dissertationen und veröffentlichte zusammen mit seinen Mitarbeitern ca. 820 nationale und internationale Artikel, Tagungsbeiträge, Bücher und Patente.
Eyerer ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von fünf Söhnen und zwei Töchtern.
Eyerer arbeitet und publiziert auf dem Gebiet des Produkt-Engineerings und der empirischen Pädagogik/Didaktik. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Tätigkeit waren und sind:
Schwerpunkte seiner populärwissenschaftlichen Tätigkeit waren und sind:
Eyerer arbeitete als wissenschaftlicher Berater für Unternehmen (Auswahl):
Als Wissenschaftsmanager leitete Eyerer ein universitäres Institut mit ca. 65 Mitarbeitern bei 18 Planstellen und das Fraunhofer ICT mit 356 Mitarbeitern bei seiner Pensionierung im Jahr 2006 (heute 550 Mitarbeiter). Weiterhin arbeitete Eyerer in Gremien der Universität Stuttgart, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Industrie und von 2004 bis 2006 im Deutschen Nationalkomitee für Nachhaltige Bildung (DNKNB) sowie in verschiedenen schulischen Gremien.
Für seine wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Verdienste erhielt Peter Eyerer zahlreiche Auszeichnungen:
Weiterhin ist und war Eyerer aktiv in den folgenden Organisationen:
Eine vollständige Auflistung aller Bücher, Veröffentlichungen, Vorträge, Patente, von Peter Eyerer finden sich in ResearchGate.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eyerer, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Ingenieur und Autor |
| GEBURTSDATUM | 25. Mai 1941 |
| GEBURTSORT | München |