Peter Seyffarth

Peter Seyffarth (* 7. September 1939 in Jena; † 27. Mai 2010 in Rostock) war ein deutscher Ingenieur. Mit seinen Forschungsarbeiten zu fortgeschrittenen Schweißverfahrenstechniken bereitete er deren Einführung im Schiffbau der DDR vor. Sein großes wissenschaftliches und technisches Können brachte er ab 1994 in die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern ein. Er gilt als anerkannter Wissenschaftler weltweit auf dem Gebiet der Verfahren der Schweißtechnologien. Auf seinem Fachgebiet veröffentlichte er etwa 270 wissenschaftliche Arbeiten in Fachzeitschriften und als Monographien.

Leben und Wirken

Von 1957 bis 1962 studierte er das Fach Schiffbau an der Universität Rostock mit dem Abschluss zum Diplom-Ingenieur. Danach betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der DDR-Schiffs-Revision und -Klassifikation (DSRK) in Zeuthen im Bereich der Bauaufsicht der VEB Warnowwerft Warnemünde, Volkswerft Stralsund und der Neptunwerft Rostock. Von 1964 bis 1965 übernahm er am Institut für Werkstoffkunde und Schweißtechnik der Universität Rostock als wissenschaftlicher Assistent die Abhaltung von studentischen Übungen in den Fächern Werkstoffprüfung und Metallkunde. Seine Qualifikation als Schweißingenieur erwarb er im Jahre 1965.

Von 1965 bis 1970 erhielt er an der Universität Rostock einen Lehrauftrag im Fach Schweißtechnik in den Sektionen Schiffstechnik, Landtechnik, Sozialistische Betriebswirtschaft und Industrie-Institut. Weiterhin leistete er Arbeiten zur Erstellung von Gutachten im Bereich der Industriehilfe und betätigte sich bei Arbeitsgruppen der Kammer der Technik (KdT) und anderen betrieblichen Gruppen. Am 4. Juli 1970 erlangte er die Promotion A zum Dr.-Ing. an der Universität Rostock an der Fakultät Mathematik, Naturwissenschaften und Technik (Dekan Prof. F.-H. Lange) mit dem Thema Beitrag zur Anwendung von ZTU-Schaubildern. Im Jahre 1970 betätigte er sich als wissenschaftlicher Oberassistent im Fachbereich Fertigungstechnik und Schweißtechnik im Bereich der Sektion Schiffstechnik an der Universität Rostock, wo er auch zum Leiter einer Forschungsgruppe, dem entsprechenden Wissenschaftsbereich und eines Labors für Fertigungstechnik und Schweißtechnik ernannt wurde. Im Jahre 1971 absolvierte er ein sechsmonatiges Zusatzstudium Schweißen im Schiffbau in Leningrad, wo er in den Jahren 1974 und 1977 jeweils vier Wochen lang Gastvorlesungen abhielt. Im Jahre 1972 hatte er das Staatsexamen als Hochschulpädagoge und im Jahre 1974 das Staatsexamen als Fachübersetzer für die russische Sprache bestanden.

Im Jahre 1978 erfolgte seine Promotion B als Habilitation zum Dr. sc. techn. habil. an der Universität Rostock mit dem Thema Einfluss der chemischen Zusammensetzung und der Abkühlungszeit auf das Umwandlungsverhalten und die mechanisch-technologischen Eigenschaften unlegierter und niedriglegierter Stähle beim Einwirken thermischer Schweißzyklen. Mit der Berufung zum Hochschuldozenten für Schweißtechnik im Jahre 1979 übernahm er die Leitung im Wissenschaftsbereich Fertigungs- und Schweißtechnik und der Spezialisierungsrichtung Schiffbautechnologie an der Universität Rostock. Im Jahre 1985 wurde er zum außerordentlichen Professor berufen. An der Technischen Universität Budapest absolvierte er 1986 einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt mit dem Thema Physikalische Metallurgie.

Zum ordentlichen Professor auf den Lehrstuhl für Werkstoff- und Schweißtechnik der Sektion Schiffbau in Rostock wurde er 1989 berufen. Von 1990 bis 1992 wirkte er als Direktor der Sektion Schiffstechnik und als Fachbereichssprecher Maschinenbau und Schiffstechnik an der Universität Rostock. Die Graduierung zum Europäischen Schweißfachingenieur erlangte er im Jahre 1992. Ab 1993 übernahm er die Leitung des Zentrums für Qualitätssicherung in Werkstoff- und Schweißtechnik e.V. in Rostock. Die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH gründete er 1994, die er auch als Geschäftsführer leitete. Ab 2004 war er Leiter für Forschung und Entwicklung für die Firma Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH (IMG) in Rostock.

Mitgliedschaft

Ehrungen

Schriften

Einzelnachweise

  1. ↑ Eintrag zu Peter Seyffarth im Catalogus Professorum Rostochiensium
  2. ↑ ZTU-Schaubilder heißt: Zeit-Temperatur-Umwandlungs-Schaubilder
  3. ↑ Anzeige zum Ableben von Peter Seyffarth, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. Juni 2010.
  4. ↑ DVS-Mitteilungen, in: Schweißen und Schneiden. Band 51, 1999, Heft 8, S. 169.
Personendaten
NAME Seyffarth, Peter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Ingenieur
GEBURTSDATUM 7. September 1939
GEBURTSORT Jena
STERBEDATUM 27. Mai 2010
STERBEORT Rostock