| Vibravoid | |
|---|---|
Vibravoid im Frühjahr 1990 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Düsseldorf, Deutschland |
| Genre(s) | Psychedelic Rock, Neo-Kraut Rock, Pop, Rock |
| Aktive Jahre | ab 1990 |
| Gründungsmitglieder | |
Gitarre, Gesang | Christian Koch |
Bass | Thomas Pojonie |
Schlagzeug, Gesang | Oliver Lück |
Orgel | Lutz Dittmann |
| Aktuelle Besetzung | |
| Christian Koch | |
| Frank Matenaar | |
| Dario Treese | |
| Ehemalige Mitglieder | |
Bass | Martin Lammert |
| Bernd Mattern | |
Orgel | Jochen Kögler |
Schlagzeug | Axel Hinz |
Schlagzeug, Gesang | Marion Spittler |
Gesang, Bass | Markus Ludwig |
Gitarre | Dinko Vecic |
Schlagzeug | Sven Sensch |
Vibravoid ist eine Neo-Psychedelic und Neo-Kraut Rock Band aus Düsseldorf. Die 1988 als Lightshow Society Düsseldorf gegründete Formation wird in der Fachrezeption als Initiatoren des Kraut Rock Revivals und Wortschöpfer des Begriffs Neo-Kraut Rock bezeichnet. Die Gründungsmitglieder waren bei der Formierung noch Teenager und gehören der Nachfolgegeneration der ursprünglichen Hippie-Bewegung an. Die Band ordnet sich dabei selbst dem Neo-Psychedelic Rock zu und knüpft an die musikalischen Traditionen ihrer Heimatstadt Düsseldorf an.
Die Band wurde 1990 von Christian Koch (Gitarre, Gesang), Thomas Pojonie (Bass), Oliver Lück (Schlagzeug) und Lutz Dittmann (Orgel) formiert. Bis 1996 agierte die Gruppe parallel unter den Namen Motley Motion und Void Forum.
Vibravoid bezeichneten ihren Musikstil als „Neo-Kraut Rock“ und greifen damit bewusst auf eine historische Schreibweise des Begriffs zurück. Die zeitgenössische Rezeption griff diese spezifische Genreeinordnung im Jahr 2009 auf und beschrieb die Nischenstellung des Musikstils in Deutschland im Vergleich zum europäischen Ausland wie folgt:
„Während es in Großbritannien ganze Kraut Rock-Partys gibt, fristet die Musikrichtung in ihrer deutschen Heimat ein Nischendasein. Die Düsseldorfer Band Vibravoid hat nun alte Can- und Amon-Düül-Songs interpretiert und das Ganze mit neuer Coolness aufgeladen.“
10 Jahre vor dem einsetzenden Psych Rock Revival ab dem Jahr 2010 zählte die zeitgenössische Musikpresse Vibravoid gemeinsam mit Liquid Visions und der Mandra Gora Lightshow Society als das „führende deutsche Acid Sound Triumvirat“ und bescheinigte den drei Formationen, den zeitgenössischen Psychedelic Rock in all seinen Facetten perfekt zu verkörpern.
Das Musikmagazin GoodTimes stellte im Jahr 2013 fest, dass im Zuge der allgemeinen Retrowelle in der Rockmusik „eine Armada von Black-Sabbath-Mountain-Grand-Funk-Zeppelin-Klonen die Landschaft“ durchziehe, während sich die neu erblühte Psychedelic-Szene fast noch als etwas Eigenständiges ausmachte. „In Deutschland nehmen Vibravoid dabei eine Schlüsselstellung ein.“
Das Rockmagazin eclipsed bescheinigte Vibravoid in „Die Geschichte des Krautrock von 1980 bis heute - das Neokraut“, dass die Band dem Psychedelic Rock ein „enormes Upgrade“ verpasst habe, und führte deren Album 2001 in den „Top 10 Neo Kraut“ als frühstes Werk auf.
Bereits im Gründungsjahr 1990 experimentierte die Gruppe mit audiovisuellen Formaten. Während die Gründungsmitglieder noch die Schule besuchten, entstand in Räumen am Düsseldorfer Kikweg das Video zum Titel Fernsehapparat. Das Werk kombiniert frühen Neo-Kraut Rock mit experimenteller Videokunst und enthält Lichtexperimente der Lightshow Society Düsseldorf.
Ein zeitgenössisches Bandinfo, das sich über die Postleitzahl „W 4000 Düsseldorf 1“ auf das Jahr 1990 datieren lässt, isoliert die Begriffe Grunge und Fuzz im Neo-Psychedelic, fernab des späteren Stoner Metal und deren Verwendung im Mainstream. Zudem nannte die Band darin, lange bevor sich ein allgemeines Kraut Rock Revival etablierte, Musikgruppen wie Eloy als Einfluss. Der Rückgriff auf diese Wurzeln erfolgte zu einem Zeitpunkt, als das öffentliche und mediale Interesse an Kraut Rock einen historischen Tiefpunkt verzeichnete.
1993 stießen Dinko Vekic und später Markus Ludwig zur Band, die zuvor Mitglieder der Düsseldorfer Thrash-Metal-Band Assassin waren.

Im Februar 1994 nahm Vibravoid das Demotape One Nation Underground auf, das 2003 auf dem Album Turned On Acid erschien. Eine zeitgenössische Rezension des Demotapes im Musikmagazin Intro dokumentierte, dass die Formation ihre Musik selbst als „Neo Kraut Rock“ bezeichnete. In der zweiten Jahreshälfte produzierte die Band ihr erstes Studioalbum. Da das öffentliche Interesse an Kraut- und Psychedelic Rock in den 1990er Jahren gering war, wurde dieses Material erst 27 Jahre später auf 2001 The Ultimate Archive Collection veröffentlicht. Ebenso erschien das Album Phasenvoid mit Aufnahmen aus den frühen 90er Jahren erst im Jahr 2003.
Am 26. Januar 1995 spielte die Band ein Void Forum Konzert im Düsseldorfer Schallplattengeschäft Hitsville Records. Das originale Konzertplakat dieses Auftritts wurde im Jahr 2013 als zeitgenössisches Exponat in der Ausstellung Hitsville – Dealing with Independence im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen präsentiert.
Vibravoid organisierten 1996 mit dem Ufo Club Düsseldorf eine Jubiläumsveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Londoner UFO Club. Im Jahr 2001 initiierten Vibravoid mit dem „Love Is Freedom“ Festival in Düsseldorf und folgend in Berlin das erste Psych Fest nach der Hochphase der Techno-Kultur. Da die Szene zu dieser Zeit kaum Strukturen aufwies, traten bei der ersten Ausgabe neben Vibravoid lediglich Mandra Gora Lightshow Society und Liquid Visions auf.
Am 24. Juni 2000 legte Bandleader Christian Koch als DJ bei Bim Reinerts Creamcheese-Veranstaltung im Rahmen der Düsseldorfer Nacht der Museen im Museum Kunstpalast auf. Weitere Zusammenarbeiten mit dem Creamcheese folgten. Am 24. Mai 2025 traten Vibravoid beim Creamcheese Mega Happening im Kölner Blue Shell auf.
Vibravoid produzierten ihr Debütalbum 2001 zwischen 1997 und 1999 mit analogem Equipment. Am Schlagzeug saß Vom Ritchie (Die Toten Hosen), der die Band auch bei Konzerten in den Jahren 2000 und 2001 unterstützte. Im Dezember 1999 produzierte der Musiksender VIVA TV eine Sendung über die Düsseldorfer Musik Szene, in diesem Zusammenhang wurde das Album 2001 vorgestellt. Da sich zu dieser Zeit kein Plattenlabel finden ließ, das Interesse an Neo Psychedelic und Neo Kraut Rock hatte, veröffentlichte die Band das Album im Jahr 2000 selbst. Die CD-Auflage in Höhe von 2000 Stück verkaufte sich in kürzester Zeit. Auch die erste Vinyl-Auflage mit 1150 Exemplaren war schnell ausverkauft; insgesamt erreichten die physischen Pressungen des Werks über verschiedene Editionen eine kumulierte Gesamtauflage von über 10.000 Einheiten. Im Jahr 2005 erschien aufgrund der anhaltenden Nachfrage eine weitere Vinyl-Auflage speziell für den japanischen Markt.

Im September 2002 erschien über das Independent-Label Nasoni Records das zweite Studioalbum Void Vibration, welches das Musikmagazin eclipsed in seiner Ausgabe vom Oktober 2002 als „CD des Monats“ auszeichnete. Die Erstauflage erschien als „Op Art Picture Disc Set“, das durch Drehen der Schallplatte im Cover kinetische optische Effekte erzeugte. Das Album entwickelte den Sound der Band weiter, führte neue klangliche Elemente ein und verdeutlichte die Bezüge zur Düsseldorfer Schule.
Das dritte reguläre Studioalbum The Politics of Ecstasy erschien im Jahr 2008 und enthielt neben Coversongs von Strawberry Alarm Clock und Silver Apples das über 20-minütige Stück Your Mind Is At Ease. Der Düsseldorfer Bassist Ufo Walter, der unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit Randy Hansen, Marla Glen und Embryo bekannt ist, spielte auf dem Album den Bass ein. In der Fachrezeption stieß das Werk auf breite Resonanz. Claus Wittwer bezeichnete Vibravoid im Ox-Fanzine als die „immer noch ausschlaggebendste deutsche Psychedelic-Band“ und wertete das Werk als „durchweg ein Hammeralbum“. Das It’s Psychedelic Baby Magazine bezeichnete die Veröffentlichung als „Meisterwerk“. Rebekka Mruck würdigte in Melodie & Rhythmus die gelungenen Coverversionen sowie die Live-Tracks, welche den Status der Band in der europäischen Underground-Szene untermauern, und hob die Klangqualität durch das analoge Vintage-Equipment hervor. Claudio Sorge verwies im italienischen Musikmagazin Rumore auf Timothy Learys Leitspruch „Turn On, Tune In, Drop Out“ und den Freak-Out-Ansatz der psychedelischen Musik der 1960er-Jahre, an den Vibravoid mit dem Album anknüpfen.
2008 kam es zur Zusammenarbeit mit dem Gründungsmitglied Sky Saxon von The Seeds. Die dabei entstandenen Aufnahmen (A Poetry Of Love) wurden 2010 veröffentlicht und gelten als Saxons letzte Studioeinspielungen.
August 2009 erschien in England die Kraut Rock Sensation EP, die Coverversionen von Kraftwerk (Ruckzuck), Can (Mother Sky) und Amon Düül II (Eye Shaking King) enthielt. Die Veröffentlichung fiel in eine Phase, in der das Genre Kraut Rock in Deutschland medial als Nischendasein rezipiert wurde.
Im September 2009 folgte mit Distortions das vierte Studioalbum der Formation, welches auf den Aufnahmen der zuvor veröffentlichten Kraut Rock Sensation E.P. basiert. Der Track Mother Sky ist in einer fast 20-minütigen Fassung auf dem Album enthalten. Im Jahr 2013 erschien über das Label Stoned Karma Records eine erweiterte Neuauflage als Doppel-CD-Edition, die umfangreiches Bonusmaterial wie Demos und Live-Aufnahmen aus Bari enthält.
Im selben Jahr produzierte die Band unter dem Namen Astrophobia das Album Black Zodiac, das nach eigenen Angaben als humoristische Auseinandersetzung mit Klischees des Stoner Rock konzipiert war.
Im April 2010 veröffentlichte Fruits De Mer Records die What Colour Is Pink? EP, die Interpretationen der Pink Floyd Titel Set the Controls for the Heart of the Sun, Let There Be More Light und A Saucerful Of Secrets enthält. Für die Aufnahmen der EP kam ein Mellotron zum Einsatz. Das britische Musikmagazin Classic Rock listete das Werk in seiner Rubrik „Heavy Rotation“ und zog stilistische Vergleiche zu den frühen Kraftwerk sowie dem BBC Radiophonic Workshop:
„... if you thought the originals were off-kilter, you ain’t heard nuthin’ yet. It’s like early Kraftwerk (with Ray Manzarek on keys) let loose in the BBC’s Radiophonic Workshop.“
„„... wenn Sie dachten, die Originale seien schon eigenwillig, haben Sie noch gar nichts gehört. Es ist, als ob die frühen Kraftwerk (mit Ray Manzarek an den Tasten) im Radiophonic Workshop der BBC losgelassen worden wären.““
Der Journalist Alfred Crespo kommentierte zudem im spanischen Musikmagazin Ruta 66, dass die EP ein halbes Jahr vor dem offiziellen Sampler An Introduction to Syd Barrett erschien, welcher langfristig den Syd-Barrett-Hype im heutigen Mainstream auslöste.
Am 13. April 2011 folgte das Album Minddrugs, das mit einer 20-minütigen Version von Set the Controls for the Heart of the Sun das Konzept der vorausgegangenen EP fortsetzt. Auch auf diesem Album wurde das Mellotron wieder für die Aufnahmen benutzt. Das Musikmagazin eclipsed urteilte über das Album: „Mit Minddrugs lieferten die Düsseldorfer Vibravoid 2011 ihr bislang wohl stärkstes Album ab. Hierauf finden sich amtliche Psychedelic mit viel moderner Indie-Härte (What You Want), Krautrock wie aus der Haschpfeife (Do It Alright), verzerrter Gitarren-Mahlstrom allerbester Acid-Güte (You Keep On Falling), Raumpatrouille-Orion-Spacesounds (Lost Intensity) und natürlich die originelle 22-Minuten-Version von Pink Floyds Set the Controls for the Heart of the Sun.“
Mit dem 2012 veröffentlichten Studioalbum Gravity Zero etablierte die Band bereits im über 13-minütigen Eröffnungsstück Gravitation Zero eine dichte Klangkulisse aus Space Rock und Psychedelic Rock, die maßgeblich durch den Einsatz von Vox-Phantom-Gitarren, Theremin und Mellotron geprägt ist. Das Werk entwickelte sich zum bis dahin kommerziell erfolgreichsten Tonträger der Band. Die Erstauflage von 500 Exemplaren in blauem und 500 Exemplaren in orangem Vinyl war bereits vor der offiziellen Veröffentlichung ausverkauft, sodass noch vor dem Veröffentlichungstermin eine unlimitierte Pressung auf schwarzem Vinyl sowie eine mehrfach nachgepresste CD-Version in Produktion gehen mussten. Später erschien zudem eine erweiterte 2LP-Version mit Bonus-Tracks. Neben Eigenkompositionen enthält der Tonträger Neuinterpretationen der Titel The White Ship von H. P. Lovecraft sowie No Silver Bird von Hooterville Trolley und greift damit abseits des Mainstreams entstandene Stücke des US-amerikanischen Psychedelic Rock der späten 1960er-Jahre auf. In der Fachpresse wurden diese Coverversionen als sorgfältige Bearbeitungen des historischen Underground-Materials charakterisiert. Das Musikmagazin Rock Hard vergab für das Album acht von zehn möglichen Punkten und zog ein positives Fazit: „Gravity Zero ist ein hochgradig authentisches, detailverliebtes, hochpsychedelisches Statement, das den Hörer über weite Strecken tief in seinen Bann zieht.“
Im März 2013 erschien mit Delirio Dei Sensi das siebte Studioalbum der Formation über das italienische Label Go Down Records. Die sechs Titel des Albums wurden innerhalb von zwei Tagen im Go Down Studio eingespielt, während die Band in Italien auf Tour war. Neben Eigenkompositionen wie The Empty Sky prägt die markante Coverversion des französischen Pop-Chansons Poupée De Cire, Poupée De Son von Serge Gainsbourg (bekannt durch France Gall) die Platte. Das Stück Colour Your Mind stammt im Original von der australischen Neo-Psychedelic Band Tyrnaround aus den 1980er-Jahren. Es handelt sich um die erste Coverversion dieses Titels, welche den Song einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte. Diese Bearbeitung führte in der Folge dazu, dass Vibravoid in den Begleittexten (Liner Notes) nachfolgender Pressungen des Tyrnaround Albums namentliche Erwähnung fand. Der Titel Delirio Dei Sensi bezieht sich auf den italienischen Spielfilm Acid – Delirio Dei Sensi aus dem Jahr 1967. Die Erstauflage des Albums wurde auf grün/gelb/transparentem Rose-Splatter-Vinyl veröffentlicht. Ohne vorherige Absprache mit der Band brachte das Label Go Down Records nachträglich eine weitere Pressung auf grün/gelbem Rose-Splatter-Vinyl auf den Markt. Das Musikmagazin Ox-Fanzine charakterisierte das Klangbild des Albums durch eine in den Vordergrund gerückte Orgel, die dem Werk im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen eine stärkere stilistische Nähe zum Flower-Pop verleiht.
Im September 2016 erschien mit Wake Up Before You Die das nächste reguläre Studioalbum der Band über das Label Stoned Karma Records. Die Veröffentlichung zeichnete sich durch eine ausgeprägte Pop-Sensibilität in Kombination mit kürzeren Songstrukturen aus. Das Werk enthält neben Eigenkompositionen wie dem dreiteiligen Rheinflow markante Coverversionen, darunter eine Interpretation des Traffic-Titels Hole In My Shoe unter Mitwirkung der Sängerin Viola Road, den Song (I’m Not Your) Stepping Stone (bekannt durch The Monkees und Paul Revere & the Raiders) sowie Just Let Go von The Seeds, deren verstorbenem Sänger Sky Sunlight Saxon das Album auch gewidmet ist. Aufgrund der hohen Nachfrage erfuhr der Tonträger mehrere Nachpressungen. Bei der Produktion der Vinyl-Erstauflage kam es zu einem herstellungstechnischen Fehler im Presswerk: Obwohl die Pressung ursprünglich als rotes Splatter-Vinyl angekündigt war, wurde sie als blaues Splatter-Vinyl ausgeliefert. Die Erstpressungen der LP-Edition wurden als erweitertes Set mit einer zusätzlichen Live-LP, Räucherstäbchen sowie einem Bausatz für eine „Psychedelic Power Pyramid“ vertrieben. Die zeitgleich erschienene Erstauflage der CD-Version wurde in einer speziellen Tüte mitsamt Beilagen veröffentlicht. Zudem erschien eine limitierte Sammler-Edition unter dem Namen „The Black Edition“, deren Cover-Artwork mit echten Sonnenblumensamen als „Flower Power Edition“ bestückt war. Das Musikmagazin RockTimes charakterisierte das Klangbild als eine Kombination aus kurzen Popstrukturen mit psychedelischen Elementen, bei der neben der klassischen Rockbesetzung auch Instrumente wie Sitar und Mellotron zum Einsatz kommen.
Im November 2017 folgte mit Mushroom Mantras das reguläre Studioalbum über das Label Stoned Karma Records. Musikalisch ist das gesamte Werk von einem indisch-orientalischen Flair geprägt, bei dem die Sitar sowie elektrische Sitars, Tablas, Mellotron und Theremin im Vordergrund stehen. Sämtliche Stücke sind strukturell als Mantren aufgebaut, was sich auch in den teils in Sanskrit gesungenen Texten widerspiegelt. So enthält das Album mit dem Opener Om Gang Ganpataye Namah ein hinduistisches Glücksmantra sowie mit Sarveshaam Svastir Bhavatu ein traditionelles Friedens-Mantra. Das Musikmagazin Ox-Fanzine ordnete die Veröffentlichung als eines der bis dahin psychedelischsten Alben der Formation ein und hob die Kombination aus meditativen Songstrukturen und einnehmender Melodik hervor. Die Erstauflage der Vinyl-Edition war auf 1000 Exemplare limitiert und erschien auf klarem, blau-orangefarbenem Splatter-Vinyl. Davon wurden 200 Einheiten als Sonderausgabe inklusive einer Postcard-Single vertrieben. Die zeitgleich veröffentlichte Erstauflage der CD-Version umfasste eine Stückzahl von 2000 Exemplaren. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde das Album zudem als erweiterte 2LP-Version wiederveröffentlicht.
Im Juni 2018 erschien das Studioalbum Vibrations from the Cosmic Void über das Label Stoned Karma Records. Das Besondere an der visuellen Gestaltung des Covers ist der namensgebende Schriftzug, bei dem die Wortbestandteile „VIBRA“ und „VOID“ farblich und typografisch besonders hervorgehoben sind. Musikalisch knüpft das Werk an frühere Kompositionen der Band an, indem es unter anderem das bereits im Jahr 1992 entstandene Thema im Eröffnungsstück Vibrations from the Cosmic Void Part II wieder aufgreift und in Form von ausgedehnten Space-Rock-Experimenten verarbeitet. Die Veröffentlichung war von umfangreichen, stark limitierten Sonderauflagen für Sammler begleitet. Die reguläre Vinyl-Erstauflage umfasste 1500 Einheiten und wurde im dreifarbigen, sogenannten Rot-Gelb-Blau-A/B-Vinyl gepresst. Von dieser Auflage erschienen 300 Exemplare als erweitertes Set mit einer zusätzlichen Live-Bonus-LP des bandeigenen Rheinkraut Festivals sowie weiteren Beilagen. Weitere 200 Exemplare wurden ebenfalls als Paket ausschließlich mit der Live-LP des Rheinkraut Festivals vertrieben. Zudem existiert eine Kleinstauflage von lediglich 62 nummerierten Kopien, die mit einem handgefertigten, runden kinetischen Op Art Cover ausgestattet ist.
Im Mai 2020, im Jahr des 30-jährigen Bestehens der Formation, erschien das Studioalbum The Decomposition of Noise über das Label Stoned Karma Records. Das Album verarbeitet textlich gesellschaftskritische Themen und kombiniert musikalisch klassischen Pop-Musik mit experimentellen Psychedelic-Rock- und Kraut-Rock-Elementen. Neben dem fast 20-minütigen Kernstück The Essence of Noise enthält der Tonträger unter anderem den Titel It Happened Tomorrow. Das Magazin Classic Rock bewertete die Veröffentlichung mit acht von zehn Punkten und hob die authentische Produktion hervor, die stilistisch an die frühe Phase von Pink Floyd erinnert. Die Vinyl-Erstauflage erschien als LP auf zufällig gemischtem, farbigem Marble-Vinyl und war auf 500 Einheiten limitiert. Der Doppel-LP Edition lag ein handsigniertes und nummeriertes Poster bei. Die enthaltene Bonus-LP präsentierte einen zuvor unveröffentlichten Live-Mitschnitt des Auftritts beim Electric Ladyland Festival in Gijón vom Juni 2014.
Im Jahr 2021 erschien das Studioalbum Zeitgeist Generator zunächst als CD-Version über das Label Stoned Karma Records. Die Aufnahmen waren bereits im Jahr 2020 während der COVID-19-Pandemie abgeschlossen worden, da die Band aufgrund der verhängten Auftrittsverbote nicht live spielen konnte, was die immense Materialfülle des über 75-minütigen Werks erklärt. Bandleader Christian Koch spielte hierfür sämtliche Instrumente auf einer 8-Spur-Tonbandmaschine im Alleingang ein. Das Musikmagazin Ox-Fanzine bewertete das Album als ein hochaktuelles Monumentalwerk und hob den stilprägenden „Op-Art-Rock“ der Formation hervor, der sich durch den massiven Einsatz von analogen Keyboards, Sitar-Klängen, extremen Verzerrungen und repetitiven Rhythmen auszeichnet. Der Veröffentlichungsprozess der LP Editionen war maßgeblich durch die weltweite Krise und die extremen Überlastungen der Vinyl-Presswerke geprägt, was zu einer monatelangen Auslieferungsverzögerung führte, sodass die Doppel-LP erst im März 2022 auf den Markt kam. Aufgrund dieses Produktionsengpasses konnte die geplante Vinyl-Erstauflage von 1000 Exemplaren über Stoned Karma Records nicht vollständig realisiert werden; es wurden lediglich 500 Einheiten ausgeliefert. Um die bereits produzierten Cover und Beilagen der restlichen Auflage zu veröffentlichen, übernahm das Independent-Label Tonzonen Records die verbliebenen 500 Cover und veröffentlichte sie nachträglich in einer remixten und remasterten Fassung unter dem Titel Zeitgeist Generator (Reconstructed).
Bedingt durch die Materialfülle aus der Phase der COVID-19-Pandemie und herstellungstechnische Verzögerungen bei den Vinyl-Presswerken veröffentlichte die Formation im Jahr 2022 innerhalb von drei Monaten mit A Sparkle in the Twilight, The Clocks That Time Forgot und The Presidents of the Poison Air drei Studioalben. Die visuellen Gestaltungen dieser Veröffentlichungen setzten auf optische Effekte und Beilagen. Die jeweils auf 500 Exemplare limitierten Vinyl-Erstauflagen von Sparkle in the Twilight und The Clocks Time Forgot erschienen mit einem Lenticular-Cover. Auch Teile der zeitgleich erschienenen CD-Editionen wurden mit Lenticular-Covern ausgeliefert. Parallel dazu erschien im selben Jahr die Doppel-LP-Kompilation Phasenvoid, welche ebenfalls mit einem Lenticular-Cover versehen war. Das italienische Musikmagazin Blow Up griff diese dichte Veröffentlichungskette in einer Sammelbesprechung auf und charakterisierte die Alben als eine Kombination aus zeitgenössischen, psychedelischen Pop- und Rockstrukturen.
Im Mai 2023 veröffentlichte die Band das Studioalbum Edge of Tomorrow über das Label Stoned Karma Records. Das Werk führt den analogen Psychedelic-Rock- und Space-Rock-Sound der Formation fort. Dies war die letzte Veröffentlichung von Stoned Karma Records. Neben der Standard-CD und einer regulären Pressung auf zufällig gemischtem, farbigem Vinyl erschien das Album in stark limitierten Sonderausführungen. Dazu gehörte eine auf 50 Exemplare begrenzte „Deluxe Edition“ auf farbigem Vinyl, der neben der achtseitigen Musikzeitung „Psychedelic Gazette“ im A3-Format, einer 3D-Brille mit passendem Poster und einer bedruckten Papiertüte auch eine Live-Bonus-Picture-Disc mit dem Titel Kursaal Psichedelico sowie eine 20 Zentimeter hohe Uhr im Retrodesign („Space Age Clock“) beilagen. Der Titeltrack von Presidents of the Poison Air entstand innerhalb weniger Stunden als unmittelbare künstlerische Reaktion auf den Beginn des Ukraine-Krieges; das dazugehörige Animationsvideo wurde drei Tage nach Kriegsbeginn am 27. Februar 2022 auf Facebook und YouTube veröffentlicht. Textlich und visuell setzt sich das Werk im Stil des Flower-Power-Protestsongs mit der Thematik auseinander und enthält die Zeile „Hey Mr. President. You poison the air as you poison my mind“.
Im August 2024 erschien das Studioalbum We Cannot Awake über das Independent-Label Tonzonen Records. Musikalisch kombiniert das Werk den Acid-Rock- und Space-Rock-Sound der Band mit Einflüssen der Düsseldorfer Schule. Während die A-Seite der Vinyl-Edition aus fünf kürzeren Psychedelic-Rock-Stücken wie Get To You besteht, wird die gesamte B-Seite von dem über 20-minütigen Titeltrack We Cannot Awake eingenommen. Mit diesem Stück griff die Formation die Tradition des psychedelischen Endlos-Tracks auf. Das Musikmagazin Ox-Fanzine charakterisierte das Werk in seiner Rezension als eine bewusste Rückkehr zum klassischen, monotonen Acid-Rock-Longtrack in der Tradition von Titeln wie In-A-Gadda-Da-Vida oder Sister Ray.
Im September 2025 veröffentlichte die Band das Album Remove the Ties über das Label Tonzonen Records, das in der internationalen Fachpresse als wesentliche Weiterentwicklung des „Düsseldorfer Sounds“ rezipiert wurde. Musikalisch kombiniert das Werk die für die Formation typischen, analogen Psychedelic Rock Strukturen verstärkt mit elektronischen Elementen, repetitiven Beats und Einflüssen des frühen Kraut Rock. Das belgische Frontview Magazine hob den innovativen Charakter des Albums in der modernen Neo-Psychedelia Szene hervor, während in der italienischen Musikpresse bei AreaRock die zeitlose Qualität der Produktion betont wurde. Das deutsche Musikzirkus Magazin charakterisierte die Veröffentlichung als eine konsequente, hypnotische Weiterführung des bandeigenen Klangbilds, die sich durch eine dichte atmosphärische Dynamik auszeichnet.
Am 18. September 2026 erschien das Studioalbum A Reason for Now über das Label Tonzonen Records. Stilistisch verbindet das Werk Elemente des Neo-Psychedelic-Rock und Neo-Krautrock mit Einflüssen der Düsseldorfer Schule. Die reguläre CD-Version sowie die den Vinylschallplatten als Bonus beiliegende CD-Ausgabe enthalten als Zusatzinhalt den von der Band produzierten experimentellen Stummfilm Im Zeichen des Zwilling. In einer Rezension des Online-Magazins Musikreviews.de wurde die homogene Kombination aus elektronischen Elementen, Fuzz-Gitarren und repetitiven Rhythmen hervorgehoben und die Beständigkeit der Band nach über 35 Jahren Bestehen positiv vermerkt. Das Musikmagazin eclipsed bezeichnete Vibravoid in einer Rezension zu A Reason for Now als prägenden Vertreter des Neo-Psychedelic.
Ein fester Bestandteil von Vibravoid ist die Lightshow Society Düsseldorf, die bei Auftritten eine analoge Lichtshow im Stil der 1960er Jahre einsetzt. In dem Buch Kiss the Sun von Davide Pansolin wird der Band zudem ein maßgeblicher Einfluss auf die Entwicklung des Stoner Metal zugeschrieben von dem sie sich aber musikalisch abgrenzen.
Vibravoid spielten am 27. Juli 2013 auf dem Atomic Sunshine Festival im Londoner The Borderline. Mick Farren (The Deviants) erlitt während seines Auftritts bei diesem Festival einen Herzanfall und verstarb an den Folgen.
Vibravoid traten regelmäßig bei internationalen Festivals auf, darunter das Burg-Herzberg-Festival, Finkenbach-Festival, Stoned from the Underground oder das Copenhagen Psych Fest. Einige dieser Auftritte wurden als Live-Alben veröffentlicht. Das Album Live at Finkenbach Festival 2015 erreichte Platz 2 der offiziellen deutschen Vinyl-Charts.
2018 veranstalteten Vibravoid zum 50. Jubiläum des Kraut Rocks das Rheinkraut Festival in Düsseldorf. Die Konzertreihe präsentierte sowohl Pioniere wie Ax Genrich als auch neue Bands und war im Jubiläumsjahr die einzige umfassende Initiative zu diesem Anlass. Das daraus resultierende Album Live at Rheinkraut Festival Düsseldorf 2018 erreichte die Top 10 in den CD-Verkaufscharts.
Ende 2018 begannen Vibravoid mit der Produktion des experimentellen Stummfilms Im Zeichen des Zwilling, der sich visuell an den Werken von Karel Zeman orientiert. Der Film wurde am 13. April 2019 in Düsseldorf uraufgeführt sowie am 20. Mai 2023 in Wuppertal. Die begleitende Musik des Films wurde im Jahr 2020 als Doppel-LP veröffentlicht. Das Album enthält ein Booklet mit Bildsequenzen aus dem Film. Das Album A Reason For Now (September 2026) enthält auf der CD-Edition den Film als Bonus-Material.
Vibravoid nahm ab Mitte der 1990er Jahre eine Pionierrolle beim Revival der Vinyl-Schallplatte ein, indem die Band entgegen dem damaligen Markttrend konsequent auf das Medium Vinyl und optische Innovationen setzte. Hierzu zählen insbesondere die Verwendung von Op-Art-Grafiken und die Einführung von „kinetischem Vinyl“, bei dem durch die Rotation der Platte visuelle Effekte erzeugt werden. Ein frühes Beispiel für die konsequente Ausrichtung der Band ist das Debütalbum 2001 aus den Jahren 2000/2001. Während der Markt für Schallplatten zu dieser Zeit einen historischen Tiefpunkt verzeichnete, erschien das Album auf farbigem Vinyl. Da die Herstellung von Schallplatten damals kaum noch eine Rolle spielte, konnte das Presswerk zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei verschiedene Farben anbieten. Dies geschah entgegen der damaligen Präferenz der kleinen Sammlerszene, die klassisches schwarzes Vinyl bevorzugte.
Ab dem Jahr 2000 veröffentlichte Bandleader Christian Koch die Tonträger der Formation nicht nur über das Berliner Independent-Label Nasoni Records, sondern arbeitete auch operativ eng mit diesem zusammen. Koch gestaltete den gesamten grafischen Auftritt des Labels, darunter Lanelkataloge, Innersleevs, Werbematerialien, Platten-Artworks und Konzertplakate. Zudem organisierte er Musikfestivals und Konzerte für das Label, wodurch er frühzeitig mit der aufkommenden Stoner Metal Szene in Kontakt kam. Nach kreativen Differenzen trennte sich Koch von Nasoni Records und veröffentlichte zwei Alben über Sulatron Records, das Label des Musikers Dave Schmidt, mit dem er seit Mitte der 1990er-Jahre in Verbindung stand. Im Jahr 2012 gründete Koch schließlich gemeinsam mit Holger Ziefuß das eigene Label Stoned Karma Records. Der Name verbindet den Begriff „Stoned“ mit dem Song Psychodrome, bei dem die Band in Anlehnung an den John-Lennon-Titel Instant Karma! scherzhaft die Zeile „Instant Karma Stick“ anstelle von „Incense Stick“ verwendete. Die künstlerische Ausrichtung des Labels war strikt auf das Medium Vinyl fokussiert, mit dem Ziel, die Schallplatte als Gesamtkunstwerk zu etablieren. Dies äußerte sich in aufwendigen Produktionen wie Op-Art-Platten oder Beilagen wie Öllampen, deren Fertigung von Koch in Handarbeit geleitet wurde. Infolge der stark gestiegenen Nachfrage nach Schallplatten während der COVID-19-Pandemie und der damit einhergehenden kommerziellen Transformation des Vinyl-Mainstreammarktes stieß die rein handwerkliche Produktion des Labels an ihre kapazitären Grenzen. Koch stellte den Betrieb von Stoned Karma Records in der Folge ein, um den Fokus wieder vollständig auf das musikalische Schaffen der Band zu richten.
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