Peter Rohn

Peter Rohn (* 4. Januar 1934 in Dresden) ist ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk

Rohn stammt aus einer Dresdener bürgerlichen Familie, die während des Krieges in die Sächsische Schweiz zog. Nach dem Abitur begann er ein Studium an der Technischen Hochschule Dresden, das er abbrach. Ab 1953 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Er gehörte zur ersten Klasse, die von Bernhard Heisig unterrichtet wurde. 1956 wechselt er an die Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo er 1958 mit dem Tafelbild „Autoreparatur“ sein Diplom bei Rudolf Bergander erwarb. Ein Angebot Otto Nagels, als Meisterschüler zu ihm an die Akademie der Künste zu kommen, schlug er aus. Anschließend war er auf eigenen Entschluss vier Monate Hilfsarbeiter im Walzwerk Kirchmöser. Danach arbeitete er freischaffend in Brandenburg/Havel, wobei er bis 1960 entsprechend der Konzeption des „Bitterfelder Wegs“ auch mit Studienaufträgen künstlerisch im Walzwerk Kirchmöser tätig war. „Die Sinneseindrücke – der höllische Krach, der Dreck, das Farbspektrum beim Hochofen-Abstich – ließen ihn nicht los. Seine Skizzen verarbeitete er noch Mitte der 70er Jahre zu Produktionsbildern – aber ohne propagandistischen Mehrwert. „Ein Künstler ist dazu da, den Fakt vorzulegen. Das sind Zeitauskünfte“, meint er.“

Seit 1961 lebt und arbeitet Rohn als freischaffender Maler und Grafiker in Potsdam. Er gilt als einer der prägenden Potsdamer Maler. Sein Werkverzeichnis umfasst über 300 Tafelbilder.

Eines der Vorbilder Rohns ist Edvard Munch. Wie dieser sei er „auch er einer, der nirgendwo dazugehörte… In der DDR sei er immer weder-noch gewesen: kein Dissident, und beileibe auch kein Staatsmaler. … Auch wenn er den Begriff heute mit spitzen Fingern anfasst, bezeichnet er sich nach wie vor als „realistischer Künstler“.“

Ab 1983 unterrichtete Rohn neben seiner künstlerischen Tätigkeit an der Fachschule für Baugestaltung Potsdam „Künstlerische Grundlagen für Baurestauratoren und Baufarbgestalter“. Von 1989 bis 1992 war er Kunsterzieher an einem Potsdamer Gymnasium. „Ich habe nie von meinen Bildern leben können, ich musste als Lehrer unterrichten oder als Wandgestalter Aufträge annehmen.“

1989 dokumentierte Rohn mit dem Fotoapparat lückenlos den Verlauf der Mauer zwischen Babelsberg und Sacrow. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten kaufte das Konvolut an und erwarb sämtliche Fotorechte.

Um 2014 entschloss sich Rohn, aufzuhören mit der Ölmalerei, und er begann auf Küchenpapier zu malen. „In geradezu meditativer Arbeit war er den Mustern auf den Küchentüchern gefolgt, immer neue Variationen der immergleichen Struktur.“

2023 schenkte Rohn dem Potsdam-Museum 76 seiner Druckgrafiken.

Mitgliedschaften

Ehrungen

Darstellung Rohns in der bildenden Kunst

Werkbeispiele

Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur

Tafelbilder

Architekturbezogene Werke

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

Teilnahme an zentralen und regional wichtigen Ausstellungen in der DDR

Literatur (chronologisch)

Einzelnachweise

  1. ↑ Deutsche Fotothek
  2. 1 2 DDR-Demontage in Öl. In: Märkische Allgemeine. Potsdam, 12. November 2014
  3. 1 2 Potsdamer Künstler Peter Rohn in der Guten Stube. Wo ein Wille, da ein Weg. In: Potsdamer Neueste Nachrichten, 5. November 2020
  4. 1 2 235 | Schenkung des Künstlers Peter Rohn an das Potsdam Museum zur Finissage seiner Ausstellung „Welt in Hell und Dunkel“ | Landeshauptstadt Potsdam. 30. Mai 2023, abgerufen am 25. Juni 2026.
  5. ↑ Potsdamer Maler | Karl Raetsch | Bildindex der Kunst & Architektur – Bildindex der Kunst & Architektur – Startseite Bildindex
  6. ↑ Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 20. Juni 2026.
  7. ↑ https://nat.museum-digital.de/object/1495188
  8. ↑ Katalog der Ausstellung Junge Künstler-Malerei
  9. ↑ https://nat.museum-digital.de/object/1495242
  10. ↑ Das besondere Exponat (10) | Potsdam Museum (potsdam-museum.de)
  11. ↑ stattbekannt – Thema: Kunst und Arbeit
  12. ↑ Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deut-sche Bauakademie, Berlin, 1972, Potsdam, S. 48
  13. ↑ Christian Roehl; Peter Rohn. Flugschiff. 1968–74 [1968-1974] – Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg / Werke (private-kuenstlernachlaesse-brandenburg.de)
  14. ↑ Adam und Eva, Peter Rohn, 1981 | Landeshauptstadt Potsdam
Personendaten
NAME Rohn, Peter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Grafiker
GEBURTSDATUM 4. Januar 1934
GEBURTSORT Dresden