Pfaffenbronn

Pfaffenbronn ist ein Bauerndorf, das zur Gemeinde Lembach im Département Bas-Rhin (Region Grand Est (bis 2015 Elsass)) gehört. Von diesem Ort liegt es östlich, an der D65 in Richtung Weißenburg. Pfaffenbronn hat ungefähr 60 Einwohner (2021).

Pfaffenbronn von Westen

Geschichte

Wegen des Namens und der Nähe zu Wissembourg liegt die Vermutung nahe, dass Pfaffenbronn eine Gründung des Klosters Weißenburg ist. Der Sage nach wurden unbotmäßige Mönche dorthin strafversetzt. Der erste Nachweis der Existenz Pfaffenbronns ist aber eine Übertragungsurkunde an das Kloster Neubourg bei Haguenau im Jahr 1157. Es wird von einer Scheune und einer Kapelle berichtet. Der Heilige Richard von Pfaffenbronn soll hier als Einsiedler gelebt haben und 1262 hier gestorben sein. Nach dem Bauernkrieg musste das Kloster Neubourg Pfaffenbronn 1526 an die Herren von Fleckenstein verkaufen. Schließlich ging der Besitz 1711 an die Herren von Hanau-Lichtenberg über. Dieser Teil Pfaffenbronn ist unter dem Namen „Althof“ bekannt, ein Teil wurde „Klostergarten“ genannt. 1774 lässt der Landgraf von Hessen-Darmstadt, in dessen Besitz der Ort 1738 durch Erbschaft übergegangen war, einen Wald roden und verkauft die Äcker an vier Bauern. Die Einwohner vom Althof protestieren, da sie das Holzrecht dieses Waldes besaßen, allerdings vergeblich. Damit entstand der „Neuhof“ von Pfaffenbronn, er liegt westlich vom Althof an der Straße nach Lembach. Die heutigen Fachwerkhäuser des Althofs entstanden alle im 18. und 19. Jahrhundert, nur die Mauer unterhalb des Gartenareals soll aus der Ursprungszeit stammen. Mit der französischen Revolution wurde der Ort zum Nationalgut und die Bauern konnte ihre Höfe kaufen. Heute befinden sich die drei noch aktiven Bauernhöfe alle im Neuhof. Wegen der armen Böden wird nur Viehzucht, besonders Milchwirtschaft und Kälberzucht, betrieben. In den 1970er Jahren wurde östlich des Althof das Feriendorf Les Châtaigniers (Edelkastanie) mit 100 fast identischen Reihenhäusern gebaut. Der Name kommt von den zahlreichen Kastanienbäumen im Wald.

Feriendorf im Winter

Sehenswürdigkeiten

Umgebung

Zwischen Lembach und Pfaffenbronn (etwa 5 Kilometer voneinander entfernt) liegt das für den Krieg geschaffene Four à Chaux (zu Deutsch: „Kalkofen“), ein Artilleriewerk der Maginot-Linie. Weiter von Pfaffenbronn den Berg hinauf kommt der Col du Pfaffenschlick, der Pass über den Hochwald mit einer alten Straßenkreuzung von Climbach nach Soultz-sous-Forêts und Lembach nach Schoenenbourg. Im Hochwald selbst befindet sich das Artilleriewerk Ouvrage du Hochwald der Maginot-Linie. Direkt hinter Pfaffenbronn liegt der Langenberg, auf den viele Wanderwege führen. Von oben (Soultzerkopf) kann man sogar (bei entsprechendem Wetter) den Turm des Straßburger Münsters sehen.

Nächste größere Orte sind neben Lembach und Weißenburg auch Soultz-sous-Forêts und Haguenau.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Homepage der Gemeinde Lembach. Abgerufen am 5. September 2021
  2. ↑ Ökumenisches Heiligenlexikon. Abgerufen am 11. September 2021
  3. ↑ Brigitte Parent: Ancienne ferme Vieux Pfaffenbronn. In: POP - Plateform Ouverte du Patrimoine. Ministère de la Culture, 2001, abgerufen am 19. September 2026 (französisch).
  4. ↑ Volker Knopf: Mit der Wucht von 24 Tonnen, Badische Neueste Nachrichten vom 21. August 2021.; Volker Knopf: So wird aus Nüssen Öl. Chretien Jaming betreibt im Elsass ein uraltes Handwerk, in: Badische Woche, 15./16. September 2023, S. 3.
  5. ↑ Charles Schlosser: Lembach Au fils du temps. Nino Druck, Neustadt (Weinstraße) 2004, S. 157.
  6. ↑ Klaus Schneider: Feuer und Flamme für einen Kuchen, in Zeitschrift PETRA Nr. 1/79 Januar 1979. S. 116 f.

Koordinaten: 49° 0′ N, 7° 50′ O