Zeitgeist Generator

Zeitgeist Generator
Studioalbum von Vibravoid

Veröffent-
lichung

2021

Label(s)

Stoned Karma Records, Tonzonen Records

Format(e)

2LP, CD

Genre(s)

Neo-Psychedelic, Space Rock, Neo-Kraut Rock

Titel (Anzahl)

15

Länge

1:17:15

Chronologie
Im Zeichen des Zwilling
(2020)
Zeitgeist Generator A Sparkle in the Twilight
(2022)

Zeitgeist Generator ist das dreizehnte Studioalbum der Düsseldorfer Neo-Psychedelic und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid. Es erschien im Dezember 2021 über das Independent-Label Stoned Karma Records zunächst auf CD. Bedingt durch die globale Überlastung der Schallplattenpresswerke im Jahr 2021 verzögerte sich die Veröffentlichung der Doppel-LP bis März 2022.

Hintergrund und Entstehung

Die Entstehung des Albums fiel direkt in die Phase der weltweiten Lockdowns während der COVID-19-Pandemie. Inhaltlich verarbeitet das Werk das Leben im Ausnahmezustand sowie die gesellschaftliche Isolation dieser Zeit. Da Vibravoid keine Konzerte geben konnte und gemeinsame Proben unmöglich waren, verbrachte Bandgründer Christian Koch die Zeit in einer intensiven Arbeitsphase im Studio. Koch nahm das Album im Alleingang auf analogem Equipment auf und spielte sämtliche Instrumente selbst ein. Dabei kamen Vox Phantom12 und Vox MK6 Gitarren, Vox MK4 Bass, Vox Super Continental Orgel, Theremin, Stylophone, Mellotron, Boss DM1, Colorsound Fuzz Wha Swell, Roland Space Echo und Dynacord Bandecho zum Einsatz. Sämtliche Kompositionen basieren auf einem einheitlichen Tempo. Auf den ersten drei Seiten der Vinyl-Ausgabe gehen die einzelnen Stücke nahtlos ineinander über, wobei jeder Folgetitel exakt auf dem ersten Schlag des neuen Taktes einsetzt. Die anschließende Veröffentlichung auf Vinyl verzögerte sich erheblich, da die weltweiten Schallplattenpresswerke durch Produktionsengpässe überlastet waren und Independent-Labels lange Wartezeiten hinnehmen mussten.

Editionen

Die CD-Erstpressung erschien 2021 im Standard Jewelcase mit einem 4-seitigen Booklet und zeichnet sich durch lückenlos ineinander übergehende Musiktitel aus.

Edition ZG1 erschien 2022 als Doppel-LP auf zufällig marmoriertem Vinyl im Standardcover und enthält das Zeitgeist Generator Songbook bei einer handnummerierten Auflage von 500 Exemplaren.

Edition ZG2 umfasst die Doppel-LP auf zufällig marmoriertem Vinyl sowie eine CD im Klappcover, ausgestattet mit einer Op-Art-Effektfolie, einem 4-seitigen Inlay und dem Songbook bei einer Auflage von 200 Exemplaren.

Edition ZG3 kombiniert die Doppel-LP auf zufällig marmoriertem Vinyl mit einer CD im Klappcover und enthält ein alternatives Op-Art-Grafikkonzept, ein Puzzle, ein Poster, ein 4-seitiges Inlay sowie das Songbook bei einer Auflage von 200 Exemplaren.

Edition ZG4 erschien im Klappcover mit einem Plexiglas-Aufsatz für den optischen Op-Art-Effekt und umfasst die Doppel-LP auf zufällig marmoriertem Vinyl sowie eine CD, ergänzt durch ein Puzzle, ein Poster, ein 4-seitiges Inlay und ein kreisförmiges Inlay, wobei diese Auflage vom Künstler signiert und handnummeriert auf 100 Exemplare limitiert ist.

Edition ZG5 enthält insgesamt vier Vinyl-Schallplatten und einer CD im Klappcover mit Plexiglas-Aufsatz, welche neben den zwei zufällig marmorierten LPs auch zwei schwarze LPs mit alternativen Abmischungen in einem separaten Sondercover mit weißen Etiketten enthält, beigefügt sind ein Plexiglas-Op-Art-Set, ein Puzzle, ein Poster, ein 4-seitiges Inlay und ein kreisförmiges Inlay bei einer vom Künstler signierten und handnummerierten Auflage von 20 Exemplaren.

Die Reconstructed Edition A erschien im März 2024 klanglich neu abgemischt sowie remastert als Doppel-LP im Klappcover, wobei die erste LP in neonpink Transparent und die zweite LP in Türkis-Transparent gepresst wurde, die Ausstattung umfasst eine Op-Art-Folie, ein Poster im DIN-A2-Format sowie das Songbook der Originalpressung samt CD bei einer Auflage von 100 Exemplaren.

Die Reconstructed Edition B erschien im März 2024 klanglich neu abgemischt sowie remastert als Doppel-LP komplett auf türkis transparentem Vinyl im Klappcover, geliefert mit einer Op-Art-Folie und einem Poster im DIN-A2-Format bei einer Auflage von 200 Exemplaren.

Die Reconstructed Edition C erschien im April 2024 klanglich neu abgemischt sowie remastert als Doppel-LP komplett auf neonpink transparentem Vinyl im einfachen Standardcover, die Ausstattung umfasst die CD der ursprünglichen Abmischung sowie das Songbook bei einer Auflage von 175 Exemplaren.

Das Edition Werk Box-Set erschien im August 2025 als remasterte Sonderedition und umfasst vier LPs in einer Deluxe-Box, aufgeteilt in zwei pink transparente und zwei türkis transparente Schallplatten in separaten bedruckten Covern, die Ausstattung besteht aus sechs Inlays, zwei Postern, Seidenpapier, zwei Kunstdrucken und einem Plexiglas-Objekt bei einer handnummerierten Auflage von 15 Exemplaren.

Rezeption

Das Portal Betreutes Proggen charakterisiert das Klangbild als einen „unverkennbaren Acid-Sound“, dessen Rhythmik maßgeblich von Elementen des Krautrock und Jazz geprägt werde, wobei der Rezensent in der stilistischen Ausrichtung einen „roten Faden“ sieht, der repräsentativ für die jahrzehntelange Historie der Formation stehe.

Das Musikmagazin Ox-Fanzine stellt fest, dass die Band mit den Kompositionen nach experimentelleren Vorgängerwerken eine bewusste Rückkehr zu „traditionelleren Neo-Psychedelic-Strukturen“ vollziehe.

In der Analyse von TimeMachine Productions wird das Werk als „pure Psychedelic Rock“ und „Op-Art Rock“ eingeordnet, welcher auf einem dichten Fundament aus verzerrten Gitarrenklängen und elektronischen Wellen aufbaue, während das über sechzehnminütige Kernstück „A Taste Like Sugar“ eine „hypnotische“ Wirkung entfalte.

Alfred Crespo betont in seiner Besprechung für das spanische Magazin Ruta 66, dass die kürzeren Titel im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen eine stärkere strukturelle „Contención“ (Eingrenzung) aufweisen, wodurch das Material zugänglicher wirke, ohne dass die Band ihr angestammtes „psychedelisches Territorium“ verlasse.

Rock Hard thematisiert, dass man über die Band immer wieder Aussagen lese, dass sie „den Wert der Rockmusik konservieren möchte, die seit den 1970ern einem Verfall ausgeliefert sei und nichts mehr zu sagen habe“.

Das Magazin grow! ordnet das Werk als „Op Art Rock“ ein und vergleicht das klangliche Ergebnis mit Aufnahmen aus einem „Garagenstudio des Jahres 1967“. Neben der Authentizität des analogen Klangbilds werden die „scharfsinnigen Texte“ hervorgehoben, welche den „hymnischen Melodien eine besondere emotionale Tiefe verliehen“.

Das italienische Musikmagazin Rumore definiert die Band als „Veteranen der zeitgenössischen europäischen und weltweiten Psych-Szene“ und stellt eine klangliche Verankerung im „Acid und psychotropen Rock und Pop“ mit Einflüssen von Elektronik und Dance fest. Die Rezension hebt hervor, dass die 15 Titel in einem „dichten lysergischen Kontinuum“ ineinander übergehen und neben der klassischen Psychedelia auch an den Sound von The Jesus and Mary Chain, The Sisters of Mercy und Primal Scream erinnern würden.

Das britische Musikmagazin Shindig! beschreibt die Musik als „ein Werk von lysergischer Qualität“. Die Redaktion bescheinigt den Kompositionen eine „bewusstseinserweiternde sowie introspektive Wirkung, die durch subtile fernöstliche Nuancen ergänzt werde“. Der Redakteur Roberto Calabro hebt hervor, dass sich die letzten beiden Titel in Richtung eines trippigen Rave-Ansatzes bewegen.

Das österreichische Musikmagazin SLAM alternative music magazine rezensiert, dass das Album bereits beim Eröffnungstitel The Cutting Edge „ein direktes Portal in die Musik der 1960er-Jahre öffne“. Das Zusammenspiel aus den „epochengetreuen, roh gemischten Gitarren und Drums im Kontrast zu warmen Klangelementen vermittle dem Hörer Geborgenheit im Bandkosmos“. Während das Stück Kingdom Of Insanity mit „obskuren Sounds inhaltlich Kritik an einer oberflächlichen und geldgierigen Welt übe“, zeichne sich Dance On Mars durch eine „agile Gangart und eine schwungvolle Melodie mit hoher Tanzbarkeit“ aus. Mit Breath Of A Cat verteidige die Formation letztlich ihre Sonderstellung als „qualitativ hochwertige Konstante im modernen Musikgeschäft“.

Titelliste

  1. The Cutting Edge (4:38)
  2. Prana (4:56)
  3. Kingdom of Insanity (5:54)
  4. Acid Vision (5:04)
  5. Dance on Mars (4:41)
  6. You Are All Too Much (3:37)
  7. On a Monday Night (5:10)
  8. My Energy (3:36)
  9. Going Wrong (4:16)
  10. The Game (4:04)
  11. Breath of a Cat (3:04)
  12. She’s Dope (4:01)
  13. Wehrhahn Wah Wah (4:21)
  14. A Taste Like Sugar (Raga for Op Art Beats) (16:08)
  15. Repeat Percussions (Raga for Op Art Sounds) (2:53)

Einzelnachweise

  1. ↑ VISIONS Redaktion: Vinyl: Wartezeiten von mehr als 9 Monaten drohen. VISIONS, 8. November 2021, abgerufen am 31. August 2026.
  2. ↑ TimeLord Michalis: Q&A w/ Dr. Koch of Vibravoid. TimeMachine Productions, 8. Dezember 2021, abgerufen am 31. August 2026 (englisch).
  3. ↑ Begleittext / Liner Notes. In: Zeitgeist Generator. Doppel-LP. Stoned Karma Records, Katalognummer: SK021 2022.
  4. 1 2 Roberto Calabrò: The Generator Game. In: Shindig! Nr. 124, Februar 2022, S. 30–31.
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Vibravoid – Zeitgeist Generator (Master Release). Discogs, abgerufen am 31. August 2026 (englisch).
  6. ↑ Raphael Lukas Genovese: Vibravoid – Zeitgeist Generator. Betreutes Proggen, 1. Februar 2022, abgerufen am 31. August 2026.
  7. ↑ Vibravoid - Zeitgeist Generator. Ox-Fanzine, 1. Februar 2022, abgerufen am 31. August 2026.
  8. ↑ TimeLord Michalis: Vibravoid – Zeitgeist Generator. TimeMachine Productions, 10. Oktober 2021, abgerufen am 31. August 2026 (englisch).
  9. ↑ Alfred Crespo: Vibravoid – Zeitgeist Generator. Ruta 66, 27. Dezember 2021, abgerufen am 31. August 2026 (spanisch).
  10. ↑ Vibravoid – Zeitgeist Generator. Rock Hard, 20. Dezember 2021, abgerufen am 31. August 2026.
  11. ↑ Zeitgeist Generator von Vibravoid. In: grow! Nr. 1/2022, 2022, S. 35.
  12. ↑ Andrea Valentini: Vibravoid – Zeitgeist Generator. In: Rumore. Nr. 360, Januar 2022.
  13. ↑ Vibravoid – Zeitgeist Generator. SLAM alternative music magazine, 2022, abgerufen am 31. August 2026 (Rezension aus der Printausgabe).