Peter Schwartze

Peter Schwartze (1988)

Peter Schwartze (* 23. Mai 1931 in Bad Salzuflen) ist ein deutscher Arzt. Er war von 1980 bis 1992 Direktor des Carl-Ludwigs-Institutes für Physiologie an der Universität Leipzig.

Leben

Schwartze wurde als Sohn eines Pastors 1931 in Bad Salzuflen geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er die Oberschule in der sowjetischen Besatzungszone. 1946 trat er dabei kurz nach ihrer Gründung in die Freie Deutsche Jugend ein, 1947 wurde er Mitglied des Kulturbundes. Nach dem Abitur wurde Schwartze 1950 zum Medizinstudium zugelassen, welches er bis 1957 an den Universitäten Rostock, Greifswald und Leipzig absolvierte. Während des Studiums wurde er 1954 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Mit der Dissertation Doppelstreßeffekte bei kastrierten, sexualhormonbehandelten männlichen und weiblichen Albinoratten, gezeigt an den histologischen Veränderungen der Schilddrüse, Nebenniere und Hypophyse wurde Schwartze 1957 in Leipzig zum Dr. med. promoviert. Anschließend bekam er 1958 in den VEB Bleierzgruben „Albert Funk“ in Halsbrücke eine erste Anstellung als Ambulanz- und Betriebsarzt. Nach dieser Bewährung in der Praxis wechselte Schwartze bereits 1959 als Assistenzarzt in die Kinderklinik der Krankenanstalten in der benachbarten Bergbaustadt Freiberg, wo er bis 1962 tätig war und eine Fachausbildung zum Kinderarzt absolvierte. Danach wechselte er an den Bereich Medizin der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig, wo er 1966 seine Ausbildung zum Facharzt für Physiologie abschloss. 1969 wurde er habilitiert und zum Oberarzt ernannt. Ab 1974 wirkte Schwartze zunächst als Hochschuldozent und erhielt 1978 den ersten Lehrstuhl für Pathologische Physiologie an der Leipziger Universität. Nach dem Tod von Hans Drischel wurde Schwartze die Leitung des renommierten Carl-Ludwig-Instituts für Physiologie übertragen.

Als Leiter dieses auch international angesehenen Instituts kandidierte Schwartze 1981 zu den Volkskammerwahlen erstmals für den Kulturbund der DDR als Nachfolgekandidat. 1982 rückte er für den verstorbenen Alexander Abusch nach und wurde Abgeordneter der Volkskammer. Zu den Volkskammerwahlen 1986 wurde er erneut zum Abgeordneten der Volkskammer gewählt.

Während der politischen Wende gehörte Schwartze einem zeitweiligen Ausschuss der Volkskammer an, der Amtsmissbrauch, Korruption und persönliche Bereicherungen untersuchen sollte. 1992 wurde Schwartze von seiner Direktorenfunktion abberufen, Nachfolgerin wurde Edith Göpfert.

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Neue Zeit vom 20. November 1989, S. 1.
Personendaten
NAME Schwartze, Peter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Arzt
GEBURTSDATUM 23. Mai 1931
GEBURTSORT Bad Salzuflen