The Clocks That Time Forgot

The Clocks That Time Forgot
Studioalbum von Vibravoid

Veröffent-
lichung

2022

Label(s)

Stoned Karma Records

Format(e)

LP, CD

Genre(s)

Neo-Psychedelic, Pop-Musik, Neo-Kraut Rock

Titel (Anzahl)

9

Länge

41:23

Chronologie
A Sparkle in the Twilight
(2021)
The Clocks That Time Forgot The Presidents of the Poison Air
(2022)

The Clocks That Time Forgot ist das fünfzehnte Studioalbum der Düsseldorfer Neo-Psychedelic und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid. Es erschien im Jahr 2022 über das Independent-Label Stoned Karma Records.

Hintergrund und Entstehung

Das Album entstand im Dezember 2021 in Düsseldorf. Da der reguläre Konzertbetrieb im Zuge der COVID-19-Pandemie pausieren musste, nutzte Bandgründer Christian Koch die spielfreie Zeit für intensive Studioarbeit, was letztlich zu einer parallelen Produktion und Veröffentlichung mehrerer Alben führte. Sämtliche Instrumente und Kompositionen wurden von Koch im Alleingang eingespielt. Bei der Produktion kamen Vintage-Instrumente und analoge Effekte zum Einsatz, darunter Vox Phantom12 und Vox MK6 Gitarren, Vox MK4 Bass, Vox Super Continental Orgel. Ergänzt wurde das Klangbild durch den Einsatz von Mellotron, Theremin und Stylophone. Für die Echo- und Verzerrungseffekte wurden unter anderem BOSS DM1, Colorsound Fuzz Wha Swell, Roland Space Echo sowie Dynacord Bandecho verwendet. Typisch für die Veröffentlichungen des Labels im Jahr 2022 wurde auch dieses Werk mit aufwendig gestalteten Besonderheiten ausgeliefert, darunter Editionen mit einem animierten Lentikular Cover (Linsenrasterbild).

Editionen

Die reguläre CD-Variante wurde im Standard-Jewelcase veröffentlicht, während eine exklusive, für Händler-Vorbestellungen limitierte CD-Edition ein voll animiertes Lentikular Cover erhielt. Die Vinyl-Veröffentlichungen umfassen eine auf insgesamt 500 Exemplare limitierte Edition auf zufällig farbig marmoriertem Vinyl mit OBI-Band und Lentikular-Cover, wovon die ersten 200 Pressungen inklusive einer CD-Beilage und speziellen Inserts ausgeliefert wurden. Im Jahr 2023 folgte eine auf 25 vom Künstler signierte Exemplare limitierte Sonderedition als Boxset, welche neben einer CD und einer LP auf gelbem Vinyl auch eine Wanduhr enthält.

Rezeption

Roberto Calabrò charakterisiert das Album The Clocks That Time Forgot im italienischen Magazin Blow Up als ein von der Band beabsichtigtes „Reflexionsobjekt unserer Zeit“. Auf dem Werk würden Vibravoid sowohl die rhythmische als auch die melodische Komponente intensivieren und neun Stücke präsentieren, die sich derart nahtlos aneinanderfügen würden, dass sie wie eine einzige zusammenhängende Komposition wirkten. Er hebt dabei insbesondere den Titeltrack im Eröffnungsbereich sowie das finale Stück The Smell of Pestilence hervor, welches das Tempo drastisch verlangsamt und die Rhythmen zu einer Art hypnotischem Mantra verwebt.

Christoph Höhl hebt im SLAM alternative music magazine hervor, dass The Clocks That Time Forgot die hohe Produktivität der Band untermauere. Als Belege für den hohen Standard der Veröffentlichung sowie das Gespür für Melodie und eine einfallsreiche Instrumentalisierung hebt er neben dem eingängigen Titeltrack insbesondere die Stücke Do You Remember That Day und There Is No Cure hervor.

David Vazquez beschreibt das Album im spanischen Magazin Ruta 66 als ein dichtes, in der Psychedelia fundiertes Werk, dessen Gitarren ultra-melodische Texte mit einem gewissen Pop-Einschlag tragen, die von Klage, Enttäuschung und bisweilen einem depressiven Zustand zeugen würden, wofür er das Stück Broken Clockworks anführt. Zudem hebt er Do You Remember That Day als den „süßesten“ Song des Albums mit einem pop-sike-a-delischen Flair hervor. Die neun Stücke würden den gewohnt rauen, auf konstant fließendem Fuzz und dichten Klangwänden basierenden Sound der Düsseldorfer Formation zeigen und damit laut Vazquez „den deutschen Neo-Psychedelic sowie Krautrock bereichern“.

Im Ox-Fanzine wird das Album als songorientierter sowie strukturierter besprochen, wobei der Psychedelic Rock deutliche Einflüsse aus der Britpop-Ära und den 1960er-Jahren aufweist.

In der Besprechung von TimeMachine Productions wird das Werk im Vergleich zum zeitgleich erschienenen Schwesteralbum als eine komplexere, düsterere und druckvollere Veröffentlichung beschrieben. Stilistisch bewege sich die Musik an der Schnittstelle von Psychedelic Rock und eingängigen „Acid-Pop“-Melodien, wobei die dichte Klangwand (Vibravoid Wall of Sound) sowie die gesellschaftskritischen Liedtexte hervorgehoben werden.

Ralf G. Poppe besprach das Album im Musikmagazin Good Times im Rahmen einer Sammelrezension. Er ordnete das Material im Vergleich zu A Sparkle in the Twilight als subjektiv deutlich experimenteller und sitar-lastiger ein. Zusammenfassend schrieb der Kritiker den Tonträgern zu, ein historisches Düsseldorf zu porträtieren, das sich einst neben Formationen wie Neu! oder Kraftwerk im Krautrock etablierte.

David Vazquez rezensierte das Album im spanischen Musikmagazin Ruta 66. Er beschrieb das Werk als ein „dichtes, in der Psychedelia fundiertes Album“, bei dem die Gitarren „melodische Texte mit einem gewissen Pop-Einschlag“ untermalen. Stilistisch füge sich das Album perfekt in den deutschen Neo-Psychedelic und Krautrock ein. Vazquez lobte die neun Lieder als qualitative Steigerung im Gesamtschaffen der Band und bezeichnete die Veröffentlichung als eine Bereicherung für Liebhaber von dichten, mit Fuzz-Effekten und E-Gitarren erzeugten Klangwänden.

Andrea Valentini rezensierte das Werk im italienischen Musikmagazin Rumore. Er beschrieb es als das dritte Album der Band innerhalb eines Jahres und hob deren Produktivität hervor. Laut Valentini greifen die neun Stücke aktuelle Themen auf. Das Lied Do You Remember That Day? erinnere ihn an das Leben vor der COVID-19-Pandemie und dem Ukraine-Konflikt. Musikalisch betonte der Kritiker die Mischung aus Experimenten, psychedelischen Passagen, Melodien sowie Elementen von Fuzz und Noise.

Titelliste

  1. The Clocks That Time Forgot (4:38)
  2. Do You Remember That Day? (3:18)
  3. One-Armed Clock (4:29)
  4. Phantom of Thoughts (3:51)
  5. There Is No Cure (4:14)
  6. Dead Birds Don’t Sing (5:12)
  7. You Plaster My Mind (7:13)
  8. Broken Clockworks (4:38)
  9. The Smell of Pestilence (3:50)

Einzelnachweise

  1. ↑ Liner Notes. In: The Clocks That Time Forgot. Stoned Karma Records, Düsseldorf 2022.
  2. ↑ David Vazquez: Vibravoid, «la psicodelia consiste en romper los limites». In: Ruta 66. 25. Januar 2022, abgerufen am 1. September 2026 (spanisch): „„...aufgrund der Covid-Situation und der ständigen Lockdowns in Deutschland konnten wir nicht als Band zusammenarbeiten... Zwischen 2022 und 2023 werden zwei weitere LPs erscheinen, ‚A Sparkle In The Twilight‘ und ‚The Clocks That Time Forgot‘...““
  3. ↑ Vibravoid – The Clocks That Time Forgot. In: Discogs. Abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  4. ↑ Roberto Calabrò: Vibravoid – Phasenvoid / A Sparkle In The Twilight / The Clocks That Time Forgot. In: Blow Up. 2022.
  5. ↑ Christoph Höhl: Vibravoid – Phasenvoid / A Sparkle In The Twilight / The Clocks That Time Forgot. In: SLAM alternative music magazine. Nr. 124, 2022.
  6. ↑ David Vazquez: Vibravoid – The Clocks That Time Forgot. In: Ruta 66. 2022.
  7. ↑ Gereon Helmer: Vibravoid – Phasenvoid / A Sparkle In The Twilight / The Clocks That Time Forgot. In: Ox-Fanzine (Nr. 164). Oktober 2022, abgerufen am 1. September 2026.
  8. ↑ Vibravoid – The Clocks That Time Forgot. In: TimeMachine Productions. 4. April 2022, abgerufen am 1. September 2026.
  9. ↑ Ralf G. Poppe: Vibravoid – A Sparkle In The Twilight + The Clocks That Time Forgot + Phasenvoid. In: Good Times. 4 (August/September), 2022.
  10. ↑ David Vazquez: Vibravoid – The Clocks that Time Forgot. In: Ruta 66. 2022 (spanisch).
  11. ↑ Andrea Valentini: Vibravoid – The Clock That Time Forgot. In: Rumore. 2022 (italienisch).