
Peter Niedertscheider (* 1972 in Lienz) ist ein österreichischer Bildhauer und Maler.
Peter Niedertscheider wurde 1972 in Lienz geboren. Er besuchte 1994–1998 die damalige Hochschule für Angewandte Kunst Wien; hier die Meisterklassen von Alfred Hrdlicka (Bildhauerei) und Brigitte Kowanz (transmediale Kunst); Abschluss 1999 als Mag.art. 1999 arbeitete er mit einem Stipendium des Landes Tirol am österr. Künstleratelier in Paliano (Nähe Rom, im dortigen „Domus Artium“). Seit 2001 lebt er und betreibt ein Atelier in seiner Heimatstadt Lienz.
Peter Niedertscheider ist Mitglied der „Künstler:innen Vereinigung Tirol“.
Das Werk des Künstlers umfasst Steinbildhauerei (zumeist in Relief-Technik), grafische Arbeiten, Videos, sowie Kunst im öffentlichen Raum.
Peter Niedertscheider hat sich in seinem aktuellen Werk neben Marmor-Stillleben vor allem dem Marmor-Relief verschrieben. Hier verwandelt der Künstler den „Rilievo Schiacciato“ (dt. „Gequetsches Relief“ = Flachrelief, eine klassische Technik der italienischen Renaissance) in eine zeitgenössische Bildsprache, die eigentlich Malerei mit Mitteln der Bildhauerei betreibt. Hier schreibt Clara Kanz (Galerie Trapp, Salzburg): „Höchstes Können stellen diese Werke mit ihren feingliedrigen Inhalten dar, die der Künstler unter anderem aus Laaser Marmor, Gummerner Marmor und Carrara-Marmor schafft. Entscheidende Merkmale sind eine Überschneidung des Zeitlichen und ein Realitäten-Mix. Alltag trifft auf Kunst, das Heute auf Historie.“
Neben Flachreliefs arbeitet der Künstler auch mit dreidimensionaleren Skulpturen und ganzen Skulptur-Kompositionen, wie in seinen „Strandstücken“ oder mit der Werkserie „Bildzeitraum“, die sich ebenfalls als „Malerei mit Methoden der Plastik“ auffassen lassen. Siehe hier Clara Kanz (Galerie Trapp, Salzburg): „Das Wechselspiel zwischen plastischen und malerischen Partien ist bei den Strandstücken des Künstlers besonders eindrucksvoll.“
Bei Peter Niedertscheiders grafischen Arbeiten sind vor allem seine Acryl-Pinselzeichnungen bedeutsam, mit denen er Ende der 90er Jahre auf sich aufmerksam machte. Hier schuf er durch die Verbindung von „männlichen“ und „weiblichen“ Binärzeichen Menschenbilder als Figurenreihen, die wie Spiegelungen aus einer digitalen Welt erscheinen. Florian Steininger (Direktor Kunsthalle Krems) schreibt dazu: „Die Medien Bild und Schrift, die sich in ihrem Wesen diametral zueinander verhalten, verbindet der Künstler in seinen Acrylpinselzeichnungen, um zu einem neuen artifiziellen Bild-Textsystem zu gelangen.“
Immer wieder schuf der Künstler auch Videoarbeiten. Hier gibt es einerseits Performances von Niedertscheider selbst, und andererseits Aufzeichnungen von Situationen, die eigene Beobachtungen der Wechselwirkung von Werken und Publikum transportieren. Hier wäre die Videoarbeit „Pietá“ (2015, s. Abb. 10) als Beispiel zu nennen. Dazu schreibt Rudolf Ingruber: „Beide Varianten verstehen sich aber als konsequente Weiterführung der Themen, um die sich Niedertscheider bereits im Medium des Tafelbildes bemüht hat: Standbild, Raum, Zeit und Betrachter. Beiden ist auch gemeinsam, dass sie weder die Arbeit des Bildhauers abfilmen, noch Videoarbeit im engeren Sinn, sondern Bildhauerei mit anderen Mitteln sind.“
Der Künstler schuf auch etliche Werke für den öffentlichen Raum, zumeist als großflächige Relief-Steinbildhauerei, aber auch als Bilder auf Glasflächen. Zu nennen sind hier u. a.:
Werke Niedertscheiders befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, wie der Artothek des Bundes Wien, der Albertina (Wien), dem Salzburg Museum, dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, dem Museum der Stadt Lienz Schloss Bruck, dem Privatmuseum der Klocker–Stiftung in Hall in Tirol, in der Sammlung der RLB Tirol, Innsbruck, oder in der Sammlung Volpinum, Wien.
| Personendaten | |
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| NAME | Niedertscheider, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Künstler |
| GEBURTSDATUM | 1972 |
| GEBURTSORT | Lienz, Tirol |