We Cannot Awake

We Cannot Awake
Studioalbum von Vibravoid

Veröffent-
lichung

2024

Label(s)

Tonzonen Records

Format(e)

LP

Genre(s)

Neo-Psychedelic, Pop-Musik, Neo-Kraut Rock

Titel (Anzahl)

6

Chronologie
Edge Of Tomorrow
(2023)
We Cannot Awake Remove the Ties
(2025)

We Cannot Awake ist das achtzehnte Studioalbum der Düsseldorfer Neo-Psychedelic und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid. Es erschien im Jahr 2024 als LP über das Independent-Label Tonzonen Records.

Entstehung und Hintergrund

Das Werk markiert nach der Schließung von Stoned Karma Records die erste neue Albumveröffentlichung der Band auf dem Label Tonzonen Records. Die Aufnahmen fanden im bandeigenen Studio statt. Christian Koch übernahm die Produktion. Vintage-Instrumente und analoge Effekte prägten den Aufnahmeprozess im Jahre 2024. Zum Einsatz kamen Vox Phantom12 und Vox MK6 Gitarren, Vox MK4 Bass sowie Vox Super Continental Orgel. Ergänzend wurden Mellotron, Theremin, Stylophone, BOSS DM1, Colorsound Fuzz Wha Swell, Roland Space Echo und Dynacord Bandecho genutzt.

Editionen

Das Album erschien in mehreren limitierten Varianten auf farbigem Vinyl. Die Standardausgabe von 350 Stück wurde auf neonorangefarbenem Tonträger gepresst und enthielt ein Poster. Eine Label-Edition mit einer Auflage von 150 Stück auf neongelbem Vinyl erschien mit zwei Postern und einer Download-Karte. Die zweite Pressung mit 300 Exemplaren erfolgte als zweifarbige Variante im Blue-Red-Inkspot-Design mit neuem Poster. Zudem wurde eine nummerierte Testpressung von 17 Stück als Kunstedition mit speziellem Cover und beiliegendem A3 Poster veröffentlicht.

Rezeption

Das Ox-Fanzine hob den über zwanzigminütigen Titeltrack hervor. Das Stück setze die Tradition monotoner Acid-Rock-Endlostracks im Stile von Iron Butterfly konsequent fort, während bewusste Variationen des musikalischen Grundthemas im Fokus stünden.

Thoralf Koß vom Magazin Musikreviews beschrieb den Album-Opener als Verweis auf düstere Musik aus dem Joy-Division-Umfeld, während andere Stücke der A-Seite den Byrds huldigen. Der lange Titeltrack der B-Seite reize die klanglichen Stärken aus, erhebe sich in kosmische Höhen psychedelischer Klangräume und lade zu Vergleichen mit Tangerine Dream und Pink Floyd ein.

Das Portal Powermetal sah das Songmaterial der A-Seite stark im Gothic und New Wave der 1980er-Jahre verwurzelt und nannte Bezüge zu den Sisters of Mercy sowie David Bowie. Der Titeltrack zeige das Trio in Höchstform und webe instrumentale Elemente des 1970er-Space-Rocks im Stile von Hawkwind ein.

Das italienischen Musikmagazin Blow Up bemerkte nach der Schließung des eigenen Labels Stoned Karma eine Beruhigung des zuvor rasanten Veröffentlichungsrhythmus der Band. Die neuen Kompositionen auf Tonzonen Records offenbarten eine sanftere Seite der Formation. Die fünf Stücke der A-Seite startend mit Get To You zeigten einnehmende Episoden mit Anklängen an den britischen Underground der frühen 1990er-Jahre. Der zwanzigminütige Titeltrack der B-Seite liefere eine von Space Rock, Elektronik und sanftem Gesang geprägte psychedelische Exkursion.

Roberto Mandolini vom italienischen Musikmagazin Rockerilla beschrieb das Werk als unveränderte Fortführung einer Mischung aus psychedelischem Pop mit Einflüssen britischer Vorbilder wie Pink Floyd und Syd Barrett, amerikanischer Bands wie The Seeds sowie deutscher Formationen wie Can. Die Produktion ziele auf die Wiederbelebung einer Ära aus Free Festivals, Lightshows und langen Musikstücken ab. Der über zwanzigminütige Titeltrack der B-Seite liefere eine von Fuzz-Beschleunigungen und Nachhall geprägte psychedelische Exkursion, während die A-Seite fünf zugängliche Popsongs präsentiere.

Martin Dambeck vom Magazin Empire bezeichnete die Band als Institution für psychedelische Musik in Deutschland. Die erste Seite des Albums enthalte fünf kürzere und eingängigere Stücke im Stile der 1960er-Jahre mit Bezügen zu The Byrds. Der zwanzigminütige Titeltrack der B-Seite liefere einen psychedelischen, krautigen und spacerockigen Ritt, welcher an frühe Werke von Ash Ra Tempel erinnere.

Stefano Cerati beschrieb das Werk für das Magazin Rock Hard als ein Album mit zwei unterschiedlichen Facetten. Die erste Hälfte enthalte fünf kürzere Stücke und präsentiere eine zugänglichere Pop-Variante der Band mit Einflüssen aus dem englischen 1960er-Jahre-Pop sowie leicht gotischen Strukturen im Stile der Sisters of Mercy. Das sechste Stück bilde eine zwanzigminütige Suite mit ausgedehnten Soli und psychedelischen Exkursionen im Stile von Hawkwind, angereichert durch deutschsprachige Gesangspassagen.

Das Magazin inHard lobte die atmosphärische Tiefe des Werkes als klangliche Reise in den Kosmos. Treibende Beats, psychedelische Gitarren, Echo-Effekte und interstellare Frequenzen erzeugten laut seiner Rezension eine spannungsgeladene Atmosphäre mit hypnotischer Sogwirkung. Auch nach 35 Jahren bereichere das Trio die Szene kontinuierlich mit neuen kreativen Ideen.

Christoph Höhl vom Magazin SLAM hob den Opener Get To You als Beispiel für den Spagat zwischen klassischem Psychedelic Rock und zeitgemäßem Songwriting hervor. Massive Basslinien sowie ein treibender Kraut-Beat prägten das Stück. Der folgende Titel Nothing Is Wrong setze den zugänglicheren Charakter fort. Unter der eingängigen Struktur der Kompositionen lägen komplexe Arrangements und aufwendige Klangeffekte verborgen.

Das niederländischen Musikmagazin iO Pages bezeichnete das Werk als Generation-X-Äquivalent zu In-A-Gadda-Da-Vida. Die auf Flower-Power basierende Mischung aus Psychedelic Rock und Krautrock wecke Erinnerungen an die Frühphase von Pink Floyd sowie an Can. Die erste Seite präsentiere tanzbare Titel mit galmenden Gesängen und markanten Fuzz-Gitarren. Auf der B-Seite liefere der zwanzigminütige Titeltrack ein experimentelles Klangbild im Bereich des Space Rocks.

Einzelnachweise

  1. ↑ Liner Notes. In: We Cannot Awake. Tonzonen Records, 2024.
  2. ↑ Vibravoid – We Cannot Awake. In: Discogs. Abgerufen am 1. September 2026 (englisch).
  3. ↑ Gereon Helmer: VIBRAVOID - We Cannot Awake (Ox-Fanzine Nr. 176). In: Ox-Fanzine. Oktober 2024, abgerufen am 1. September 2026.
  4. ↑ Thoralf Koß: Vibravoid: We Cannot Awake (Review/Kritik). In: Musikreviews.de. 10. September 2024, abgerufen am 1. September 2026.
  5. ↑ Jens Wilkens: VIBRAVOID - We Cannot Awake. In: Powermetal.de. 25. August 2024, abgerufen am 1. September 2026.
  6. ↑ Roberto Calabrò: Vibravoid – We Cannot Awake. In: Blow Up. 2024 (italienisch).
  7. ↑ Roberto Mandolini: Vibravoid – We Cannot Awake. In: Rockerilla. 2024, S. 63 (italienisch).
  8. ↑ Martin Dambeck: Vibravoid – We Cannot Awake. In: Empire. Nr. 157, 2024, S. 49.
  9. ↑ Stefano Cerati: Vibravoid – We Cannot Awake. In: Rock Hard (Italien). 2024 (italienisch).
  10. ↑ Rainer Guérich: Vibravoid – We Cannot Awake. In: inHard. Nr. 123, 2024.
  11. ↑ Christoph Höhl: Vibravoid – We Cannot Awake. In: SLAM. 2024.
  12. ↑ Michael Heirbaut: Vibravoid – We Cannot Awake. In: iO Pages. 2024 (niederländisch).