Pfetzendorf stand ursprünglich unter der Lehensherrschaft des Hochstifts Würzburg. Nach einer Rechnung des Chorherrenstiftes St.Gumbert in Ansbach von 1342 hatte das Stift in „Phötzendorf“ einen Untertanen. Im 15.Jahrhundert waren die Markgrafen von Ansbach Lehensherren über einen Hof in Pfetzendorf, wie aus Lehenbriefen von 1423, 1459 und 1544 hervorgeht. Das Lehen wurde an die Herrschaft Jochsberg ausgegeben.
Laut der Vetterschen Oberamtsbeschreibung von 1732 bestand der Weiler zu dieser Zeit aus drei Untertanen des Stiftsamts Ansbach und zwei des brandenburg-ansbachischen Vogtamtes Jochsberg. Er bildete mit Zweiflingen eine Realgemeinde, war nach St.Erhard in Frommetsfelden gepfarrt (die Pfarrei des Bistums Würzburg war mit der ersten brandenburgischen Kirchenvisitation von 1528 protestantisch geworden) und vom Zehnt befreit. Jeder der beiden Ämter hatte die Vogtei inner Etters auf seinen Untertan inne, während die Vogtei außer Etters und die Fraisch das brandenburgisch-ansbachische Stadtvogteiamt Leutershausen wahrnahm. Die Gemeindeherrschaft und der Hirtenstab waren Rechte des Vogtamtes Jochsberg.
Am Ende des Alten Reiches, gegen 1800, bestand Pfetzendorf aus fünf Untertanen. Ein Halbhof und ein Köblergut gehörten dem Stiftsamt Ansbach, zwei Köblergüter und ein Haus waren Besitz des Vogtamtes Jochsberg. Die Rechtsverhältnisse von 1732 galten unverändert. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
Manfred Jehle:Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (=Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
Hermann Schreiber:Leutershausen. Leutershausen 1975, ISBN 3-922175-02-3, S.352–353.
↑M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.1, S.161.
↑M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.1, S.141.
↑M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.1, S.638.
↑M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.1, S.81.
↑H. Schreiber: Leutershausen, S. 353. M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.805.
12M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.899.
↑Johann Bernhard Fischer:Pfezendorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC159872968, S.106 (Digitalisat).
↑J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd.4, Sp.341.
12M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.979f.
↑Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M.Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd.2, S.964.