Petra Federau

Petra Federau (* 28. November 1969 in Schwerin) ist eine deutsche Politikerin (AfD). Seit 2021 ist sie Abgeordnete im Landtag Mecklenburg-Vorpommern.

Leben

Federau machte eine Ausbildung beim Energiekombinat Nord und war Angestellte beim Energieversorger WEMAG. Bis 2004 pachtete sie einen Pferdestall in Groß Rogahn, um dort eine Zucht von Araber-Pferden zu betreiben. In Badow pachtete sie 2004 das Gutshaus Badow, um dort ein Schloss- und Reithotel zu etablieren.

Federau ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Schwerin.

Politik

Federau bewarb sich 2004 für die CDU für den Gemeinderat sowie das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Badow. Sie ist Gründungsmitglied des am 21. April 2013 gegründeten AfD-Landesverbandes in Mecklenburg-Vorpommern und war dort Mitglied im Landesvorstand. Sie wird dem rechten Parteiflügel zugerechnet.

Seit der Kommunalwahl 2014 ist sie Mitglied der Stadtvertretung der Landeshauptstadt Schwerin; dort ist sie zudem Vorsitzende der AfD-Fraktion sowie seit 2024 Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Soziales und Sport.

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 kandidierte sie zunächst auf Platz 3 der Landesliste der AfD. Sie verlor allerdings aufgrund des Beschlusses eines Sonderparteitages am 28. Mai 2016 diesen Platz auf der Landesliste. Auf dem Parteitag war ihr parteischädigendes Verhalten vorgeworfen. Während der Nominierung habe sie verschwiegen, einen Escort-Service betrieben und Prostituierte in die Vereinigten Arabischen Emirate vermittelt zu haben. Sie kandidierte auch für das Direktmandat im Landtagswahlkreis Schwerin II, verfehlte dieses jedoch mit 19,8 % der Erststimmen.

Bei der Landtagswahl 2021 kandidierte sie erneut auf der Landesliste und im Wahlkreis Schwerin II. Sie zog über die Landesliste auf Platz 4 als Abgeordnete in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ein. Dort ist sie die Energiepolitische Sprecherin sowie die Kinder-, Jugend- und Familienpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion MV. Auch 2016 zog sie über die Landesliste in den Landtag ein. Diesmal auf Platz 21. Im Wahlkreis konnte sie ihr Erststimmenergebnis auf 36,8 % fast verdoppeln, unterlag aber trotzdem der SPD-Kandidatin Mandy Pfeifer.

Federau kandidierte bei der Oberbürgermeisterwahl in Schwerin im April 2026, verfehlte jedoch den Einzug in die Stichwahl.

Kontroverse

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung soll Federau wenige Jahre vor ihrer Kandidatur zur Landtagswahl 2016 deutsche Frauen für einen in Abu Dhabi ansässigen Escort-Service angeworben und in den arabischen Raum vermittelt haben. Dabei soll sie die Frauen teilweise auch selbst begleitet haben. Bei Telefonaten für die Agentur habe sich Federau unter falschen Namen als „Pia Sommer“ ausgegeben.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Michael Seidel: Escortaffäre: AfD-Frau Federau und ihre zweifelhaften Geschäftsgebaren. In: shz.de. 28. März 2016, archiviert vom Original am 29. April 2024; abgerufen am 2. Februar 2026.
  2. ↑ André Bochow: Das Bild der AfD-Ikone bröckelt. In: swp.de. 3. April 2016, archiviert vom Original am 17. Mai 2017; abgerufen am 2. Februar 2026.
  3. ↑ Jan Erbenfeld: Interview mit Petra Federau (AfD): „Für mich ist es selbstverständlich, sich für dieses Land einzusetzen“. In: Sachsen Depesche. 12. August 2016, archiviert vom Original am 14. August 2016; abgerufen am 2. Februar 2026.
  4. ↑ Petra Federau: AfD streicht Kandidatin wegen Escort-Vorwurf von Wahlliste. In: stern.de. 28. Mai 2016, abgerufen am 2. Februar 2026.
  5. ↑ CDU und SPD haben bei OB-Wahl in Schwerin die Nase vorn. In: ndr.de. 12. April 2026, abgerufen am 13. April 2026.
  6. ↑ Petra Federau: AfD-Landtagskandidatin soll Frauen für Escort-Service angeworben haben. 14. April 2016, abgerufen am 3. Februar 2026.
Personendaten
NAME Federau, Petra
KURZBESCHREIBUNG deutsche Politikerin (AfD), MdL
GEBURTSDATUM 28. November 1969
GEBURTSORT Schwerin