Petronell-Carnuntum

Marktgemeinde
Petronell-Carnuntum
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Petronell-Carnuntum
Petronell-Carnuntum (Österreich)
Petronell-Carnuntum (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL
Fläche: 25,37 km²
Koordinaten: 48° 7′ N, 16° 52′ OKoordinaten: 48° 6′ 53″ N, 16° 51′ 57″ O
Höhe: 175 m ü. A.
Einwohner: 1.256 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 50 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2404
Vorwahl: 02163
Gemeindekennziffer: 3 07 18
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Kirchenplatz 1
2404 Petronell-Carnuntum
Website: www.petronell.at
Politik
Bürgermeister: Leonard Brassat (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(19 Mitglieder)
9
9
1
9 9 1 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Petronell-Carnuntum im Bezirk Bruck an der Leitha
Lage der Gemeinde Petronell-Carnuntum im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)Au am LeithabergeBad Deutsch-AltenburgBergBruck an der LeithaEbergassingEnzersdorf an der FischaEnzersdorf an der FischaFischamendGöttlesbrunn-ArbesthalGötzendorf an der LeithaGramatneusiedlHainburg an der DonauHaslau-Maria EllendHimbergHof am LeithabergeHöfleinHundsheimKlein-NeusiedlLanzendorfLeopoldsdorfMannersdorf am LeithagebirgeMaria-LanzendorfMoosbrunnPetronell-CarnuntumPrellenkirchenRauchenwarthRohrauScharndorfSchwadorfSchwechatSommereinTrautmannsdorf an der LeithaWolfsthalZwölfaxing
Lage der Gemeinde Petronell-Carnuntum im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Das Heidentor – Wahrzeichen der Marktgemeinde
Das Heidentor – Wahrzeichen der Marktgemeinde
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Petronell-Carnuntum ist eine Marktgemeinde mit 1256 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha.

Geografie

Petronell-Carnuntum liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Gemeinde liegt größtenteils am rechten Ufer der Donau südwestlich von Hainburg an der Donau, 182 Meter über dem Meeresspiegel. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 25,37 Quadratkilometer. Davon sind 49 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 31 Prozent sind bewaldet und 12 Prozent entfallen auf die Donau.

Gemeindegliederung

Die Ortschaft Petronell und das ehemalige römische Militär- und Zivillager befinden sich südlich der Donau. Das kleinere Gemeindegebiet nördlich der Donau liegt südlich der Ortschaft Stopfenreuth und ist ohne Ortschaft ein Teil vom Nationalpark Donau-Auen.

Nachbargemeinden

Eckartsau (Gänserndorf) Engelhartstetten (Gänserndorf) Hainburg
Scharndorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Bad Deutsch-Altenburg
Höflein Rohrau

Geschichte

Petronell (oben) und der nördliche Teil der Kuruzzenschanze (Alte Schanze) um 1873 im Aufnahmeblatt der Landesaufnahme

Die Ursprünge der Siedlung gehen auf ein römisches Militärlager zurück, das der spätere Kaiser Tiberius im Jahre 6 n. Chr. als Winterlager errichtete. Carnuntum entwickelte sich im Anschluss zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert n. Chr. zu einer Großstadt an der nördlichen Grenze des Römischen Reichs.

Durch die militärisch wichtige Lage zur Grenzsicherung und die Nähe zu großen Handelsrouten wurde Carnuntum bedeutend, so dass es zu Beginn des 2. Jahrhunderts zur Hauptstadt der Provinz Oberpannonien avancierte, die in ihrer Blüte etwa 50.000 Einwohner zählte. Neben dem Legionslager und der umgebenden Lagerstadt entwickelte sich so außerhalb der militärischen Zone eine florierende Zivilstadt. Teile der Stadt sind heute im archäologischen Kulturpark „Römerstadt Carnuntum“ als rekonstruierte Häuser zu besichtigen.

Im 4. Jahrhundert verwüstete ein schweres Erdbeben die Stadt. Von diesem Schlag konnte sich Carnuntum nicht mehr erholen. Die Reduzierung der Grenztruppen und die Auswirkungen der Völkerwanderung leiteten schließlich den Niedergang der römischen Stadt ein. Im 5. Jahrhundert wurde Carnuntum endgültig aufgegeben.

Auch nach dem Ende des römischen Imperiums ist – trotz Fehlens von schriftlichen Überlieferungen – die Kontinuität als Siedlungs- und Handelsplatz durch zahlreiche archäologische Funde nachzuweisen. Der Name Carnuntum wird zum letzten Mal während der Zeit Karls des Großen genannt.

In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entwickelte sich hier eine Siedlung, der im Jahr 1142 das Marktrecht verliehen wurde. Damit zählt Petronell-Carnuntum zu den ältesten Marktgemeinden in Niederösterreich.

Der Ortsname Petronell geht auf das relativ seltene Patrozinium Sancta Petronilla zurück. Einer Überlieferung nach hat Karl der Große anlässlich seines Awarenfeldzuges in den ehemaligen Römerstädten Vindobona und Carnuntum Kirchen für seinen Schutzheiligen St. Petrus und dessen (vermeintliche) Tochter Sta. Petronilla errichten lassen. Eine andere Theorie besagt, dass die Namensgebung auf die Gemahlin von Kaiser Heinrich III., Agnes von Poitou, zurückgeht, die 1056 – unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes und dem Antritt ihrer Regentschaft – das Grenzland zu Ungarn bereist hat. Sie war als große Verehrerin der heiligen Petronilla bekannt. Agnes wurde 1077 an der Seite der Heiligen in Rom beigesetzt. Auf diese Tatsachen gestützt, vermutet man, dass die Grafen von Vohburg (Diepoldinger-Rapotonen) ihrer Lehensherrin die Kirche Sta. Petronilla errichten ließen. Petronilla ist die Schutzpatronin der Stadt Rom. Sie ist auch die Schutzheilige gegen Gicht, Fieber und Rheuma, die in den Schwefelquellen von Bad Deutsch-Altenburg behandelt werden.

1142 wurde Petronell aus dem Besitz der Grafen von Vohburg an Hugo von Liechtenstein, dem Stammvater des Hauses Liechtenstein übergeben. Er ist der Erbauer der Burg Liechtenstein bei Mödling und Begründer des Hauses Liechtenstein. Unter seinem Enkel existierte im späten 12. Jahrhundert eine Seitenlinie Petronell-Liechtenstein. Zu dieser Zeit wurde die Rundkapel Petronell erbaut. Ab 1306 folgten verschiedene Grundherren.

Im Jahr 1656 erwarb Graf Ernst von Abensperg und Traun die Herrschaft Petronell durch Heirat. Die Herrschaft Petronell als Verwaltungseinheit des Staates hatte auch die Gerichtsbarkeit inne. Die Familie Abensperg und Traun ist heute noch durch den Besitz der Rundkirche und des barocken Schüttkastens und als Förderer der Pfarreinrichtungen mit der Marktgemeinde Petronell-Carnuntum verbunden.

Der rechte Nebenarm der Donau in der Petroneller Au wurde im Zuge der großen Donauregulierung Ende des 19. Jahrhunderts vom Hauptstrom abgetrennt. Nur bei Hochwasser findet an wenigen Tagen im Jahr eine Durchströmung statt. Durch stetige Verlandung ging ökologischer Lebensraum im Augebiet verloren. Der Nationalpark Donau-Auen, EVN Wasser und viadonau beabsichtigen eine Renaturierung mit Baubeginn 2026. Durch Aufgrabungen soll mehr Wasser in das Nebenarmsystem fließen. Das fördert das Aufkommen strömungsliebender Fischarten und die Speisung des Grundwasserbegleitstroms.

Seit 1966 führt die Gemeinde offiziell den Namen Petronell-Carnuntum.

Niederösterreichische Landesausstellung 2011

Unter dem Titel „Erobern – Entdecken – Erleben im Römerland Carnuntum“ fand 2011 die Niederösterreichische Landesausstellung in drei Standortgemeinden Petronell-Carnuntum, Bad Deutsch-Altenburg und Hainburg an der Donau statt. Anlässlich dieser Landesausstellung wurde ein Besucherzentrum nach den Plänen des Architektenbüros Gallister errichtet sowie ein Parkplatz für etwa 340 PKWs und 22 Busse. Mit 554.438 Besuchern war sie die zweiterfolgreichste Ausstellung der Geschichte der NÖ Landesausstellungen.

Einwohnerentwicklung

In den Jahren 1991 bis 2001 waren sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz negativ. Danach war die Zuwanderung stärker als die negative Geburtenbilanz.

Petronell-Carnuntum: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
834
1880
  
898
1890
  
971
1900
  
954
1910
  
1.072
1923
  
1.180
1934
  
1.163
1939
  
1.137
1951
  
1.256
1961
  
1.214
1971
  
1.236
1981
  
1.241
1991
  
1.202
2001
  
1.158
2011
  
1.192
2021
  
1.279
2026
  
1.256
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Nordwestansicht des Heidentors

Die wesentlichste Sehenswürdigkeit des Ortes sind die Reste der römischen Stadt Carnuntum.

Sehenswert darüber hinaus:

Besucherzentrum des Freilichtmuseums

Museen

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 51, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 29. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 514. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,16 Prozent.

Bildung

In der Gemeinde befindet sich ein Kindergarten und eine Volksschule.

Politik

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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

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BW

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1947–1948 Franz Braun (SPÖ)
  • 1948–1953 Anton Glaser (SPÖ)
  • 1953–1983 Viktor Schneider (SPÖ)
  • 1983–1995 Viktor Schneider jun. (SPÖ)
  • 1995–2004 Sven Ladek (ÖVP)
  • 2004–2017 Ingrid Scheumbauer (ÖVP)
  • 2017–2025 Martin Almstädter (SPÖ)
  • seit 2025 Leonard Brassat (ÖVP)

Wappen

Zum 900-jährigen Bestehen Petronells im Jahr 1958 verlieh die Landesregierung Niederösterreichs der Marktgemeinde ein Marktwappen. Die dazugehörende Marktfahne ist in den Farben Blau-Weiß gehalten und trägt in der Mitte das neue Wappen: in blauem Schild das weiße Heidentor auf grünem Grund.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

Ehrenbürger von Petronell-Carnuntum sind:

Ehrenringträger der Gemeinde

Die ersten Ehrenringe der Marktgemeinde wurden anlässlich der 900-Jahr-Feier im Jahre 1958 im Schloss Petronell an Persönlichkeiten der Landespolitik und in weiterer Folge an Personen verliehen, die sich um die Marktgemeinde durch ihr Wirken besondere Verdienste erworben haben.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Commons: Petronell-Carnuntum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Petronell-Carnuntum, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. November 2021.
  2. ↑ August Obermayr, S. 132.
  3. ↑ Vereinfachter Stammbaum der Familie Liechtenstein. In: Offizielle Website der Burg Liechtenstein. Abgerufen am 15. März 2019.
  4. ↑ Land will Donau-Arm renaturieren orf.at, 2. Juli 2024, abgerufen am 2. Juli 2024.
  5. ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF)
  6. ↑ LH Pröll: Landesausstellung 2011 verzeichnete 554.438 Besucher. In: ots.at. Abgerufen am 25. November 2021.
  7. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Petronell-Carnuntum, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. Oktober 2020.
  8. ↑ Römerstadt Carnuntum, auf carnuntum.at
  9. ↑ Museumsverein Auxiliarkastell, auf auxiliarkastell.at
  10. ↑ Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  11. ↑ Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 30. September 2020.
  12. ↑ Land Niederösterreich – Gemeinderatswahl 1995. Abgerufen am 25. November 2021.
  13. ↑ Land Niederösterreich – Gemeinderatswahl 2000. Abgerufen am 25. November 2021.
  14. ↑ Land Niederösterreich – Gemeinderatswahl 2005. Abgerufen am 25. November 2021.
  15. ↑ Land Niederösterreich – Gemeinderatswahl 2010. Abgerufen am 25. November 2021.
  16. ↑ Land Niederösterreich – Gemeinderatswahl 2015. Abgerufen am 25. November 2021.
  17. ↑ Land Niederösterreich – Gemeinderatswahl 2020. Abgerufen am 25. November 2021.
  18. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in Petronell-Carnuntum. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2025, abgerufen am 2. März 2025.
  19. ↑ Josef Rittler: Petronell-Carnuntum: Leonard Brassat zum Ortschef gekürt. NÖN, abgerufen am 28. Juli 2025.
  20. ↑ Wissenswertes. In: petronell.at. Abgerufen am 25. November 2021.
  21. ↑ Ehrenringträger und Ehrenbürger. In: petronell.at. Abgerufen am 25. November 2021.
  22. ↑ „Mister Carnuntum“ ist nun Ehrenbürger. In: noen.at. Abgerufen am 22. Oktober 2021.
  23. ↑ Ehrenringträger und Ehrenbürger. In: petronell.at. Abgerufen am 25. November 2021.