| Phasenvoid | ||||
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| Studioalbum von Vibravoid | ||||
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Veröffent- |
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Nasoni Records, Stoned Karma Records | ||||
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Phasenvoid ist ein Album der Düsseldorfer Neo-Psychedelic Rock und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid. Die Zusammenstellung dokumentiert die Frühphase der Band und nahm laut dem Musikmagazin TimeMazine den Sound der späteren „Neo-Kraut-Psych“-Szene bereits um Jahrzehnte vorweg. In der retrospektiven Fachrezeption wird Vibravoid als Pionier des Vinyl-Revivals und Erfinder des Neo-Kraut Rock eingeordnet.
Das enthaltene Material wurde zwischen 1992 und 1997 aufgenommen. Die Aufnahmen wurden im Heimstudio-Verfahren mit analogen Kassetten-Bandgeräten und Mehrspur-Recordern produziert. Zum Einsatz kamen dabei die Geräte Nordmende Clipper, Fostex X-15 und Tascam Portastudio 424. Für die Aufnahmen der einzelnen Tracks wurden analoge Instrumente und Studioeffekten genutzt. Neben klassischen E-Gitarren (Fender Telecaster, Gibson SG) prägten historische Elektronik-Orgeln wie die Modelle Vox Super Continental II, Vox Jaguar und eine Bontempi Top Electronic das klangliche Bild. Für die charakteristischen Echo- und Modulationseffekte wurde das analoge Verzögerungsgerät BOSS DM-1 (Delay Machine) verwendet. Ergänzt wurden die Strukturen durch den Einsatz einer Sitar, einer tibetischen Glocke (Ghanta), Field Recordings eines Wassereimers (Waterbucket), Windspielen (Windchimes) sowie Zweckentfremdungen eines Fernsehgeräts. Alle Instrumente und Perkussionen wurden von Christian Koch eingespielt. Das visuelle Konzept des Albums nimmt direkten Bezug auf die verwendete Tontechnik. Das Cover der Veröffentlichung zeigt den analogen Phaser Lemonstudio Babyphase, welcher für die Phasingeffekte auf den Aufnahmen genutzt wurde.
Die Erstveröffentlichung erschien im Jahr 2003 über das Independent-Label Nasoni Records. Es handelte sich um eine Split-LP mit Sula Bassana. Diese Auflage teilte sich auf 400 Exemplare auf schwarzem Vinyl und 100 Exemplare auf rot-weiß marmoriertem Vinyl auf. Die Veröffentlichung des Albums exklusiv als Schallplatte fiel in den Zeitraum des kommerziellen Tiefpunkts dieses Mediums. Die damalige Situation der Schallplattenproduktion wird auch in einem zeitgenössischen Bericht in Der Spiegel thematisiert.
Als erste Veröffentlichung von Stoned Karma Records erschien im Jahr 2013 die 2CD The Politics of Ecstasy, die das Album Phasenvoid als Bonus enthält.
Im Jahr 2022 veröffentlichte das Label Stoned Karma Records die erweiterte Wiederveröffentlichung unter dem Namen Phasenvoid 1992–1997 (Vibrations From A Lost Decade) als 2CD und 2LP Ausgabe. Für diese Edition wurde das ursprüngliche Material komplett remastered und um elf bis dahin unveröffentlichte Archivaufnahmen aus demselben Zeitraum sowie ein Interview aus dem Jahr 1997 ergänzt. Die 2LP Version des Re-Issues wurde mit einem Lentikular-Cover mit Wackelbild-Effekt ausgestattet.
In Musikmedien wird das Album für seine historische Dokumentationsfunktion besprochen. Das Fachmagazin Ox-Fanzine beschreibt die Wiederveröffentlichung als einen umfassenden Überblick über die Frühphase der Band. Gereon Helmer urteilt: „Das klingt dann teils nach Spacemen 3, aber auch nach Harmonia frühen Kluster oder den ersten beiden Kraftwerk-Alben.“
In einer zeitgenössischen Rezension im Musikmagazin Eclipsed zur Erstveröffentlichung im Jahr 2003 wurde das Album als „kleine psychedelische Perle“ bezeichnet. Der Kritiker Bernd Sievers bezeichnete die sieben Titel von Vibravoid als „herrlich entrückte, instrumentale, abstrakte Soundlandschaften“, die nie schrill, sondern subtil agieren und teils mit einfachen Sequenzerläufen unterlegt sind. Stilistisch wurde die Musik als eine Mischung aus dem Album Sorcerer von Tangerine Dream und Pink Floyds A Saucerful of Secrets beschrieben.
Das italienische Musikmagazin Blow Up beschreibt das Album als ein vielschichtiges Mosaik aus Heimaufnahmen, das mit einem analogen Arsenal aus Verzerrern, Gitarreteffekten und elektronischen Rhythmen generiert wurde. Der Rezensent Roberto Calabrò ordnet die frühen Stücke der Band in den Kontext der internationalen Neopsychedelia der Neunzigerjahre ein. Er zieht stilistische Parallelen zu britischen Bands wie Spacemen 3 und Sun Dial. Zudem hebt die Kritik den prägenden, unverkennbaren Einfluss der frühen Schaffensphase von Pink Floyd sowie deren unmittelbarer Post-Syd Barrett Ära auf die Tracks von Phasenvoid hervor.
Das griechische Musikmagazin TimeMazine betonte in seiner Rezension zur Wiederveröffentlichung ebenfalls den historischen Wert des Materials. Bezüglich der Archivaufnahmen charakterisiert der Rezensent das Stück Jukebox als einen „Electro-Kraut“-Track mit rohem Klang, der stilistisch an eine Kreuzung aus Kraftwerk und Neu! innerhalb eines industrialisierten Klangbilds der Band Can erinnert. Die Redaktion hob zudem die damals genutzten Aufnahmetechniken hervor, die zu einer Zeit entstanden, als das verwendete analoge Equipment im damaligen Musikkontext noch gar nicht als schützenswertes Vintage, sondern vielmehr als Gebrauchtware oder Abfall galt.
Claus Wittwer beschrieb im Ox-Fanzine die erste Wiederveröffentlichung des Albums Phasenvoid als eine musikalisch eigenständige Facette von Vibravoid. Der überwiegend elektronisch geprägte Klangteppich zeige eine „vollkommen andere Ebene von Vibravoid“. Wittwer charakterisierte die Musik als meditativen Ambient-Chill-out mit psychedelischen Elementen.
Andrija Babovic schrieb in It's Psychedelic Baby Magazine, Vibravoid rocke mit den modern klingenden, retro-psychedelischen Stücken Void Vibrato, Minddecision, Bellflight und Microvoid die Köpfe der Zuhörer frei. „Journey To the Center Of The Sun“ bezeichnete er als einzigartig und phänomenal.
Das Slam Magazin schrieb 2013 in einer Rezension der Neuveröffentlichung The Pokitics of Ecstasy über Phasenvoid: „Eine Überdosis psychedelischer Rockmusik mag man denken, doch verzaubert einen die dargebotene Musik ab der ersten Sekunde und macht eine Sättigung mit den hypnotischen Klängen beinahe unmöglich.“
Alfred Crespo beschrieb die 2CD Ausgabe im spanischen Ruta 66 als Verbindung von Wiederveröffentlichungen, neuen Remixen und dem vollständigen Album Phasenvoid. Er verglich den Stil mit Hawkwind, Amon Düül und dem psychedelischen Krautrock-Umfeld und bezeichnete die Musik als zeitlos.
Jan Schwarzkamp bezeichnete die 2CD-Ausgabe in Visions als „eine tolle Materialsammlung, die Einsteigern einen Einblick in das bisherige Schaffen der Band gebe“.
Rebekka Mruck schrieb 2013 im Magazin Melodie & Rhythmus, „dass Vibravoid zu Recht eine führende Rolle in der europäischen Psychedelic-Underground-Szene zugeschrieben werde.“
Claudio Sorge beschrieb im italienischen Rumore Magazin die 2-CD-Wiederveröffentlichung mit dem Album Phasenvoid von 2003 als eine hypnotische Space-Rock-Reise, die Sorge als „Transpsichedelia“ charakterisierte.
Die Phasenvoid Seite der ursprünglichen Erstveröffentlichung aus dem Jahr 2003 enthält die folgenden Stücke: