| Pfauentinamu | ||||||||||||
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Pfauentinamu (Taoniscus nanus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Taoniscus | ||||||||||||
| Gloger, 1842 | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Taoniscus nanus | ||||||||||||
| (Temminck, 1815) |
Der Pfauentinamu (Taoniscus nanus) ist eine Vogelart aus der Familie der Steißhühner (Tinamidae), die in Brasilien endemisch ist. Der Bestand wird von der IUCN als stark gefährdet (Endangered) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.
Der Pfauentinamu erreicht eine Körperlänge von ca. 14,5 bis 15,0 cm bei einem Gewicht von ca. 43 g. Das Gefieder wirkt stark gebändert und variiert in der Färbung von rötlich-braun bis ockergrau-braun oder einer Mischung aus beidem. Das Gefieder des Männchens weist am Oberkopf und der Oberseite ein aufwendiges, gesprenkeltes Muster von matt bräunlich gelb bis rötlich braun mit einem schwarzen Fleck oder breiten Streifen auf, der von einer schmalen, gewellten, weißlichen Querlinie und ähnlichen schmalen schwarzen Linien und breiteren gelben Streifen umrahmt wird. In der Regel mit wenigen und schmalen gelben Streifen, sodass es an der Oberseite nicht gestreift aussieht. Die Federn des Bürzels und der Oberschwanzdecken sind erheblich verlängert. Die Oberflügeldecken ähneln im Muster, sind aber stärker gebändert und dunkelbraun und gelblich gefleckt und ohne Streifen. Die Schwungfedern sind einfarbig dunkelbraun, höchstens mit leicht gefleckten Außenfahnen an den Armschwingen. Das Gesicht und die Kopfseiten sind matt gelblich bis ockerfarben, um die Augen herum etwas hellerer oder mit weißlich-gelblicher Färbung, mit winzigen dunklen Punkten. Die dunklen Zeichnungen sind an den Ohrdecken manchmal dicht und deutlich sichtbar. Die Halsseite ähnelt dem Gesicht, weist jedoch eine dichte, schwarze Fleckenzeichnung auf, die sich zur Brust hin vergrößert und an den Federspitzen in eher kurze Streifen oder Schuppen übergeht. Das Kinn und die Kehle sind weißlich, der Vorderhals bis zur Brust ähnelt der Halsseite und ist stark schwarz gefleckt, wobei weißlich-gelbe Flecken eingemischt sind. Die Zeichnung ist mitunter winklig und in einem eher wellenförmig gebänderten Muster angeordnet. Die Unterseite ist ähnlich, jedoch an den Seiten und Flanken deutlicher schwarz, weißlich-gelb und rötlich-ockerfarben bis matt bräunlich gebändert, wobei der Bauch in der Mitte hellgelb ist. Die Iris ist matt gelblich, der Schnabel oberseits schwärzlich oder dunkelbraungrau, die Schneidekanten und der größte Teil des Unterschnabels hellhornfarben und die Beine rosa bis gelborange. Das Weibchen ähnelt dem Männchen, ist aber auffälliger gezeichnet und hat einen weißeren Bauch. Jungtiere ähneln in ihrer Zeichnung den Altvögeln, die Iris ist möglicherweise dunkler, grau.
Der Pfauentinamu gibt einen hohen nasalen Triller von sich, der dem von Heuschrecken (Orthoptera) ähnelt, gefolgt von etwa sechs bis zehn pit-Tönen. Ebenso hört man pii pu oder pii iii, puu Laute von ihm, wobei der letzte Ton tiefer ist, möglicherweise wenn er Angst hat.
Wenig ist über die Brutbiologie des Pfauentinamu bekannt. Die Brutsaison ist von September bis Oktober. Die daunig flauschigen Küken ähneln denen der Gattung Wachteltinamus (Nothura). In Gefangenschaft baute er ein kleines kugelförmiges Nest aus Gras und kleinen Blättern, das eine seitliche Öffnung hatte. Ein Gelege bestand aus drei schiefergrauen Eiern. Die Embryonen starben nach 15 Tagen im künstlichen Brutkasten.
Der Pfauentinamu ist ein Allesfresser. Zur Nahrung gehören verschiedene Gliederfüßer wie beispielsweise Termiten, aber auch Samen, beispielsweise von Gräsern. Er verbringt viel Zeit damit, in der Vegetation nach kleinen Gliederfüßern zu suchen. Wie der Rotflügeltinamu gräbt er Termiten der Art Procornitermes araujoi aus deren Hügeln. Er sucht seine Nahrung alleine oder paarweise.

Der Pfauentinamu bevorzugt Sekundärwald, Savanne oder Cerrado. Allerdings bewegt er sich häufiger auf Weiden mit kurzem Gras und vereinzelten, weniger als zwei Meter hohen Büschen als im Cerrado. Manchmal ist er auch in der Nähe von Städten und auf abgebrannten Feldern anzutreffen.
Der Pfauentinamu gilt als Standvogel.

Die Erstbeschreibung des Pfauentinamu erfolgte 1815 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Tinamus nanus. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an, basierend auf Ynambú del ynambú-carapé von Félix de Azara ein. Am 25. Dezember 1824 erscheint von Temminck eine von Prêtre illustrierte Tafel mit zusätzlichem Text. Im Text erwähnt er weitere von Auguste de Saint-Hilaire gesammelte Exemplare aus São Paulo. 1842 führte Constantin Wilhelm Lambert Gloger die für die Wissenschaft neue Gattung Taoniscus für Taoniscus pavoninus ein – Synonym zur Nominatform. Der Begriff stammt von ταως taōs, deutsch ‚Pfau‘ ab. Der Artname nanus stammt von νανος nanos bzw. lateinisch nanus ‚Zwerg‘. Pavoninus hat seinen Ursprung in lateinisch pavoninus, pavo, pavonis ‚Pfau gleich, pfauenartig, Pfau‘. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Laubmann sah in Taoniscus nanus die Unterart für das Land. Selbst in der Literatur fand er keinen nachhaltigen Nachweis, da alle auf Azara zurückgingen. Paul van Els, Tini Wijpkema, Jacob Tines Wijpkema und Gustavo Bernardino Malacco berichten vom nördlichen zentralen Departamento Beni, in dem sie Tonaufnahmen vom Pfauentinamu gemacht haben, aber auch von historischen Berichten aus Frühere Berichte stammen aus Paraguay aus dem Departamento Misiones und dem Norden Argentiniens nahe Formosa oder dem Gran Chaco, doch wurde die Art dort lange nicht nachgewiesen.