Petzkendorf lag im Geiseltal nordwestlich von Braunsbedra. Nachbarorte waren Kämmeritz im Nordwesten, Geiselröhlitz im Norden und Neumark im Osten und Süden. Die ehemalige Ortsflur liegt heute am Südrand des Geiseltalsees.
Rittergut Petzkendorf um 1873/1874. Sammlung Alexander Duncker Berlin.
Das Gut Petzkendorf war früher ein altes Mannlehngut der in Thüringen weit verbreiteten Familie von Breitenbauch. Nach 1822 kam es an die Familie von Helldorff, an den Landrat Heinrich von Helldorff (1799–1873), als Nebengut von Bedra und Baumersroda. Das Gut Petzkendorf blieb dann für einige Generationen in der Hand derer von Helldorff, u.a. bei Otto (Otto Heinrich) von Helldorff (1833–1908).
1927 wurde der vormals juristisch eigenständige Ort Gutsbezirk Petzkendorf dem benachbarten Dorf Neumark zugeordnet. Letzte adelige Gutsherren waren Rittmeister Sittig von Helldorff (1879–1947), bis um 1923. Dann folgte dessen Onkel Heinrich von Helldorff (1870–1936). Allen drei gehörte auch Gut und Schloss Bedra. Nach 1936 veräußerte die Familie von Helldorff das lange als Nebengut genutzte Petzkendorf. Letzter Besitzer, schon mit starken Einschränkungen seitens der Maßnahmen der Wintershall bei Krumpa, war der Landarzt Hans Hartz.
Im Zuge des Braunkohlenabbaus im Geiseltal wurde Petzkendorf im Jahr 1961 umgesiedelt und 1968 abgebaggert (devastiert).
Literatur
Andreas Berkner / Kulturstiftung Hohenmölsen e.V. (Hrsg.): Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier. Sax-Verlag, Beucha/Markkleeberg 2022, ISBN 978-3-86729-266-5, S. 452 f.
Steffen Bruns: Geiseltalchroniken. Geschichte des Geiseltales und seiner Umgebung. Mit: Petzkendorf. Ortsgeschichte. Das Rittergut. TTwentysix – Der Self-Publishing-Verlag / Random House / Books on Demand, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7407-6351-0, S. 176 f.
Devastierter Ort Petzkendorf. In: KuLaDig. LVR. Hrsg. Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.
↑Johann Christian Siebenkees (Red. zug.): Geschlechts- und Wappenbeschreibungen zu dem Tyroffischen Wappenwerk. Band 1, 1. Heft. Verlag Conrad Tyroff Wappencomptoirs, Nürnberg 1791, S. 281.
↑Andreas Schultz: Verzeichnis der Ein- und Ausgemeindungen in Thüringen 1920-1945. Nach amtlichen Druckschriften. 2. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2022, ISBN 978-3-7568-5808-8, S. 194.
↑Petzkendorf. Ortsgeschichte. Das Rittergut. In: Steffen Bruns: Geiseltalchroniken. Geschichte des Geiseltales und seiner Umgebung. Twentysix – Der Self-Publishing-Verlag / Random House / Books on Demand, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7407-6351-0, S. 176 f.